Ein Gebäude der Technischen Universität Darmstadt.
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An der TU Darmstadt wird seit vielen Jahren der Adolf-Messer-Preis verliehen. Studenten stört das. Denn der Namensgeber hat eine Nazi-Vergangenheit.

Studenten der Technischen Universität Darmstadt fordern, dass die Hochschule ihre Kooperation mit der Adolf-Messer-Stiftung beendet. Hintergrund ist, dass der Namensgeber der Stiftung eine Nazi-Vergangenheit hat. Der Studierendenausschuss wirft dem TU-Präsidium vor, sich bisher nicht von der Person Adolf Messer distanziert zu haben - trotz einer öffentlichen Debatte.

Nach einem historischen Gutachten war der Gründer der heutigen Messer Group NSDAP-Mitglied. Messers Unternehmen verdiente demnach während der Nazi-Zeit viel Geld mit Rüstungsgeschäften und beschäftigte auch Zwangsarbeiter.

TU Darmstadt will an Kooperation festhalten

Ein Sprecher der TU Darmstadt sagte dem hr, man wolle am Preis und der Kooperation festhalten. Die Stiftung sei von der Enkel-Generation gegründet worden - Jahrzehnte nach dem Tod Adolf Messers. An ihrer Reputation bestehe kein Zweifel. Das habe ein Historiker der TU noch einmal überprüft.

Die Stiftung verleiht den Adolf-Messer-Preis seit 1994 an Nachwuchswissenschaftler der TU Darmstadt. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

Wegen des Namens hatte es im Sommer auch an der Frankfurter Goethe-Universität Proteste gegeben. Ein Arbeitsraum auf dem Riedberg-Campus wurde offiziell Adolf-Messer-Stiftung-Lounge genannt.

Sendung: hr-iNFO, 4.12.2018, 15 Uhr