Der Dom in Limburg
Blick auf den Limburger Dom. Bild © picture-alliance/dpa

Der Limburger Dom wird von 2020 an saniert und erhält ein rundum erneuertes Dach. Die aufwendigen Arbeiten sollen rund drei Jahre dauern und rund 8,2 Millionen Euro kosten. Der Projektleiter erwartet große Dinge.

Audiobeitrag
Dom Limburg

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dach von Limburger Dom wird von 2020 an saniert

Ende des Audiobeitrags

Unzählige Schieferplatten bedecken das Dach des Limburger Doms, das getragen wird von uralten Holzbalken. Die ältesten stammen wohl aus dem Jahr 1188. Die Jahrhunderte haben ihre Spuren an dem Bauwerk hinterlassen. Bauexperten stellten Schäden fest, so dass die anno 1235 geweihte Kathedrale demnächst zur Baustelle wird.

"Wir haben eine tolle Aufgabe vor uns. Der Limburger Dom ist zurecht ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung", sagte Projektleiter Karl Heinz Waschkowitz vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen am Donnerstag bei der Vorstellung der Sanierungspläne. Demnach sollen unter anderem der historische Dachstuhl instandgesetzt und rund 3.200 Quadratmeter Dachfläche mit Schiefer neu eingedeckt werden.

Das Land ist für die Mitte 2020 beginnende Baumaßnahme zuständig und arbeitet mit dem Bistum Limburg und dem Landesamt für Denkmalpflege zusammen. Gerechnet wird mit rund 8,2 Millionen Euro an Baukosten.

Historisches Erscheinungsbild soll gewahrt werden

Es gehe nicht um Modernisierung, sondern um Sanierung und Instandsetzung, betonte Waschkowitz. Der historische Baubestand solle möglichst zu 100 Prozent erhalten bleiben, das Erscheinungsbild der Kirche so wenig wie möglich verändert werden. Das Besondere sei, dass der etwa ab dem Jahr 1180 erbaute Limburger Dom im Vergleich zu anderen alten Kathedralen noch sehr viel originale Bausubstanz besitze.

Die Sanierung ist dem Projektleiter zufolge unter anderem nötig, weil bei Untersuchungen des Dachstuhls Schäden wie brüchig gewordene Holzverbindungen festgestellt wurden. Aber es gehe ja um jahrhundertealte Hölzer: "Die dürfen auch mal kaputt gehen." Der Schiefer müsse alle 60 bis 80 Jahre ausgetauscht werden.

Fertigstellung bis 2023

Das Bistum Limburg ist froh, dass die Bauarbeiten nach langer Vorplanung demnächst beginnen: Der Dom sei ein Fix- und Anziehungspunkt, sagte Diözesanbaumeister Stefan Muth: "Er steht für das Bistum und ist nicht nur als herausragendes Denkmal für uns von großer Bedeutung, sondern auch eine Identifikationsfigur für viele Gläubige hier im Bistum."

Während der Bauarbeiten kann der Dom weiter genutzt werden. Geplant sind vier Bauabschnitte. Die erste Phase mit der Erneuerung des Daches des 60 Meter hohen Vierungsturms werde besonders anspruchsvoll sein, sagte Projektleiter Waschkowitz. Weitere Herausforderungen seien der Aufbau der riesigen Gerüste und der Transport des Baumaterials durch die engen Gassen des Dombergs hinauf zum Gotteshaus. Auch den allgemeinen Fachkräftemangel in der Baubranche spüre das Bistum.

Nach dem verheerenden Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sei man auch beim Brandschutz sehr aufmerksam, sehe sich aber sehr gut aufgestellt, sagte Waschkowitz. In neuem alten Glanz soll der Limburger Dom dann Ende 2023 erstrahlen.

Sendung: hr1, 23.05.2019, 14 Uhr