Trendelburg Brand

Als das Haus von Familie Cassatt in Trendelburg niederbrennt, bleibt der Mutter und ihren fünf Kindern nichts. Es folgt eine Welle der Hilfsbereitschaft. Innerhalb von nur wenigen Tagen werden zahlreiche Spenden gesammelt.

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hs
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Bianca Cassatt sortiert Spenden: Bettwäsche, Kleidung, Lebensmittel, Matratzen. Jemand hat auch einen Kühlschrank vorbeigebracht. Für fast alles gibt es Verwendung.

Cassatts Haus in Trendelburg (Kassel) war am Montagmorgen abgebrannt. Die alleinerziehende Mutter und ihre fünf Kinder standen vor dem Nichts. Seitdem erreicht sie eine Welle der Hilfsbereitschaft.

Noch am Tag des Brandes meldeten sich die ersten Spender bei der Stadt. Am Donnerstagabend konnte die Familie in ein bis dahin leerstehendes Haus ziehen, innerhalb von wenigen Stunden seien nochmal "Spenden ohne Ende" gekommen, erzählt Cassatt: "Wir haben nicht mit so etwas gerechnet, wir waren wirklich überwältigt, dass so viele kamen, um uns zu helfen."

Sohn wird vom Feuer geweckt

Die Hilfe ist dringend nötig: Cassatts 18-jähriger Sohn war am frühen Montagmorgen davon aufgewacht, dass es im Haus der Familie im Stadtteil Langenthal brannte. Insgesamt acht Menschen waren zu dieser Zeit im Haus, vier der Kinder, Bianca Cassatt, der Freund ihrer 17-jährigen Tochter, ihr Ex-Mann und dessen neue Frau, die zu Besuch waren.

Sie sei von den Schreien ihres Sohnes geweckt worden, der sich auf das Vordach retten konnte: "Mein erster Gedanke war, wie bekomme ich die kleinen Kinder raus?", erinnert sich die 36-Jährige an den Moment.

Kinder retten sich mit Sprung aus dem Fenster

Die kleinen Kinder - das jüngste gerade sieben Jahre alt - waren im oberen Geschoss gefangen. Sie retteten sich mit Sprüngen vom Balkon und aus dem Fenster auf Matratzen, die sie aus den Zimmern nach draußen geworfen hatten. "Kaum dass wir aus dem Gartentor raus waren, sind schon die Fenster explodiert", berichtet Cassatt. Alles sei innerhalb von Minuten passiert, sagt ihr Ex-Mann Frank: "Wir sind nur glücklich, dass wir unser Leben haben."

Als die Feuerwehr eintraf, stand das Haus schon voll in Brand. "Da hätte man niemanden mehr rausholen können, das war nur noch Schadensbegrenzung", erinnert sich Michael Neumann von der Freiwilligen Feuerwehr Langenthal.

Mutter von fünf Kindern, deren Haus abgebrannt ist in Trendelburg

Stadt half beim Organisieren der Spenden

Der Ortsbeirat von Trendelburg begann noch am Montag damit, die eingehenden Spenden zu ordnen. Die Stadt sammelt auf Facebook ebenfalls mit. Rund 2.500 Euro sind so bisher zusammengekommen, dazu die vielen Sachspenden. Am Samstag will die Feuerwehr Waffeln verkaufen, um weitere Spenden zu sammeln.

In dem jetzigen Haus kann Familie Cassatt zumindest über den Januar wohnen bleiben. Wie es dann weitergeht, ist noch unklar. Ihr altes Haus ist nur noch eine Ruine.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 03.01.2020, 19.30 Uhr