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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kultusministerium ändert Sitzenbleib-Regeln

Leeres Klassenzimmer

Wer zu schlechte Noten hatte, wurde im vergangenen Corona-Jahr dennoch versetzt. So einfach ist es in diesem Sommer nicht mehr. Allerdings hat das Kultusministerium die Kritierien fürs Sitzenbleiben aufgeweicht.

Schülerinnen und Schüler in Hessen können in diesem Jahr nicht erneut auf eine automatische Versetzung hoffen, heißt es in einem Brief vom Kultusministerium, der den Schulen nun zugestellt wurde. Allerdings: Die Schulen haben größeren Spielraum, wen sie versetzen und wen nicht.

"In besonders begründeten Ausnahmefällen" könnten Schülerinnen und Schüler trotz nicht ausreichender Leistungen in die nächste Stufe kommen - etwa wenn Umstände vorliegen, die sie "nicht zu vertreten" haben. Die Entscheidung sei "in pädagogischer Verantwortung und unter Berücksichtigung des Einzelfalls zu treffen", heißt es.

Sitzenbleiben ja, aber nur unter Bedingungen

Die Kriterien fürs Sitzenbleiben verändern sich zudem. Wer im vergangenen Schuljahr die Versetzungsbedingungen erfüllt hatte, nun aber Probleme hat, darf mit der "pädagogischen Versetzung" weiterrücken.

Wer bereits im vergangenen Schuljahr ohne ausreichende Leistungen versetzt wurde und nun schon wieder Probleme hat, muss dagegen wahrscheinlich wiederholen. Es gibt also entweder im vergangen oder in diesem Schuljahr die Möglichkeit, ohne ausreichende Leistung versetzt zu werden, aber nicht in beiden, wie das Ministerium klarstellte.

Alternative Prüfungsleistungen möglich

Wer möchte, darf das Schuljahr auch freiwillig wiederholen. Das muss man bis 1. Juni beantragen. Die freiwillige Ehrenrunde wird später nicht mitgezählt - denn eigentlich darf man nur zwei Mal durchfallen. Schüler, die bei niedrigeren Inzidenzen in die Schulen zurückkehren, müssen nicht alle Prüfungen nachschreiben, die während des Distanzunterrichts ausgefallen sind.

In den Klassen 7 bis 10 muss bis Schuljahresende in den Hauptfächern nur noch eine Arbeit geschrieben werden. In den Nebenfächern könne die Note "auch durch alternative Formate zustande kommen", heißt es in dem Erlass.

Sendung: hr-iNFO, 14.05.2021, 10 Uhr