Menschen mit Mundschutz in einer Straßenbahn.

Offenbach ist wegen zahlreicher Corona-Infektionen weiterhin in Alarmbereitschaft. Das Schlimmste scheine zwar überwunden, teilte die Stadt am Sonntag mit. Doch das gelte nur, solang sich die Menschen an die verschärften Maßnahmen hielten.

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hessenschau vom 08.08. Beiträge
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Nach den erhöhten Corona-Neuinfektionen in Offenbach bleibt die Situation der Stadt zufolge angespannt. Die in kurzer Zeit massiv zugespitzte Lage sei zwar fürs Erste überwunden, sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) am Sonntag. Die Stadt überschreite aber weiterhin die erste Warnstufe des Eskalationskonzeptes der Landesregierung.

Von einer "für Corona-Zeiten normalen Lage" könne erst wieder die Rede sein, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz für Offenbach sieben Tage in Folge bei weniger als 20 liege. Am Sonntag lag dieser Wert laut Robert Koch-Institut bei rund 21. Das bedeutet, je 100.000 Einwohner wurden in der Stadt binnen einer Woche 21 Neuinfektionen gezählt. Damit gilt in Offenbach weiterhin eine erhöhte Aufmerksamkeit.

Verschärfte Maskenpflicht

"Wir haben etliche Vorschriften verschärft und die wirtschaftlich unschädliche, aber für die Sicherheit wichtige Maskenpflicht in den geschlossenen Räumen der Gastronomie eingeführt", sagte Schwenke. Auf dem Weg zum Tisch und zur Toilette müssen die Gäste nun wieder eine Maske tragen.

Im Einzelhandel und in der Gastronomie kontrolliere die Stadt derzeit verstärkt, ob die Maskenpflicht eingehalten werde - ebenso im öffentlichen Nahverkehr. Auch die Testpflicht für Reiserückkehrer galt in Offenbach bereits vor diesem Wochenende.

Viele Maskenverweigerer

Leider hätten viele Menschen immer noch nicht verstanden, wie wichtig es sei, eine Maske zu tragen, sagte Schwenke. In der S-Bahnstation am Marktplatz beispielsweise habe die Stadtpolizei unzählige Diskussionen mit Menschen führen müssen, die entweder gar keine Maske trugen oder sie nicht vollständig über Mund und Nase gezogen hätten. 

"Man muss es immer und immer wieder sagen: Mit einer Maske schütze ich meine Mitmenschen", sagte Schwenke. Auch ohne Symptome könne man infiziert sein und andere Menschen unbemerkt anstecken. "Deswegen ist es so wichtig, dass jeder eine Maske trägt."

Neuinfektionen durch Reiserückkehrer und Busreise

Die Stadt hatte die erhöhte Zahl der Neuinfektionen insbesondere auf Reiserückkehrer zurückgeführt. Daneben hätten sich zahlreiche Menschen bei einer Busreise zu einer Käsefabrik in den Niederlanden angesteckt. Am Freitag, 31. Juli, hatte Offenbach als erste hessische Stadt die Marke von 20 Inzidenzfällen überschritten. Am vergangenen Wochenende war mit einem Wert von mehr als 35 kurzzeitig auch die zweite Marke überschritten worden.

Offenbachs Gesundheitsdezernentin Sabine Groß (Grüne) sagte, die Zahlen hätten sich zeitweise verbessert, seien mit 14 Neuinfektionen in den vergangenen beiden Tagen zuletzt aber wieder stärker gestiegen. "Uns kann jederzeit ein neues Einzelereignis wieder zurückwerfen", sagte Groß. Die verschärften Maßnahmen würden deshalb vorerst aufrechterhalten.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 08.08.2020, 19.30 Uhr