Kippa

Zum wiederholten Male ist Rabbiner Mendel Gurewitz von einer Gruppe Jugendlicher antisemitisch beleidigt worden. Die Polizei prüft, ob es sich um dieselben Täter wie in den vorangegangenen Fällen handelt.

Rabbiner Mendel Gurewitz ist in Offenbach unweit der Synagoge erneut von Jugendlichen antisemitisch beleidigt worden. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Demnach hatte ein Angehöriger des Geistlichen am Mittwochabend gegen 17.50 Uhr die Polizei alarmiert.

Die Polizei traf den Rabbiner und die Jugendlichen in der Nähe der Synagoge an und nahm die Personalien der Heranwachsenden auf, wie ein Sprecher hessenschau.de mitteilte. Als Täter verdächtigt werden sechs Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren. Was sie gerufen haben, ist noch nicht bekannt.

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Möglicherweise Wiederholungstäter

Die Ermittler prüfen nun, ob die Jugendlichen schon einmal wegen ähnlicher Delikte aufgefallen sind. Denn erst im Juli war Gurewitz Opfer einer antisemitischen Verbalattacke durch eine Gruppe nordafrikanischer Jugendlicher geworden.

Nach Aussagen des Rabbiners beschimpften sie ihn damals als "Scheiß Jude", auch der Spruch "Free Palestine" fiel "und irgendwas mit Gaza". Mit dem hr sprach er damals auch über die Folgen solcher Attacken für seine Familie. Und dieselben Pöbler, die Gurewitz im Juli beschimpften, hätten ihn auch schon vor fünf Jahren in einem Einkaufszentrum beleidigt, sagte der Rabbiner.

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Sendung: hr-iNFO, 20.09.2018, 18 Uhr