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Audioseite Erste sechs Impfzentren öffnen am 19. Januar

Anja Büscher (r), medizinische Fachangestellte der Kassenärztlichen Vereinigung, setzt zu Testzwecken bei Leon Berisa vom Technischen Hilfswerk (THW) im Impfzentrum des Kreises Steinfurt eine Spritze an den Arm des Probanden.

Mehr als 21.000 Hessen haben bereits eine erste Corona-Impfung erhalten - in Altersheimen oder an Kliniken. Am 19. Januar öffnen auch die sechs großen regionalen Impfzentren. Besonders Schutzbedürftige können sich ab der Woche zuvor für die Impfungen anmelden.

Die ersten Impfzentren in Hessen öffnen am 19. Januar. Das gaben Innenminister Peter Beuth (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Neujahrstag in Wiesbaden bekannt.

Damit geht die Impfaktion in die zweite Phase: Während bislang mobile Teams Bewohner und Personal von Alten- und Pflegeheimen sowie an Kliniken geimpft haben, beginnt am 19. Januar in Hessen auch das Impfen auf Termin in den dafür vorgesehenen sechs großen regionalen Impfzentren: in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt.

"Überschaubare Impfstoffmengen"

Wer der höchsten Priorisierungsgruppe angehört (Einteilung siehe unten), kann sich ab dem 12. Januar anmelden über die telefonische Hotline 116117 oder auf der Internetseite impfterminservice.de. Zur ersten Gruppe gehören vor allem Menschen ab 80 Jahren.

"Angesichts der überschaubaren Impfstoffmengen werden sie noch nicht unter Volllast laufen, dennoch werden tausende Bürgerinnen und Bürger wöchentlich landesweit ihre Schutzimpfung erhalten", erklärten die Minister Beuth und Klose am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Bisher hat Hessen knapp 100.000 Impfdosen erhalten. Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung stehe und weitere Impfstoffe in Europa zugelassen würden, sollen weitere Impfzentren geöffnet werden. Aktuell, so betonten die Minister, habe "aber noch der Schutz in den Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie für das Personal in den besonders belasteten Krankenhäusern höchste Priorität".

Grafik Impfstrategie Hessen

Über 560.000 Menschen in erster "Prio-Gruppe"

Innerhalb der ersten fünf Tage der Impfaktion erhielten der Mitteilung zufolge in Hessen fast 21.400 Menschen eine erste Corona-Schutzimpfung. Die Zweitimpfung soll in der Regel drei Wochen nach der Erstimpfung folgen.

In den Alten- und Pflegeheimen kommen in Hessen potenziell 113.000 Frauen und Männer für eine Schutzimpfung in Frage, in den Kliniken rund 15.000 Menschen. Zur ersten "Prio-Gruppe" gehören neben diesen Personengruppen noch die Mitarbeiter der Rettungs- und ambulanten Pflegedienste sowie alle Menschen ab 80 Jahren. Insgesamt zählt die Gruppe der besonders Schutzbedürftigen in Hessen rund 567.000 Menschen.

Alle anderen Menschen müssen sich noch gedulden. Die Minister Beuth und Klose versichterten: "Wir alle arbeiten zügig daran, dass es so rasch wie möglich in Hessen weitergeht."

Weitere Informationen

Das sind die Priorisierungsgruppen nach bundesweiter Einteilung

A. Schutzimpfungen mit höchster Priorität

  • Personen ab 80 Jahren
  • Personen in Alten- und Altenpflegeeinrichtungen (Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen)
  • Mitarbeiter*innen ambulanter Pflegedienste
  • Mitarbeiter*innen in medizinischen Einrichtungen mit sehr hohem Covid-19-Expositionsrisiko (besonders Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste)
  • Mitarbeiter*innen in medizinischen Einrichtungen, in denen Personen behandelt werden, bei denen eine Covid-19-Infektion schwere beziehungsweise tödliche Verläufe erwarten lässt (besonders Hämato-Onkologie, Transplantationsmedizin)


B. Schutzimpfungen mit hoher Priorität

  • Personen ab 70 Jahren
  • Personen mit besonderem Risiko eines schweren oder tödlichen Infektionsverlaufs (Personen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung und Organtransplantierte)
  • Eine enge Kontaktperson der oben genannten Personen mit hoher Priorität sowie von Schwangeren
  • Personen in Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünften
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind


C. Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität

  • Personen ab 60 Jahren
  • Personen, bei denen aufgrund einer bestimmten chronischen Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, welches keine Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut
  • Personen, die in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen tätig sind, insbesondere in den Regierungen und Verwaltungen, bei den Streitkräften, bei Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, in den Parlamenten und in der Justiz
  • Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, Ernährungs- und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen
  • Personen, die als Erzieher*innen oder Lehrer*innen tätig sind
  • Personen, mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen, insbesondere Saisonarbeiter*innen, Beschäftigte in Verteilzentren oder der fleischverarbeitenden Industrie
  • Personen, die im Einzelhandel tätig sind


Quelle: Hessische Landesregierung mit Verweis auf §§ 2, 3 und 4 der Impfverordnung des Bundes (PDF)

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 01.01.2021, 13.00 Uhr