Feuer auf dem Gestüt Erlenhof

Ein Schüler aus dem Vogelsberg gesteht einen bundesweiten Hackerangriff, auf einem Gestüt in Bad Homburg bricht ein Großfeuer aus, der Elysium-Prozess endet mit hohen Haftstrafen. Das erste Quartal des Jahres im Rückblick.

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JANUAR

4. Januar: Hackerangriff auf Politiker und Prominente. Wenige Tage nach dem Bekanntwerden eines schwerwiegenden bundesweiten Hackerangriffs wird klar: Dahinter steckt laut Bundeskriminalamt ein 20-Jähriger aus Homberg (Ohm) im Vogelsberg. Der Schüler gesteht, massenhaft private Daten von Prominenten und Politikern ins Netz gestellt zu haben, darunter auch Daten von hessischen Spitzenpolitikern wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne). Als Grund nennt der 20-Jährige, er habe seinem Ärger auf Politiker und Prominente Luft machen wollen.

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18. Januar: Bouffier zum Ministerpräsidenten wiedergewählt. Bei der konstituierenden Sitzung des Landtags wird Volker Bouffier (CDU) mit 69 Stimmen zum Ministerpräsidenten wiedergewählt. Bouffier hat alle Stimmen von CDU und Grünen erhalten und damit hielt die hauchdünne Ein-Stimmen-Mehrheit von Schwarz-Grün im Landtag im ersten Wahlgang. 66 Abgeordnete stimmten mit Nein, einer enthielt sich bei der geheimen Wahl.

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Ministerpräsident wiedergewählt
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24. Januar: Wiesbadener OB Gerich verzichtet auf erneute Kandidatur. Anfang vom Ende einer Polit-Schlammschlacht in der Landeshauptstadt: Sven Gerich (SPD) verkündet, dass er bei der Oberbürgermeisterwahl im Mai nicht erneut als Spitzenkandidat der Wiesbadener SPD antreten wird. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. Es geht um Vergünstigungen, die der Großgastronom Kuffler Gerich in Saint Tropez und München gewährt haben soll, sowie um ein umstrittenes Grundstücksgeschäft an der Wiesbadener Wilhelmsstraße. Gerich bestreitet die Vorwürfe. Ermittlungen wegen einer Luxusreise nach Spanien und eines teuren Essens auf Stadtkosten wurden eingestellt.

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31. Januar: Frau wegen Mordes verurteilt. In dem spektakulären Fall um einen getöteten 47-Jährigen verurteilt das Hanauer Landgericht die Partnerin des Opfers wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Nach Auffassung des Gerichts hatte die 35-jährige Angeklagte im Juni 2018 ihren Lebensgefährten in der gemeinsamen Wohnung in Steinau an der Straße (Main-Kinzig) im Schlaf attackiert und mit mehr als 30 Messerstichen umgebracht. Danach zerlegte sie seine Leiche mit zwei Elektro-Motorsägen in sechs Teile. Die Frau hatte vor Gericht argumentiert, aus Notwehr gehandelt zu haben. Die Richter schenkten ihr jedoch keinen Glauben.

Die Angeklagte vor dem Landgericht Hanau.

FEBRUAR

18. Februar: Suche nach vermisstem Mädchen vorerst beendet. Schon den zweiten Tag suchen Polizei und Rettungskräfte mit Booten, Tauchern und Hubschrauber in Guxhagen (Schwalm-Eder) nach einem vermissten Mädchen, allerdings wieder erfolglos. Die fünfjährige Kaweyar war tags zuvor von einem Spielplatz nahe der Fulda verschwunden. Erst Mitte Juni wird ihre Leiche im rund sechs Kilometer entfernten Fuldabrück (Kassel) aus dem Fluss geborgen. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gibt es nicht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kinderleiche in der Fulda entdeckt

Einsatzkräfte suchen an der Fulda in Guxhagen nach dem vermissten Mädchen.
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21. Februar: Kleinkind fällt aus Auto und stirbt. Tragischer Unfall abends auf der viel befahrenen Mainzer Landstraße in Frankfurt: Ein zwei Jahre alter Junge fällt aus dem fahrenden Auto seines Vaters. Er stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Die Polizei geht davon aus, dass das Kleinkind während der Fahrt die Tür selbst öffnete und dann aus dem Wagen fiel. Der Junge war gemeinsam mit seinem Vater und seinem 19 Jahre alten Bruder im Auto unterwegs.

27. Februar: Ermittlungen wegen kopfüber gehisster Flaggen vor Polizeistation. Skandal im beschaulichen Schlüchtern: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen vier Polizisten, die im Verdacht stehen, am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) vor einer Polizeistation in dem Städtchen im Main-Kinzig-Kreis die Deutschland- und die Hessenflagge kopfüber gehisst zu haben. Dies gilt in manchen Kreisen als Ausdruck einer rechtsradikalen Gesinnung. Der Vorfall wird erst einen Monat später bekannt. Hinzu kommt: Zu diesem Zeitpunkt muss sich die hessische Polizei schon mit dem Verdacht möglicher rechtsextremer Tendenzen in ihren Reihen auseinandersetzen. Das Verfahren gegen die vier Beamten aus Schlüchtern wegen des Verdachts der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole wird schon nach knapp vier Wochen eingestellt: Das umgekehrte Aufhängen der Fahnen erfüllt laut Staatsanwaltschaft keinen Straftatbestand.

