Ein eineinhalb Kilometer langer Abschnitt der Lahn bei Marburg wird renaturiert. Dort soll ein neuer Lebensraum für Tierarten entstehen, denen der Klimawandel zusetzt.

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Aufgewühltes Erdreich, schweres Gerät und die typische Geräuschkulisse einer Baustelle. Der Anblick des Lahnufers in Marburg-Gisselberg erinnert derzeit mehr an Baulanderschließung denn an Umweltschutz. Doch genau darum geht es. Auf gut eineinhalb Kilometern zwischen den Marburger Stadtteilen Gisselberg, Ronhausen und Cappel soll der Fluss ökologisch aufgewertet werden.

Lebensraum für "Klimaverlierer"

"In Mittelhessen wird viel für den Naturschutz und die Erhaltung bedrohter Arten getan", betonte der Gießener Regierungspräsident Christoph Ullrich beim Spatenstich am Donnerstag. Entlang des Bauabschnitts soll das Flussbett der Lahn verbreitert und ausgezweigt werden. Kiesdepots sollen angelegt und größere Mengen Totholz in den Fluss verfrachtet werden. Ziel: die Schaffung von neuem Lebensraum für Tierarten, denen der Klimawandel zusetzt.

Schweres Gerät kommt an der Lahn zum Einsatz.
Schweres Gerät kommt an der Lahn zum Einsatz. Bild © RP Gießen

Dazu zählen Amphibien wie die Kreuzkröte, Watvogelarten wie Bekassine, Kiebitz oder Flussregenpfeifer, aber auch seltene Fledermausarten. Finanziert werden die Arbeiten aus Mitteln des EU-Projekts "Living Lahn", der hessischen Fischerei-Abgabe und des Integrierten Klimaschutzplans 2025. Insgesamt soll die Renaturierung der "Gisselberger Spannweite“ rund 1,8 Millionen Euro kosten.