Bembel with Care

Nach rechten Kommentaren in sozialen Netzwerken räumt Benedikt Kuhn seinen Geschäftsführer-Posten bei der Apfelweinmarke Bembel with Care. Die Kelterei Krämer im Odenwald übernimmt die Rechte an der Marke. Unklar ist, ob Kuhn trotzdem weiter im Geschäft ist.

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Nach umstrittenen Äußerungen des Gründers der Dosen-Apfelweinmarke Bembel with Care, Benedikt Kuhn, hat die Kelterei Krämer aus dem Odenwald nach eigenen Angaben alle Rechte an der Marke übernommen. Die Leitung von Bembel with Care teilen sich demnach mit sofortiger Wirkung Stefan Krämer, Inhaber der Kelterei, sowie der bisherige Kelterei-Vertriebsleiter Karsten Schwinn, schreibt die Kelterei am Dienstag in einer Stellungnahme auf Instagram.

Für die Abgabe der Marke an die Kelterei verzichte Kuhn auf jedweden Ausgleich. Alle Vermarktungs- und Lizenzrechte sowie auch das Urheberrecht der Marke würden von der Kelterei übernommen. Kuhn werde zukünftig "weder direkt noch indirekt an Einnahmen der Produkte oder der Marke beteiligt".

Der Bembel-with-Care-Gründer hatte anlässlich des 75. Jahrestags des Kriegsendes auf Instagram unter anderem die Botschaft verbreitet, der 8. Mai sei "kein Tag der Befreiung". Deutschland sei noch immer besetzt. Daraufhin erntete er einen regelrechten Shitstorm.

Kuhn weiter Chef der Verwaltungs GmbH?

Die Kelterei hatte sich am Sonntag von Kuhns Äußerungen distanziert und mitgeteilt, Kuhn lege seinen Posten als Geschäftsführer der Bembel with Care GmbH & Co, KG nieder. Nach hr-Informationen war Kuhn zuletzt aber noch immer alleiniger Gesellschafter der Bembel with Care Verwaltungs GmbH, der wiederum die Bembel with Care GmbH & Co. KG gehört. Über die vermögensverwaltende GmbH brachte er also sein Privatvermögen in das Unternehmen ein.

Bei Bembel with Care hieß es am Dienstag auf hr-Anfrage, man dürfe sich dazu nicht mehr äußern. Das Unternehmen sei in die Kelterei eingegliedert worden, die auch die Kommunikation übernommen habe. Die Kelterei verwies auf Anfrage auf ihre Stellungnahme bei Instagram. "Die juristischen Details müssen jetzt natürlich noch ausgearbeitet werden", sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Verwaltungs GmbH liege überdies in der Verantwortung von Kuhn. Dazu könne sie keine Auskunft geben. Übergangsweise werde die Marke wie beschrieben von der Kelterei geführt. Sie gehe nach jetzigem Kenntnisstand davon aus, dass Kuhn an der Vermarktung der Produkte künftig nicht verdienen werde.

Kuhn selbst hat inzwischen auf seinem Instagram-Account "apfelweinbaron" ein Statement veröffentlicht. Darin gab er vor, sich missverstanden zu fühlen, sprach von einem "unglücklich formulierten Beitrag" und entschuldigte sich. Um Schaden von der Marke, von Mitarbeitern und Geschäftspartnern abzuwenden, ziehe er als Unternehmer die Konsequenzen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 11.05.2020, 19.30 Uhr