Betroffenheit und Anteilnahme am Unglücks-Gleis am Frankfurter Hauptbahnhof

Gegen den Mörder von Susanna wird das Urteil gefällt, in Frankfurt stößt ein Mann eine Mutter und ihr Kind vor einen einfahrenden Zug, die Wetterau-Gemeinde Altenstadt-Waldsiedlung erlangt Berühmtheit. Das dritte Quartal des Jahres im Rückblick.

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JULI

3. Juli: OLG hebt Urteil gegen Ärztin auf. Das Oberlandesgericht Frankfurt stimmt der Revision im Fall der verurteilten Gießener Ärztin Kristina Hänel zu und hebt das erstinstanzliche Urteil gegen die Medizinerin auf. Der Fall hatte eine breite Debatte in der Öffentlichkeit über das Werbeverbot für Abtreibungen ausgelöst. Weil Hänel auf ihrer Praxis-Homepage darüber informiert, dass sie auch Schwangerschaftsabbrüche durchführt, wurde sie im November 2017 zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt. Das Berufungsverfahren hatte die Medizinerin verloren und daraufhin Revision eingelegt. Ergebnis des Verfahrens: Das Oberlandesgericht Frankfurt weist den Fall zurück an die Vorinstanz. Der Fall wird im Dezember vor dem Landgericht Gießen neu verhandelt werden. Hänel verliert auch diesmal und kündigt an, erneut in Revision gehen zu wollen.

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10. Juli: Lebenslange Haft im Mordfall Susanna. Ali B. muss wegen Mordes an der 14-jährigen Schülerin Susanna lebenslang ins Gefängnis. Das Wiesbadener Landgericht stellt zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Die Richter sehen es als erwiesen an, dass der 22-jährige Iraker Susanna in einem Wiesbadener Waldgebiet vergewaltigt und ermordet hat. Seine Verteidiger legen später Revision ein. Die Mutter der getöteten Susanna zeigt sich nach der Urteilsverkündung ein Stück weit erleichtert. "Aber auf der anderen Seite bringt mir das meine Tochter auch nicht zurück", sagt sie vor Kameras.

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15. Juli: Erste Muttermilchbank Hessens eröffnet. Hessens erste Frauenmilchbank nimmt in Frankfurt ihre Arbeit auf. Nicht jede Mutter kann ihr Neugeborenes selbst stillen. Vor allem Frühchen haben Muttermilch besonders nötig. Die Muttermilchbank richtet sich deshalb besonders an früh geborene Babys und soll ihnen helfen, sich besser zu entwickeln. Langfristig soll das Projekt auf ganz Hessen ausgeweitet werden. Bundesweit gibt es bereits 23 Muttermilchbanken, Hessen gehört zu den Nachzüglern.

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22. Juli: Rassistischer Angriff in Wächtersbach. Ein 26 Jahre alter Mann aus Eritrea wird in Wächtersbach (Main-Kinzig) niedergeschossen und schwer verletzt. Der 55 Jahre alte Täter wohnt im Nachbarort, er nimmt sich nach der Tat das Leben. Die Ermittler gehen von einem "frustrierten, isolierten Einzeltäter" aus, der aus fremdenfeindlichen Motiven habe morden wollen. Der Mann hatte sein Opfer aufgrund der Hautfarbe attackiert und seine Tat zuvor in einer Dorfkneipe angekündigt. Fünf Tage nach dem Angriff suchen SEK-Einsatzkräfte in Erlensee beim Bruder des Täters nach Waffen, allerdings ohne Erfolg. Als Konsequenz von Wächtersbach und dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke wird der Ruf nach einem strengeren Waffengesetz laut.

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Wächtersbach Polizeieinsatz
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25. Juli: Neuer Hitzerekord in Hessen: Im Frankfurter Westend werden 40,2 Grad gemessen und damit der 2015 ebenfalls dort gemessene bisherige Rekordwert von 39,6 Grad überboten. Auch in Bad Nauheim (Wetterau) und am Frankfurter Flughafen wird erstmals die 40-Grad-Marke überschritten. In Bad Nauheim klettert das Thermometer am Nachmittag auf 40,1 Grad. Nur wenige Stunden später wird dieser Wert im Frankfurter Westend übertrumpft. Der bundesweite je gemessene Höchstwert wird mit 42,6 Grad im niedersächsischen Lingen erreicht.

