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Audioseite Schlicht und geschmackvoll - Neue Studi-Wohnheime in Darmstadt eröffnet

Das neue Studierendenwohnheim Karlshof in Darmstadt

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt eröffnet zwei neue Wohnheime für Studierende. Sie bieten zusätzlichen Platz für immerhin 457 junge Menschen. Doch die Situation bleibt angespannt - nicht nur in Südhessen.

In der Bekämpfung der Wohnungsknappheit für Studierende ist Darmstadt ein kleines Schrittchen vorangekommen. Am Donnerstag konnten zwei neue Wohnheime im Karlshof und der Nieder-Ramstädter Straße eingeweiht werden. Zusammen bieten sie 457 Studentinnen und Studenten Platz. Damit verfügt das Studierendenwerk nun über insgesamt rund 3.060 Plätze in zehn Wohnanlagen.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) lobte die Lage und die Konzipierung der neuen Häuser. "Die neuen Wohnheime bieten überwiegend Zweier-WGs mit Bad und kleiner Küche und ermöglichen damit Rückzug und Konzentration", sagte sie. Die Einbettung in studentische Quartiere ermögliche zudem Begegnung, Austausch und buntes studentisches Leben. Auch das darf natürlich nicht zu kurz kommen.

Kein Einbruch zu spüren

Der Bedarf an Wohnraum für Studierende ist in der Wissenschaftsstadt weiterhin hoch. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Bevölkerungszahl der Kommune im vergangenen Jahr erstmals seit 1998 wieder gesunken war, nämlich um 808 auf 161.620 zum Ende des Jahres. Dieser Trend setzte sich auch im ersten Halbjahr 2021 fort. Nach Angaben der Stadt war für den Rückgang "vor allem die Corona-Pandemie und ihre dämpfende Wirkung auf den Zuzug von Studierenden" zurückzuführen.

Von einem Einbruch bei der Nachfrage nach Wohnplätzen sei aber nichts zu spüren, betonte Detlef Gollasch, Sprecher des Darmstädter Studierendenwerks: "Wir hatten in Darmstadt durchweg Vollbelegung." Bereits jetzt sei eines der beiden Häuser zu 85 Prozent belegt - mehrere Wochen, bevor das Wintersemester überhaupt startet. Gollasch geht davon aus, dass auch die übrigen Plätze bis November weg sein werden.

Der Mangel an erschwinglichem Wohnraum bleibe voraussichtlich ein Problem in Darmstadt, teilte das Studierendenwerk mit, das für etwa 42.000 Studierende der Technischen Universität (TU) und der Hochschule Darmstadt (HDA) zuständig ist. Geschäftsführerin Ulrike Laux wies darauf hin, dass die Wissenschafts- und Digitalstadt "in den deutschlandweiten Anspannungs-Rankings beim studentischen Wohnen ganz vorne zu finden ist". Deshalb habe die Erweiterung der Kapazitäten als "Teilerfolg" einen hohen Stellenwert, betonte Laux.

"Tropfen auf den heißen Stein"

Ähnlich mau sieht es in Frankfurt aus, wo am Donnerstag ebenfalls zwei neue Häuser mit Wohnraum für Studierende offiziell eingeweiht wurden. Die insgesamt 297 möblierten Einzelappartements in der Ginnheimer Landstraße wurden bereits im April beziehunsgweise Juli bezogen. Die Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), Kyra Beninga, sagte, es sei zwar erfreulich, dass eine kleine Zahl von Studierenden bei der Wohnungssuche entlastet werde, sprach aber zugleich von einem "Tropfen auf den heißen Stein".

Um das 2018 von der Landesregierung ausgegebene Ziel zu erreichen, nämlich für zehn Prozent der Studierenden einen Wohnheimplatz anzubieten, bräuchte es noch zehn weitere Wohnheime in dieser Größenordnung, rechnete Beninga vor. Die Flächen seien im Prinzip vorhanden. Nun brauche es den politischen Willen von Stadt und Land, den Versprechungen Taten folgen zu lassen.

Der Geschäftsführer des Studentenwerks Frankfurt, Konrad Zündorf, sieht das ähnlich. Die bisherigen Anstrengungen seien lobenswert, müssten aber deutlich ausgeweitet werden, am besten noch vor dem Semesterstart Ende Oktober. "Studentischer Wohnraum im Rhein-Main-Gebiet ist knapp." Wie eine Sprecherin des Studentenwerks ankündigte, soll es in den kommenden Wochen im Rhein-Main-Gebiet eine Wohnraumkampagne geben.

Wohnheim in Marburg schon vor Eröffnung ausgebucht

Auch andere Universitätsstädte in Hessen berichten von einer anhaltend hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum für Studierende. So wird in Marburg am kommenden Montag ein weiteres Wohnheim mit 74 Plätzen eröffnet. Laut Studentenwerk sind sie bereits komplett vergeben. In Kassel, wo es ebenfalls kaum noch freie Plätze gibt, versucht man, den Studierenden wenigstens bei der Suche auf dem privaten Wohnungsmarkt zu helfen.

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