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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Betrügerische Abrechnung": Stadt fordert Geld von Frankfurter AWO zurück

Awo Kreisverband in Frankfurt

Mit Abrechnungen von Kindergartenplätzen soll die AWO Frankfurt reichlich Geld unterschlagen haben: Laut Stadtverwaltung geht es um mehr als 900.000 Euro. Die AWO will das Geld nicht zurückzahlen.

Die in einen Finanzskandal um überhöhte Einkommen und Luxus-Dienstwagen verwickelte Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) soll allein mit ihren Kindergärten binnen zwei Jahren mehr als 900.000 Euro unterschlagen haben. Das gehe aus dem Gutachten eines von der Stadt beauftragten Wirtschaftsprüfers für die Jahre 2017 und 2018 hervor, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Donnerstag in Frankfurt.

Die ehemalige Führung des Kreisverbandes Frankfurt habe Pauschalen für Kindergartenplätze zweck- und rechtswidrig verbucht, die sie der Stadt hätte zurückzahlen müssen. Nebentätigkeiten des damaligen Geschäftsführers wurden den Angaben zufolge nicht ordnungsgemäß berechnet. Mitarbeiter hätten Einkaufsgutscheine als Boni erhalten. Verwaltungskostenpauschalen seien künstlich erhöht worden. Dazu wurde laut Weber das gesamte EDV-System der AWO entsprechend manipuliert.

"Eiskalt und vorsätzlich persönlich bereichert"

Die Stadträtin sprach von einer "betrügerischen Abrechnung". Sie sagte: "Hier haben sich einige wenige Mächtige auf Kosten der Allgemeinheit und zum Schaden der gesamten Arbeiterwohlfahrt eiskalt und vorsätzlich persönlich bereichert." Sie kündigte an, nach der Überprüfung der Wirtschaftsjahre 2017 und 2018 auch die Abrechnungen der beiden Vorjahre zu kontrollieren.

Ein finanzieller Schaden entstand Frankfurt durch die mutmaßlich kriminellen Machenschaften Weber zufolge jedoch nicht. Von Januar bis August dieses Jahres habe die Stadt der AWO vorsorglich die Zuschüsse gekürzt und rund 950.000 Euro Verwaltungskostenpauschale einbehalten. "Das deckt die Höhe unserer Rückforderungen vollständig ab", sagte Weber.

AWO legt Widerspruch ein

Die AWO will das Geld jedoch nicht ohne Weiteres zurückzahlen. Gegen eine am 19. November zugestellte Forderung habe man Widerspruch eingelegt und Akteneinsicht beantragt, teilte der Kreisverband am Donnerstag mit. Inhaltlich stimme man "mit Teilen des Schreibens nicht überein". Jeder Kita-Platz habe in diesem Jahr deutlich mehr Kosten verursacht, als die Stadt an die Kita-Träger gezahlt habe, argumentiert der Kreisverband.

Weitreichender Skandal um AWO

Die ehemalige AWO-Führung steht im Mittelpunkt eines Finanzskandals, der im vergangenen Jahr öffentlich wurde. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere ehemalige Verantwortliche wegen Betrugsverdachts. Seit einem halben Jahr hat die AWO ein neues ehrenamtliches Präsidium, das die Aufarbeitung der Affäre einleitete und einen neuen hauptamtlichen Vorstand bestellte.

Mitte Oktober schätzte die Arbeiterwohlfahrt den Schaden, der ihr durch die ehemaligen Funktionäre entstanden ist, auf insgesamt 6,3 Millionen Euro. Dennoch stellte Finanzvorstand Axel Dornis für 2020 eine schwarze Null in Aussicht. Der Schaden durch das frühere Führungsgremium sei immens - "wirtschaftlich und moralisch", sagte die Vorsitzende des ehrenamtlichen Präsidiums, Petra Rossbrey.

Sendung: hr-iNFO, 26.11.2020, 15 Uhr