Kind Maske Unterricht

Die Stadt Offenbach kehrt wegen anhaltend hoher Corona-Infektionen zu strikteren Maßnahmen an den Schulen zurück. Mit festen Klassenstrukturen und einer Maskenpflicht soll der Betrieb aufrecht erhalten werden. Auch das Lüften ist genau geregelt.

Der Regelbetrieb an Offenbacher Schulen wird ab Dienstag wieder eingeschränkt. Durch die vielen Corona-Neuinfektionen müssen immer mehr Menschen als enge Kontaktpersonen vorsorglich in Quarantäne, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Zunehmend betroffen von Virus-Einträgen und Quarantäne-Anordnungen seien auch die Schulen.

Gesundheitsamt soll entlastet werden

Lerngruppen sollen deshalb stärker als bisher voneinander getrennt werden, wie Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) sagte: "Auf diese Weise wollen wir bei einem Infektionsfall in einem Jahrgang die Zahl der Schüler und Lehrer reduzieren, die dann 14 Tage zuhause bleiben müssen."

Durch einen festen Klassenverband und weniger Vermischung soll laut Weiß der Unterricht auch in Zeiten einer hohen Inzidenz gewährleistet werden. Die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gab die Stadt am Sonntag mit 181,9 an - und damit deutlich höher als das Robert-Koch-Institut, das wegen eines offentlichen Übermittlungsfehlers lediglich eine Inzidenz von 131,3 registrierte. Weiß sagte, dieser Schritt sei jetzt notwendig, "um den Regelbetrieb aufrecht erhalten zu können und das Gesundheitsamt zu entlasten".

Kein Zutritt für Eltern, alle 20 Minuten lüften

In Abstimmung mit dem Schulamt wird die Stufe 2 im Hygieneplan des Kultusministeriums ausgerufen. Schüler, die während des Unterrichts Erkältungssymptome zeigen, sollen in einem separaten Raum isoliert und von den Eltern abgeholt werden. In den Unterrichtsräumen und Sporthallen muss alle 20 Minuten gelüftet werden (keine Kipplüftung, sondern "Stoß- beziehungsweise Querlüftung" durch komplette Öffnung aller Fenster). Eltern und andere Erwachsene "ohne konkreten Schulbezug" dürfen die Gebäude nicht betreten.

Für die unterschiedlichen Schulformen gelten folgende Maßnahmen:

Grundschulen

  • Der Unterricht soll möglichst nur noch im festen Klassenverband stattfinden.
  • Wenn sich Lerngruppen in einzelnen Fächern mischen, müssen Schüler eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • In der Nachmittagsbetreuung muss ebenfalls ein Mundschutz getragen werden.
  • Auch für Lehrer gilt die Mundschutzpflicht, wenn sie in mehr als einer festen Lerngruppe eingesetzt werden.

Weiterführende Schulen, Förderschulen und Berufsschulen

  • Ab der fünften Klasse muss weiterhin im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung von Schülern, Lehrkräften und weiterem Personal getragen werden (bislang galt das nur für die ersten zwei Wochen nach den Herbstferien).
  • Der Unterricht soll möglichst nur im festen Klassenverband organisiert werden. Religions- und Ethikunterricht ist ausgenommen.
  • Sportunterricht darf bis auf Weiteres nur kontaktfrei und nur im Freien erfolgen.

Integrierte Gesamtschulen

  • Der Unterricht findet im festen Klassenverband statt.
  • Lerngruppen aus Schülern unterschiedlicher Klassen sind nur noch für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch in den Jahrgangsstufen 9 und 10 vorgesehen. Diese seien wegen der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen erforderlich.
  • Religion und Ethik sowie der Wahlpflichtunterricht ist ebenfalls weiterhin in gemischten Lerngruppen.
  • Der herkunftssprachliche Unterricht wird ausgesetzt.
  • Präsenzveranstaltungen der Schulen außerhalb des Unterrichts sind untersagt.