Zahlreiche Menschen lagern auf dem sonnenbeschienenen Lohrberg in Frankfurt am Main mit Blick auf die Skyline der Innenstadt am Horizont. (dpa)

Keine Gelegenheit, keine Diebe: Die Zahl der Straftaten ist in Frankfurt im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Nach Ansicht von Polizeipräsident Bereswill ist die Stadt sicherer denn je. Allerdings hat Corona neue Straftaten hervorgebracht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kriminalstatistik: Weniger Straftaten in Frankfurt und Offenbach

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Der Corona-Lockdown hat in einer Hinsicht auch etwas Positives: Da weniger Menschen unterwegs sind, werden auch weniger Straftaten begangen. Auch in Frankfurt, einst Kriminalitäts-Hotspot in Hessen, macht sich das bemerkbar. Laut Polizeipräsident Gerhard Bereswill ist die Stadt angesichts steigender Aufklärungs- und sinkender Fallzahlen "so sicher wie nie zuvor".

Obwohl die Bevölkerung in den vergangenen 20 Jahren um etwa 120.000 Menschen gewachsen sei, habe die Zahl der Straftaten stagniert und sei zuletzt sogar zurückgegangen, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik für 2020.

So sank die Zahl der Straftaten insgesamt um 10,1 Prozent auf 102.421 Fälle. Den größten Anteil daran hatten die knapp 30.000 Diebstähle, die 28,8 Prozent der Straftaten ausmachten, gefolgt von ausländerrechtlichen Verstößen mit 16,7 Prozent. Dazu zählen etwa abgelaufene Aufenthaltserlaubnisse oder Verstöße gegen Melderegelungen.

Zahl der Wohnungseinbrüche stark gesunken

Die Corona-Pandemie sorgte für einige Besonderheiten in der Statistik. So gab es deutliche Rückgänge beim Tankstellen- und Kreditkartenbetrug. Hierzu dürften die geschlossenen Geschäfte und die hohe Zahl von Menschen im Homeoffice beigetragen haben, so Bereswill. Für viele Straftaten fehlte also während der Pandemie die Gelegenheit.

Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle etwa ging mit 1.041 auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen zurück. Ein historischer Tiefststand seit 1987 wurde auch bei den Autodiebstählen festgestellt. Mit 1.579 Fällen waren es 18,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Betrüger wollen Soforthilfen erschleichen

Unter den Taten, die im Zusammenhang mit Corona standen, machte Subventionsbetrug mit 230 Fällen rund ein Drittel der Fälle aus, sagte Bereswill. Hier habe es sich überwiegend um kriminelle Versuche gehandelt, an Soforthilfen zu kommen.

Ob Desinfektionsmittel oder Masken: Insgesamt 100 Diebstähle machten mit 14,4 Prozent die zweithäufigste Art von Straftaten aus. Die Bandbreite reichte vom Diebstahl von 39 Paletten mit Schutzausrüstung aus einer Spedition am Frankfurter Flughafen mit einem Gesamtschaden von 600.000 Euro bis zu einem Autoaufbruch, bei dem im vergangenen Frühjahr lediglich eine große Packung Toilettenpapier gestohlen wurde.

Rund 1.500 Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen

Hinzu kamen 2.279 Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Corona. Den größten Anteil hatten mit 66 Prozent oder 1.516 Fällen Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen. An zweiter Stelle folgten mit 14,9 Prozent Verstöße gegen die Pflicht einer Mund-Nase-Bedeckung. Hier kam es in 343 Fällen zu einem Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Nicht nur Frankfurts Bewohner dürfen sich über sinkende Fallzahlen freuen, auch Offenbach ist laut der jüngsten Statistik so sicher wie nie.

Generell sank in ganz Hessen die Zahl der registrierten Straftaten 2020 - und zwar das vierte Jahr in Folge. Die Polizei verzeichnete insgesamt 342.423 Fälle und damit 6,1 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Das geht aus der Kriminalstatistik des vergangenen Jahres hervor, die Innenminister Peter Beuth (CDU) Anfang März vorstellte.

Mehr Fälle von Kinderpornographie

Allerdings: Vergangenes Jahr wurden insgesamt 10.013 Fälle von häuslicher Gewalt erfasst (+ 8 Prozent). Die bekannt gewordenen Fälle von Kinderpornografie sind sogar um gut 44 Prozent auf 1.449 angestiegen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So hat sich die Kriminalität in Hessen 2020 entwickelt

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Sendung: hr-iNFO, 11.03.2021, 15:00 Uhr