Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) ruft Hessens Städte und Gemeinden dazu auf, sogenannte Schottergärten zu verbieten. Die Gestaltung von Freiflächen mit Steinen belaste das Klima.

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Sie sind pflegeleicht, aber auch umweltschädlich: Kiesel und Schotter ersetzen in Hessens Gärten immer öfter Gras, Blumen und Büsche. Insbesondere in Neubaugebieten habe dieser Trend mittlerweile besorgniserregende Dimensionen angenommen, schreibt Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) in einem Brief an die Spitzenverbände der hessischen Kommunen. Mit Blick auf den Klimawandel und mehr Unwetter komme es auf jeden Quadratmeter unversiegelten und begrünten Boden an.

"Schotter- und Kieselsteingärten oder reine Rasenflächen bieten Insekten keinerlei Nahrung. Wir brauchen aber dringend Nahrung und Lebensraum für Insekten, sonst sind die Lebensgrundlagen für uns alle in Gefahr", sagte die Ministerin. Hinz erinnerte an die Vorgaben der Bauordnung, ungenutzte Freiflächen wasserdurchlässig zu halten und zu begrünen.

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Schottergarten
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Ministerium setzt auf Überzeugungsarbeit

Zwar stelle nicht jede Gestaltung eines Ziergartens mit Steinen einen Verstoß dar, teilte das Ministerium mit. Sofern aber ein Verstoß festgestellt werde, könnten die Behörden dagegen vorgehen. Die Kommunen könnten in Bebauungsplänen und Satzungen die Schottergärten verbieten und gegen Verstöße vorgehen.

Aktiv wurde zum Beispiel schon die Stadt Hanau. Im Pioneer-Park entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen US-Kaserne Wohnraum für bis zu 5.000 Menschen. Dort hat die Stadt Steingärten strikt verboten. "In Vorbereitung auf wärmere Temperaturen und mögliche Starkregenereignisse in der Stadt dient das Ganze als Anpassung an die Folgen des Klimawandels", sagte ein Sprecher. Begrünungen in den Städten seien essentiell für die Kühlung in den Innenstädten.

Das Umweltministerium setzt nach eigenen Angaben bislang durch Information und Dialog auf die Aufklärung der Bevölkerung. "Wir hoffen, mit dieser Überzeugungsarbeit den Trend zu immer mehr Schottergärten stoppen zu können. Sollte es trotzdem immer grauer in den Vorgärten werden, werden wir weitergehende Schritte überlegen."