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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Großeinsatz der Polizei im Dannenröder Forst kostete zweistelligen Millionenbetrag

Räumung Polizei Dannenröder Forst

Laut einer Bilanz des Innenministeriums sind durch den Polizeieinsatz zur Räumung des besetzten Dannenröder Forsts mindestens 31 Millionen Euro Kosten entstanden. Die Rechnung könnte noch höher ausfallen.

Der Großeinsatz der Polizei im Dannenröder Forst bei Homberg (Ohm) im Vogelsberg im vergangenen Herbst hat Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verursacht. In dem Waldstück hatten Umwelt- und Klimaschützer Baumhäuser und zahlreiche Barrikaden errichtet, weil sie Rodungen für den Weiterbau der Autobahn 49 zwischen Kassel und Gießen verhindern wollten.

"Da jederzeit mit gewalttätigen Handlungen und Störaktionen gerechnet werden musste, wurden die Rodungsarbeiten rund um die Uhr - zeitweise mit mehr als 2.000 Einsatzkräften pro Tag - begleitet", berichtete das Innenministerium am Donnerstag in einer Bilanz des Einsatzes. Zuvor hatten die Zeitungen der VRM-Gruppe darüber berichtet.

19 Millionen Euro für Polizisten aus anderen Bundesländern

Demnach beliefen sich allein die Personalkosten für die aus anderen Bundesländern hinzugezogenen Polizeikräfte inklusive der Kosten der Einsatzmittel in der Zeit vom 1. Oktober bis 8. Dezember auf rund 19 Millionen Euro. Da bei größeren Lagen Polizisten länderübergreifend zum Einsatz kämen, sei es üblich, solche Kosten zu verrechnen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Hinzu kamen Kosten für die Unterkünfte der Beamten, für die Anmietung von Flächen für Logistik, für Verpflegung und für andere Dienstleistungen in Höhe von zwölf Millionen Euro.

Die Kosten für den Einsatz der hessischen Polizisten seien grundsätzlich mit den monatlichen Bezügen abgegolten, so das Ministerium. Zudem hätten die genannten Kosten für den Einsatz außerhessischer Beamter und Bundespolizisten nur vorläufigen Charakter, da Abrechnungen noch liefen oder noch zu erwarten seien.

"Herausragende Einsatzlage der letzten Jahre"

Innenminister Peter Beuth (CDU) bezeichnete die teils massiven Proteste der A49-Gegner und die Räumungen im Dannenröder Forst sowie im nahe gelegenen Maulbacher Wald und im Herrenwald bei Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf) als "die herausragende Einsatzlage der letzten Jahre in Hessen". In den Waldstücken waren unter anderem mehr als 300 Blockaden und 175 Baumhäuser geräumt worden.

Mit zunehmendem Rodungsfortschritt hätten die Ausbaugegner zu immer offensiveren und teils militanten Maßnahmen gegriffen, hieß es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag: Einsatzkräfte seien mit Steinen, Fäkalien oder Pyrotechnik beworfen oder mit Zwillen beschossen worden, so das Ministerium. Die Aktivisten ihrerseits hatten der Polizei wiederholt vorgeworfen, bei der Räumung gewaltsam vorzugehen und Menschenleben zu gefährden.

Sendung: hr-iNFO, 27.05.2021, 14.30 Uhr