Wandteppich mit Bild der Katharina Kasper
Ein Wandteppich mit dem Bild der neuen Heiligen an der Peterskirche im Vatikan Bild © picture-alliance/dpa

Über dem Bistum Limburg liegt ein Heiligenschein. Papst Franziskus sprach vor zehntausenden Gläubigen die Ordensfrau Katharina Kasper heilig. Bischof Bätzing nannte es ein Geschenk.

Videobeitrag
hs141018

Video

zum Video Ordensschwester heilig gesprochen

Ende des Videobeitrags

Die Nonne Katharina Kasper (1820-1898) ist in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen worden. Papst Franziskus sprach die aus Dernbach (Rheinland-Pfalz) stammende Ordensfrau, die im Bistum Limburg wirkte, am Sonntag in Rom heilig, zusammen mit sechs weiteren Katholiken.

Kasper war die Gründerin der Ordensgemeinschaft Dernbacher Schwestern, die sich um alte und kranke Menschen kümmert. Zeitlebens setze sie sich für Hilfsbedürftige ein. 1978 hatte Papst Paul VI., der ebenfalls zu den neuen Heiligen gehört, sie selig gesprochen.

Bätzing: "Heilige macht Mut, sich den Herausforderungen zu stellen"

Der Limburger Bischof Georg Bätzing bezeichnete die Heiligsprechung Kaspers als Geschenk. Katharina sei eine Persönlichkeit, die Mut mache, sich den Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft zu stellen, sagte er. Er freue sich, dass die Kirche das Lebens- und Glaubenszeugnis der Ordensfrau würdige und ihr weltweit Beachtung schenke.

Kasper habe unter "Kirche" in erster Linie die Gemeinschaft verstanden, die Gott gestiftet habe, um für die Armen da zu sein, so Bätzing weiter. Dreh- und Angelpunkt ihres Tuns sei immer der Glaube gewesen.

Pilger aus dem Bistum: "Das wird es nie mehr geben"

Audiobeitrag
Statue Katharina Kaspers in der Pfarrkirche St. Bonifatius in Wirges

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Oberin der Dernbacher Schwestern: "Katharina war ihrer Zeit weit voraus"

Ende des Audiobeitrags

An der Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom nahmen rund 60.000 bis 70.000 Menschen teil, darunter etwa 1.500 Pilger aus Deutschland. Georg Reutelsterz aus Wirges im Westerwald zeigte sich erfreut. "Das wird es nie mehr geben, dass jemand aus unserem Nachbarort heiliggesprochen wird", sagte er.

Seine Frau Barbara, die ebenso wie die drei Kinder des Paares mitgekommen war, stammt aus Kaspers Geburtsort Dernbach. "Wir sind teilweise noch über tausend Ecken mit Katharina verwandt", erklärte der Gläubige stolz.

Die Initiative für Kaspars Heiligsprechung war noch von Bätzings Vorgänger, dem damaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Eltz, ausgegangen. Der später als "Prunk-Bischof" bekannt gewordene Tebartz-van-Elst, der sein Amt wegen luxuriöser Ausschweifungen aufgeben musste, stellte nach Bistumsangaben 2012 im Vatikan den Antrag auf Eröffnung des Verfahrens. Franziskus habe dann im März 2018 ein Heilungswunder durch Katharina anerkannt.

Ein Märtyrer und ein Papst als weitere Heilige

Neben Kasper und Papst Paul VI. (1897-1978) wurde auch der ermordete salvadorische Erzbischof Oscar Romero heiliggesprochen. Er hatte sich in El Salvador für besitzlose Bauern und gegen soziale Ungerechtigkeit eingesetzt und damit die reiche Elite und das Militär gegen sich aufgebracht.

1980 wurde Romero im Alter von 62 Jahren von einem rechtsgerichteten Killerkommando während einer Messe erschossen. Gegen den Widerstand konservativer Kleriker im Vatikan sprach Franziskus den Erzbischof 2015 als Märtyrer selig.

Die vier weiteren Heiliggesprochenen sind Priester Vincenzo Romano (1751-1831) aus Neapel, die aus Madrid stammende Schwester Nazaria Ignacia de Santa Teresa de Jesús March Mesa (1889-1943), der Mailänder Priester Francesco Spinelli (1853-1913) sowie Nunzio Sulprizio (1817-1836), der nach einem Maytyrium körperlicher Misshandlung durch seinen Onkel und schwerer Krankheit mit nur 19 Jahren in Neapel starb.