Schülerinnen und Schüler nehmen mit Mund- und Nasenschutz am Unterricht in einem Geographie-Seminar in der Jahrgangsstufe elf am staatlichen Gymnasium Trudering teil.

Die Corona-Pandemie hat einmal mehr Schwächen des deutschen Schulsystems aufgedeckt. Anlass für hessenschau.de, die Nutzer zu fragen: Wie soll die Schule der Zukunft aussehen? Eine Auswahl der Antworten.

Wenn Eltern zum ersten Mal zum Elternabend in die Schule müssen, dann haben sie nicht selten eine erschreckende Erkenntnis: Seit ihrer eigenen Schulzeit hat sich nicht viel geändert - weder bei der Infrastruktur noch bei den Inhalten.

Dementsprechend taucht immer wieder ein Wunsch auf bei der nicht-repräsentativen Umfrage von hessenschau.de auf Facebook und Instagram: Die Schulen müssen dringend modernisiert, mit Beamer, Whiteboards und Tablets ausgestattet und Lehrer und Schüler umfassend in moderner Technik und Informatik geschult werden.

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"Steuererklärungen statt Gedichtinterpretationen"

Modernisiert gehört in den Augen der Nutzer auch der Lehrplan: "Ich wünsche mir eine Schule, in der mehr Wissen fürs Leben vermittelt wird", schreibt Peribaeri auf Instagram. "Also Steuererklärungen statt Gedichtinterpretationen."

Mehr Vorbereitung auf das spätere Leben wünscht sich auch Nutzerin Nadine Gernhöfer in ihrem Facebook-Eintrag: "Zum Beispiel, wie erstellt man einen Haushaltsplan, Einkaufsliste, welche Versicherungen gibt es und sind wichtig, was muss man bei der Kontoführung beachten und vieles mehr. Auch praktische Sachen, wie Nähen und Kochen sollten wieder zum Unterricht dazu gehören."

Kein "Bulimie-Lernen" mehr

Nutzer justin.al.b kritisiert auf Instagram, dass er vor Arbeiten Wissen in sich "reinstopfen" müsse, das schnell wieder vergessen sei, was Nutzerin Inna_ella7 als "Bulimie-Lernen" bezeichnet. Und Nutzer tonjeglimmerdal fügt an: "Ich wünsche mir öfter aus Interesse lernen zu können und nicht aus Bewertungsdruck."

Überhaupt, Noten. Einige Nutzer wünschen sich, Noten komplett abzuschaffen, andere würden das Bewertungssystem zumindest teilweise reformieren: "Insbesondere Fächer wie Sport und Musik sollten unbenotet sein, beziehungsweise sollte nicht die absolute Leistung, sondern die Verbesserung und wie man mitmacht und sich anstrengt bewertet werden", schlägt Peribaeri auf Instagram vor.

Hausaufgaben oft sinnlos

Kleinere Klassen, mehr individuelles Lernen bis hin zur generellen Aufhebung der Präsenzpflicht, freiere Wahl der Fächer und Inhalte: Auch das wünschen sich einige Nutzerinnen und Nutzer. "Zitat meiner Tochter: eine Schule, in der ich in meinem eigenen Tempo lernen und vor allem praktisch arbeiten kann", schreibt Jenny Zwiener auf Facebook.

Auch beim Thema Hausaufgaben würden sich viele Nutzerinnen und Nutzer Verbesserungen wünschen: "Ich denke, sie können ganz nützlich sein, wenn es darum geht, Themen zu festigen, aber prinzipiell gilt doch 'Entweder ich habe verstanden, und die Hausaufgaben sind sinnlos, oder ich habe nicht verstanden und kann die Hausaufgaben dadurch nicht wirklich bearbeiten‘", beschreibt justin.al.b das Dilemma vieler Schülerinnen und Schüler.

"Wo sind die Milliardeninvestitionen?"

"Im Prinzip könnte man das komplette Bildungssystem umkrempeln", fasst Nutzerin Monika Venuleth auf Facebook die Wünsche zusammen und Lehrerin mc_powerlocke fragt auf Instagram: "Wo sind die Millionen- oder Milliardeninvestitionen in unsere Zukunft - in die Bildung?"

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 1.02.2021, 19.30 Uhr