Der Botschafter von Papst Franziskus in Deutschland, Nikola Eterovic, hat am Samstag mahnende Worte an die Synodalversammlung der deutschen Katholiken in Frankfurt am Main gerichtet.

In einer Erklärung vor den Delegierten betonte der Botschafter des Papstes die Einheit der katholischen Kirche, die weltweit dieselbe Botschaft verkünde. Dabei sei entscheidend, was der "Heilige Vater" in Rom sage: "Der Papst ist gleichsam der Bezugspunkt und das Zentrum der Einheit von über 1,3 Milliarden Katholiken weltweit, wovon 22,6 Millionen in Deutschland leben."

Zwar liege Synodalität "Seiner Heiligkeit" Papst Franziskus am Herzen, sagte der Apostolische Nuntius. Diese müsse jedoch im katholischen Sinne verstanden werden: "Synodalität ist eine Gabe des Heiligen Geistes." Eterovic mahnte: "Gleichzeitig warnt Papst Franziskus vor Parlamentarismus, Formalismus, Intellektualismus und Klerikalismus." Eine wahre Synode sei vom Heiligen Geist erfüllt "und nicht ein Parlament oder eine Befragung von Meinungen, wie es die Medien tun können".

Eterovic zitierte den antiken Bischof Irenäus von Lyon mit den Worten: "Die in Germanien gegründeten Kirchen glauben und überliefern nicht anders als die in Spanien oder bei den Kelten, die im Orient oder in Ägypten, die in Libyen oder in der Mitte der Welt." Die Synodalversammlung hat bereits weitgehende Reformen gefordert, unter anderem ein Mitbestimmungsrecht der Gläubigen bei der Wahl des Bischofs. Der Reformprozess der deutschen Katholiken wird vom Vatikan misstrauisch verfolgt.