Frau mit Maske steigt in Bahn.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) lehnt die geplante 3G-Regelung für Bus und Bahn ab. Das Vorhaben sei selbst bei massivem Einsatz der Bundespolizei nicht kontrollierbar.

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zum Video Debatte über 3G in Bus und Bahn

hessenschau vom 16.11.2021
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Die Parteien der geplanten Ampelkoalition planen eine Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes. Laut dem Gesetzentwurf ist auch eine 3G-Pflicht in Bussen und Bahnen vorgesehen. "Wer ein öffentliches Verkehrsmittel nutzt, muss dann entweder geimpft, genesen oder getestet sein", heißt es demnach in dem Entwurf, der der tagesschau vorliegt. Das Bundesverkehrsministerium hat Bedenken.

Und auch aus Hessen kommt Kritik. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat die geplante Regelung als "nicht realistisch" eingestuft. Dies sei auch bei einem massiven Einsatz der Bundespolizei nicht möglich, teilte der RMV in Hofheim am Dienstag mit.

3G-Kontrollen nicht umsetzbar

In RMV-Gebiet gebe es über 1.000 Bus- und Bahnlinien sowie mehr als 12.000 Haltestellen, dort stiegen täglich etwa 1,8 Millionen Menschen ein und aus. Dort ausreichende Kontrollen durchzuführen, sei nicht machbar.

"Zudem wären die 3G-Kontrollen deutlich aufwendiger als die Maskenkontrollen, da nicht auf den ersten Blick erkannt werden kann, ob jemand geimpft, genesen oder getestet ist", heißt es vom RMV. Für viele Menschen in systemrelevanten Berufen seien Bus und Bahn außerdem die einzige Möglichkeit, zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen.

Vierte Welle keinen Einfluss auf Fahrgastzahlen

Die vierte Corona-Welle mache sich bei den Fahrgastzahlen bislang nicht bemerkbar, so der RMV. Ob neue Regelungen darauf einen Einfluss haben könnten, lasse sich derzeit nicht abschätzen. "Wir benötigen von der Bundespolitik eine Aussage dazu, ob der ÖPNV weiterhin unabhängig von den Fahrgastzahlen vollumfänglich aufrechterhalten werden soll", forderte der Verbund.

Die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes sind in den Bundestag bereits eingebracht worden, am Dienstag wurden dazu Experten angehört. Am kommenden Donnerstag soll dann das Parlament über die vorgeschlagenen Änderungen abstimmen.

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