Grenzen überwinden

Grenzen überwinden - so lautet das Motto der zentralen Feier zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in Frankfurt. Linke Gruppen kritisieren angesichts der Flüchtlingskrise den Slogan. Sie kündigen Proteste an. Das Ordnungsamt rechnet bereits am Vorabend des Feiertags mit rund 3.000 Demonstranten.

Wer bei der Internet-Suche nach dem Veranstaltungsmotto den Bindestrich vergisst, landet statt auf der Seite grenzen-ueberwinden.de der hessischen Landesregierung bei einem linken Bündnis gegen die Einheits-Feierlichkeiten: grenzenueberwinden.de kündigt dort nicht näher beschriebene "dezentrale und kreative Aktionen" für den 3. Oktober an.

Es ist der Tag, an dem in Frankfurt an die deutsche Wiedervereinigung erinnert wird. Da Hessen derzeit den Vorsitz im Bundesrat inne hat, ist das Land Ausrichter der groß angelegten Jubiläumsfeierlichkeiten.

Feier mit Frontex und Bundeswehr?

Die Protest-Autoren geißeln das Veranstaltungsmotto, das freilich schon länger feststeht, als zynisch. "Eine Million BesucherInnen werden zwischen Paulskirche und Mainufer erwartet, um zwischen Ständen der Grenzschutzagentur Frontex, der Bundeswehr, des Jobcenters und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie sich zu ihrem Deutschsein zu beglückwünschen“, heißt es in dem Aufruf.

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Landtag diskutiert über Einheit

Auch im Landtag diskutierten die Fraktionen am Donnerstag über "25 Jahre Deutsche Einheit". Die Redebeiträge gibt es hier als Video.

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Erste Kritik an dem Motto "Grenzen überwinden" wurde laut, als Ungarn im September damit begann, Grenzzäune gegen Flüchtlinge zu errichten und Deutschland wegen der Flüchtlingskrise Grenzkontrollen einführte.

3.000 Demonstranten am Freitag erwartet

Nun ergänzt ein "Krisenbündnis Frankfurt", es sei umso wichtiger, "dass wir die Feier des 25. Jahrestags der Zwangsvereinigung stören". Bereits für den Abend des 2. Oktober planen die Organisatoren eine Demo: Sie soll um 19 Uhr am Kaisersack vor dem Hauptbahnhof beginnen und rund eineinhalb Stunden später auf dem alten Uni-Campus im Stadtteil Bockenheim enden. Zu dem Protestzug werden dem Ordnungsamt zufolge rund 2.500 bis 3.000 Teilnehmer erwartet.

"Die Partei" ruft zu einer Demo am 3. Oktober mit rund 500 Teilnehmern auf. Der Demonstrationszug mit dem satirischen Motto "Für den Wiederaufbau der Mauer und die Neueinrichtung einer Sonderwirtschaftszone" beginnt um 13 Uhr auf der Einkaufsstraße Zeil. Der Zug soll durch die Innenstadt über den Main nach Sachsenhausen gehen und ist bis 18.30 Uhr angemeldet.

Am Abend des 3. Oktober findet im Gewerkschaftshaus dann unter dem Motto "Deutschland – nie wieder" die Gegenveranstaltung zu den offiziellen Feierlichkeiten statt. Dabei sind die Frankfurter ÖkoLinx-Stadtverordnete Jutta Ditfurth und der Hamburger Publizist und ehemalige Grünen-Politiker Thomas Ebermann.

Blockupy auf Brüssel fokussiert

Auch einzelne Gruppierungen aus dem Blockupy-Bündnis rufen zur Teilnahme an Protesten in Frankfurt auf, wie Frederik Wester von „ums Ganze“ hessenschau.de mitteilte. Blockupy insgesamt mobilisiere für diesen Tag aber nicht. Das liege nicht an inhaltlichen Differenzen, sondern daran, dass schon seit geraumer Zeit für eine Demonstration zwei Wochen später – am 17. Oktober – in Brüssel geworben werde, sagte Wester.