Telemedizin im Rettungswagen
Telemedizin im Rettungswagen Bild © picture-alliance/dpa

Mit Kamera im Rettungswagen: In Gießen ist am Mittwoch das erste Zentrum für Telemedizin und E-Health eröffnet worden. Es soll helfen, in den nächsten Jahren die Versorgung von Patienten vor allem auch im ländlichen Raum sicherzustellen.

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Das Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health an der der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) zeigte in einer Live-Demonstration am Mittwoch bei der Eröffnung den Einsatz von Telemedizin im Rettungsdienst: Wird ein Rettungswagen zu einem Notfall gerufen, dann haben die Rettungssanitäter neben den üblichen medizinischen Geräten und Apparaten auch eine Kamera an Bord. Mit ihr und einem digitalen Übertragungssystem ist es möglich, noch während der ersten Hilfe und dem Transport des Patienten ins aufnehmende Krankenhaus einen Kontakt zur Klinik herzustellen. Ein Arzt kann sich so schon vor der Ankunft ein unmittelbares Bild vom Patienten machen und die notwendigen Maßnahmen wie etwa Operationen vorbereiten.

"Noch gar nicht vorstellbar, was alles möglich sein wird."

Professor Matthias Willems, der Präsident der Technischen Hochschule glaubt, dass die digitalen Techniken das Gesundheitswesen in den nächsten Jahren revolutionieren werden. "Es gibt verschiedene Anwendungsgebiete und manches ist heute noch gar nicht vorstellbar, was alles möglich sein wird". Das Zentrum ist das erste seiner Art in Deutschland und soll mit seinen drei Mitarbeitern Kommunen, den Landkreis, aber auch Krankenhäuser und Ärzte über die Einsatzmöglichkeiten digitaler Techniken informieren und über die einzelnen Systeme beraten. Denn Ärzte etwa haben vielfach keine Zeit, sich um die technischen Innovationen zu kümmern.

Gemeinsame technische Standards

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessisches Zentrum für Telemedizin in Gießen eröffnet

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Besonders wichtig ist nach Angaben des Leiters des Zentrums, Armin Häuser, dass die einzelnen Systeme, die in verschiedenen Städten angeschafft werden, einem gemeinsamen Standard entsprechen und miteinander kompatibel sind. Das Zentrum bedient sich dabei durch die Zusammenarbeit mit der THM und der Uni Gießen der dortigen Expertise. Denn vor allem die THM forscht bereits für neue Entwicklungen und Lösungen in Sachen Telemedizin und E-Health. "Damit können wir als praxisnahe Hochschule einen fundierten Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesen leisten", betont THM-Präsident Willems.

Telemedizin gegen Ärztemangel

Um die Versorgungssicherheit der Patienten zu gewährleisten, müsse man neue Wege gehen, betonte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) am Mittwoch in Gießen. "Künftig wird die Versorgungssicherheit insbesondere in ländlichen Gebieten nicht ohne E-Health und Telemedizin aufrecht zu erhalten sein." Hintergrund sei der zunehmende Ärztemangel vor allem auf dem Land, dem man auf diese Weise begegnen wolle.