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Audioseite Mobile Alarmgeräte für Gerichtsvollzieher

Eine Hand hält ein mobiles Alarmgerät. Es ist schwarz, cirka zehn Zentimeter hoch und hat einen roten und zwei grüne Knöpfe.

Mit mobilen Alarmgeräten soll künftig die Sicherheit von Gerichtsvollziehern in Hessen verbessert werden. In einem ersten Versuch werden die Geräte im Landgerichtsbezirk Kassel erprobt.

Dass Gerichtsvollzieher mitunter einen sehr gefährlichen Job haben, zeigte einmal mehr ein Fall in Obertshausen (Offenbach) im Februar 2020. Da feuerte ein Mann mit einer Pistole auf einen Gerichtsvollzieher und seinen Begleiter. Ein Opfer überlebt mit viel Glück einen Bauchschuss, das andere wurde in Arm und Hüfte getroffen. Der 68 Jahre alte Täter wollte die Zwangsräumung seiner Wohnung verhindern. Ein Gericht verurteilte den Täter später wegen versuchten Mordes zu achteinhalb Jahren Haft.

Testphase erstmal mit 41 Bediensteten

Gewalt und Aggressionen gegen Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher sind keine Einzelfälle. "Immer häufiger kommt es vor, dass sie beschimpft, beleidigt oder sogar angegriffen werden", stellte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Mittwoch im Kasseler Amtsgericht fest. Mit mobilen Alarmgeräten soll jetzt die Sicherheit der Beamten und Beamtinnen verbessert werden.

Ab dem 5. November sollen im Landgerichtsbezirk Kassel insgesamt 41 Bedienstete des Landgerichts den Einsatz dieser Geräte testen. Sollte der auf ein Jahr angelegte Versuch erfolgreich sein, werde man hessenweit rund 300 Gerichtsvollzieher damit ausstatten, sagte Kühne-Hörmann. Bereits 2022 könnte es so weit sein. Im Haushalt seien dafür 30.000 Euro vorgesehen.

Genaue Lokalisierung möglich

Durch einen Tastendruck kann an dem Gerät ein stiller Alarm abgesetzt werden. Dieser wird durch eine Vibration des Geräts bestätigt. Der Notruf geht dann bei der Leitstelle ein und kann dort per GPS-Daten geortet werden. Sogar das Stockwerk, aus dem der Notruf gesendet wird, wird an die Polizei übermittelt. So kann gezielt Hilfe geschickt werden.

Mobile Warnmelder werden bereits in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg im Außendienst eingesetzt.

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