Eine Hausärztin impft eine Pflegekraft im Rahmen eines Modellprojekts gegen Corona

Die Impfkampagne läuft noch nicht rund. Von der vorgezogenen Beteiligung der Hausärztinnen und Hausärzte erhofft sich die Landesregierung mehr Schwung. Die Praxen dürfen von der Priorisierungsfolge abweichen.

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zum Video Analyse des Impfgipfels von Ute Wellstein

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Nach den Osterfeiertagen dürfen die Hausärzte in Hessen mit der Impfung gegen das Coronavirus beginnen. Losgehen dürfte es am 6. April, teilte Ministerpräsident Volker Bouffier am Freitag nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern mit. Die Maxime sei, dass "möglichst viel möglichst schnell geimpft" werde, sagte der CDU-Politiker.

Da die Hausärzte und Hausärztinnen ihre Patienten kennten, könnten sie auch unter Berücksichtigung der Impfverordnung flexibel entscheiden, wer zuerst an die Reihe komme. Als Beispiel nannte Bouffier ältere, vorerkrankte oder nicht mehr mobile Menschen und deren jüngere Betreuungspersonen. "Dann können die zeitgleich mitgeimpft werden", sagte Bouffier.

Zunächst nur 20 Dosen wöchentlich

Die Impfmenge pro Praxis werde zunächst allerdings sehr begrenzt sein, räumte Bouffier ein. Zunächst soll es nur 20 Dosen pro Woche geben. Ab 26. April soll sich die Menge auf 60 Dosen wöchentlich erhöhen, weil dann mehr Impfstoff geliefert werde. Sobald ein neuer Impfstoff zugelassen werde, sollen dann auch die Betriebsärzte mitimpfen dürfen. Das könne Ende April oder Anfang Mai sein.

Möglich wurde die vorgezogene Beteiligung der Hausärzte an der Impfkampagne durch zusätzliche Lieferungen des Herstellers Biontech Pfizer an die EU und damit auch an Deutschland, wie Bouffier sagte. Der Bund erhalte eine Million Dosen mehr. Der Großteil gehe an die Impfzentren, der Rest an die Praxen.

Bundesländer, die an europäische Nachbarländer mit hohen Inzidenzen angrenzen, bekommen außerdem aus der EU-Lieferung mehr Impfdosen, als ihnen eigentlich zustünden. "Das ist ein Akt der Solidarität", sagte Bouffier.

Keine Aussage zu Fortgang des Lockdowns

Die Impfkampagne geriet zuletzt zusätzlich ins Stocken, nachdem der Bund am Montag einen Stopp für den Wirkstoff von Astrazeneca verfügt hatte. Nach einem erneuten positiven Votum der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) wird der Stoff seit Freitag wieder verabreicht. Derzeit haben 535.743 Hessinnen und Hessen (Stand 17. März) mindestens die Erstimpfung erhalten. Das entspricht 8,52 Prozent der Bevölkerung,

Darüber, wie es mit dem Lockdown angesichts der deutlich steigenden Fallzahlen weitergehen soll, wollte Bouffier vor der für Montag anstehenden Bund-Länder-Schalte nicht spekulieren. "Die Lage ist sehr ernst, es muss alles durchdacht werden." Er halte es für ein vordringliches Ziel, aus der Hektik herauszukommen, betonte er.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 19.03.2021, 19.30 Uhr