Polizeiwagen im Einsatz.
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Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat einen Polizisten angeklagt wegen des Verdachts des Geheimnisverrats. Der Beamte soll vor drei Jahren interne Informationen weitergegeben haben - an eine Frau, die einer Neonazi-Gruppe angehören soll.

Wegen des Verdachts des Geheimnisverrats hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt Anklage gegen einen Polizisten erhoben. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde am Montag.

Demnach soll der 46 Jahre alte Beamte im Frühjahr 2016 Informationen aus polizeilichen Datenbanken weitergegeben haben - an eine Frau, die Mitglied der Neonazigruppe "Aryans" (Arier) sein soll. Laut Staatsanwaltschaft ist die 42-Jährige mitangeklagt - wegen Anstiftung zu der Tat.

Amtsgericht muss über Anklage entscheiden

Der Beamte wurde mittlerweile von Südhessen nach Niedersachsen versetzt. Weil es aber vor der Versetzung zu den Taten gekommen sein soll, sind die Ermittler in Darmstadt zuständig. Das Amtsgericht Dieburg muss nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird und ob es zur Hauptverhandlung kommt.

Der Fall war Anfang Januar öffentlich geworden - durch einen Bericht der Süddeutschen Zeitung. Damals hatte sich auch das hessische Innenministerium dazu geäußert. Es gebe keine Anzeichen, dass der Polizist aus rechtsextremen Motiven gehandelt habe, sagte ein Sprecher von Innenminister Peter Beuth (CDU).

Ermittlungen gegen weitere Polizisten

In Hessen laufen derzeit gegen mehrere Polizisten Ermittlungen wegen möglicher rechtsextremistischer Straftaten. Im Innenausschuss des Landtags hatte Beuth im Januar von elf Beschuldigten gesprochen. Acht Beamte seien vom Dienst suspendiert - sechs aus Frankfurt und zwei aus den Präsidien West- und Osthessen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 04.02.2019, 19.30 Uhr