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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Großer Andrang bei zweiter großer Impfaktion in Babenhausen

Warteschlange bei der zweiten großangelegten Impfaktion in Babenhausen

Vor zwei Wochen legte eine große Impfaktion in einer Arztpraxis den Verkehr in Babenhausen lahm. Nun verabreichte der Arzt noch mehr Johnson & Johnson-Dosen an einem Tag - war auf den Massenandrang aber viel besser vorbereitet.

Arzt Abrar Mirza aus Babenhausen (Darmstadt-Dieburg) hat aus dem Chaos rund um die groß angelegte Corona-Impfaktion in seiner Praxis vor zwei Wochen gelernt. Am Sonntag wollten er und sein Team rund 3.000 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson verimpfen: Ganz gleich, ob die Interessierten aus dem eigenen Landkreis kommen oder nicht, auch anmelden musste sich niemand dafür. Entsprechend riesig war der Andrang.

Doch an diesem Sonntag war die Situation kontrolliert - anders als Mitte Juni: Da hatten die Impf-Interessierten schon in der Nacht zuvor begonnen, vor der Arztpraxis zu campieren und mit ihren Autos die Straßen im Zentrum von Babenhausen verstopft. Bürgermeister Dominik Stadler (parteilos) sah sich daraufhin zum verzweifelten Aufruf genötigt, niemand weiteres möge bitte in seine Stadt kommen.

Nun hatten sich Arzt und Kommune auf den Ansturm eingestellt.

Impfstart um mehrere Stunden vorgezogen

Ruhig ging es indes nicht zu - zumindest nicht auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne, wo Abrar Mirza zur Drive-in-Massenimpfung empfing. Morgens um 8 Uhr sollte es losgehen. Weil aber die ersten Impfwilligen bereits am Samstagnachmittag mit ihren Wohnmobilen und Autos vorfuhren, um sich einen Platz ganz vorne zu sichern, zogen der Arzt und sein Team den Impfstart auf 5.30 Uhr vor. Gegen 9 Uhr war bereits etwa ein Viertel des Impfstoffkontingents weg.

Der Umzug auf das Kasernengelände bewahrte das Städtchen zwischen Main und Odenwald vor einem neuen Kollaps - denn die Impflinge reisten zum Teil von weither an. Zu sehen waren Fahrzeuge mit Kennzeichen aus Frankfurt, dem Main-Kinzig-Kreis und sogar Österreich.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist begehrt, weil davon eine einzige Dosis den vollen Schutz gegen eine schwerwiegende Infektion mit dem Coronavirus verspricht, statt wie bei den übrigen Impfstoffen zwei. Bereits nach 14 Tagen gelten Johnson & Johnson-Empfänger als vollständig geimpft.

Fenster runter, Ärmel hoch, fertig

Auch intern hatten Arzt Mirza und die Stadtverwaltung die Abläufe optimiert: Das weitläufige Kasernengelände erlaubte die Einrichtung einer etwa drei Kilometer langen Impfstraße, etwas verwinkelt um die Kasernengebäude herum zwar, aber eben entzerrt. Beamte der Ordnungsbehörde und der Polizei waren vor Ort.

Am Wegesrand hatten der Arzt und die Kommune Imbissstände aufstellen lassen, sodass niemand schon vor der ersehnten Spritze schlapp zu machen brauchte. Dazu musste niemand aus seinem Auto, sobald sie oder er an der Reihe war: Fenster runter, Ärmel hoch, fertig.

Schließlich hatte Mirza sein Team massiv aufgestockt: 70 Helfer, die er in zwei Schichten einteilte, hatte er gewonnen, wie er dem hr berichtete. Sie betreuten die Impflinge, kontrollierten die benötigten Unterlagen und setzten schließlich die Spritze, deretwegen manche fast ihr gesamtes Wochenende in Babenhausen verbracht hatten.

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