Kopfüber gehisste Hessen- und Deutschlandflagge vor der Polizeistation in Schlüchtern

28. Februar: Großbrand verwüstet Gestüt Erlenhof. Auf dem Pferdegestüt Erlenhof in Bad Homburg bricht in den Morgenstunden ein verheerendes Feuer aus. Auf dem Gestüt im Stadtteil Dornholzhausen züchtet die Familie Rothenberger wertvolle Renn- und Dressurpferde. Die Bilanz des heftigen Brands: Fünf der 35 untergebrachten Pferde sterben, zwei Menschen werden verletzt, der Schaden liegt in Millionenhöhe. Einen Tag nach dem verheerenden Feuer gehen die Ermittler von einem technischen Defekt als Ursache aus.

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MÄRZ

7. März: Hohe Haftstrafen für Betreiber von Kinderporno-Plattform. Das Landgericht Limburg verurteilt vier Führungsmitglieder der weltweiten Kinderpornografie-Plattform "Elysium" zu mehrjährigen Haftstrafen. Die Richter sprechen die Männer aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern schuldig, das Portal bandenmäßig im abgeschirmten Darknet betrieben beziehungsweise sich daran beteiligt zu haben. Die höchste Strafe von fast zehn Jahre Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung bekommt ein 63-Jähriger aus Bayern. Die Verteidiger legen knapp eine Woche später Revision ein. Eine Entscheidung darüber steht noch aus (Stand 2. Dezember 2019).

Angeklagte im "Elysium"-Prozess verdecken ihre Gesichter

12. März: Geständnis im Prozess um Mordfall Susanna. Vor dem Wiesbadener Landgericht beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der 14 Jahre alten Susanna mit einem Geständnis. Laut Anklage soll der angeklagte 22 Jahre alte Ali B. die Schülerin im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim vergewaltigt und anschließend heimtückisch ermordet haben. Der Iraker gesteht am ersten Prozesstag vor Gericht, das Mädchen aus Mainz gewürgt und umgebracht zu haben. Vor der Tat habe er einvernehmlichen Sex mit Susanna gehabt. Bei früheren Vernehmungen schon hatte er eine Vergewaltigung bestritten. Ende Oktober wird das Urteil gegen ihn gesprochen. Dagegen legt er Revision ein. Auch hier steht die Entscheidung noch aus (Stand 2. Dezember 2019).

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19. März: Schäfer-Gümbel kündigt Rückzug an. Ende der Ära "TSG" bei der hessischen SPD: Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel erklärt bei einer Pressekonferenz, dass er als Berufspolitiker aufhört. Er wechselt im Herbst zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Der Schritt ist eine Konsequenz aus der Schlappe seiner Partei bei der Landtagswahl 2018. Für die SPD bedeutet Schäfer-Gümbels Abschied: Sie muss bis Herbst die Nachfolge klären.

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19. März: Bericht über Missstände an Psychiatrie-Klinik schlägt hohe Wellen. Hygienemängel, Überbelegung und tagelang fixierte Patienten: Ein TV-Bericht deckt Missstände in der Psychiatrie des Klinikums Frankfurt-Höchst auf. Bundesweit ist das Entsetzen groß, der Fall ruft sowohl Politik als auch Justiz auf den Plan: Sozialminister Kai Klose (Grüne) kündigt knapp zehn Tage nach dem Bekanntwerden Konsequenzen an, die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen des Verdachts auf Freiheitsberaubung. Im September legt ein Gutachter im Auftrag des Sozialministeriums einen Zwischenbericht vor, der das Klinikum be- und entlastet, aber auch einige Fragen offen lässt.

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23. März: Super-Demo-Tag in Frankfurt. Gleich drei Demonstrationen mit zehntausenden Teilnehmern ziehen durch Frankfurt. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot mit insgesamt 3.000 Beamten im Einsatz. Der größte Protestzug findet im Rahmen des kurdischen Neujahrsfestes Newroz statt. Auf zwei weiteren Großdemos protestieren jeweils mehrere tausend Menschen gegen Rechtsruck und für freies Internet. Das Brisante bei einer dieser beiden Demos: Sie richtet sich auch gegen die Polizei. Anlass hierfür sind der Frankfurter Polizei-Skandal und die "NSU 2.0"-Affäre. Alle drei Demonstrationen verlaufen wider Erwarten friedlich.

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Kurden-Demo in Frankfurt
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31. März: Flugzeugunglück mit drei Toten und Folgeunfall mit zwei Toten. Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in der Nähe des Flugplatzes Egelsbach (Offenbach) kommen die drei Insassen ums Leben. Es handelt sich um drei Russen: die prominente Geschäftsfrau Natalija Filjowa, ihren Vater und den Piloten. Auf der Anfahrt zur Absturzstelle stößt zudem ein Polizeiauto mit einem entgegenkommenden Pkw zusammen. Die beiden Insassen dieses Fahrzeugs - ein 24-Jähriger und eine 22-Jährige - sterben noch an der Unfallstelle. Die drei Polizisten im Streifenwagen kommen schwer verletzt in Krankenhäuser. Zur Klärung der Ursache des Flugzeugabsturzes reist einen Tag später eine russische Experten-Delegation nach Egelsbach.

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