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hs
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29. Juli: Kind stirbt nach Stoß vor ICE. Bundesweites Entsetzen nach einem Verbrechen im Frankfurter Hauptbahnhof: Ein Mann stößt einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE. Das Kind stirbt noch im Gleisbett, die Mutter kann sich in letzter Sekunde verletzt retten. Der Tatverdächtige, ein 40 Jahre alter Eritreer aus der Schweiz, wird direkt nach der Attacke gefasst und später in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Viele Trauernde legen in den folgenden Tagen Blumen, Teddys und Kerzen im Hauptbahnhof ab. Die Eltern des Jungen bedanken sich mit einem emotionalen Statement für die Anteilnahme. Nach Abschluss der Ermittlungen hält die Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Täter offenbar nicht für schuldfähig.

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hs
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AUGUST

2. August: Großeinsatz am Frankfurter Hauptbahnhof nach Sparkassen-Einbruch. Am helllichten Tag wird in Frankfurt nahe dem Hauptbahnhof in eine Sparkassen-Filiale eingebrochen. Es kommt zu einem Großeinsatz der Polizei, der Hauptbahnhof wird deshalb für rund eine Stunde gesperrt. Die Beamten jagen mehrere Täter. Drei Verdächtige werden schließlich in der Nähe festgenommen, nach einem weiteren Komplizen wird in der Folge gefahndet. Die Täter sollen sich Zutritt zu den Schließfächern in der Filiale verschafft haben. Gegen sie wird wegen schweren Diebstahls beziehungsweise Bandendiebstahls ermittelt. Ihre Beute können die Beamten sicherstellen.

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6. August: 1.100 Namen auf Feindeslisten von Rechtsextremen. Im Internet kursieren sogenannte Feindeslisten von Rechtsextremisten, die Namen und Daten von politischen Gegnern aufführen. Unter den 25.000 Einträgen befinden sich laut Innenministerium 1.100 Menschen und Organisationen aus Hessen. Mit diesen Listen wollten Rechtsextremisten Angst verbreiten, sagt Innenminister Peter Beuth (CDU). Das Landeskriminalamt soll alle Betroffenen informieren und beraten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 1.100 Hessen stehen auf rechten Feindeslisten

Rechtsextreme bei Demonstration
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18. August: Heftiges Unwetter wütet im Kreis Offenbach. Ein Sturm mit Hagel und Fallwinden bricht über Egelsbach, Dreieich, Dietzenbach, Heusenstamm, Langen, Rodgau und Seligenstadt (Offenbach) herein und richtet binnen Minuten Schäden in Millionenhöhe an. Mehr als 20 Menschen werden verletzt, Autos zertrümmert, Dächer abgedeckt und Häuser schwer beschädigt. Die Feuerwehren rücken zu mehr als 1.300 Einsätzen aus. Das Unwetter trifft auch den Bahnverkehr: Nach einem Blitzeinschlag in einem Stellwerk in Mörfelden-Walldorf (Groß-Gerau) wird die ICE-Strecke Frankfurt-Mannheim gesperrt. Erst zwei Tage später kann die Strecke wieder freigegeben werden.

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21. August: Prozessauftakt gegen Stadtplan-Erben. Ein deutschlandweit beachteter Prozess beginnt vor dem Landgericht Frankfurt: Der Erbe des Stadtplan-Verlags Falk, Alexander Falk, muss sich wegen versuchter Anstiftung zum Mord verantworten. Der 50-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft im Jahr 2009 einen Mittelsmann mit der Ermordung eines Frankfurter Rechtsanwalts beauftragt haben. Der Anwalt wurde später von bislang unbekannten Tätern mit einem Schuss in den Oberschenkel verletzt. Zum Prozessbeginn bestreitet Falk die Vorwürfe, räumt allerdings ein, jemanden damit beauftragt zu haben, Daten zu klauen - unter anderem bei dem betroffenen Anwalt. Ein Urteil wird erst im kommenden Jahr erwartet.

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28. August: Strafbefehl gegen Jan Ullrich. Gut ein Jahr nach einem Angriff auf eine Escort-Dame in einem Frankfurter Hotel wird gegen den früheren Radprofi Jan Ullrich ein Strafbefehl wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung erlassen. Der tief gefallene, einstige Radsportheld war in einem Frankfurt Luxushotel nur auf Zwischenstation auf dem Weg in eine Entzugsklinik, als er die Frau attackierte. Der damals 45-Jährige schlug sie, beleidigte sie und verlangte von ihr die im Voraus gezahlten 600 Euro zurück, weil er mit der Leistung der 31-Jährigen nicht zufrieden gewesen sein soll. Die gegen ihn verhängte Geldstrafe in Höhe von 7.200 Euro akzeptiert Ullrich, damit ist der Strafbefehl rechtskräftig.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Strafbefehl gegen Ex-Radprofi Jan Ullrich

Jan Ullrich
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SEPTEMBER

3. September: Tödlicher Gondelabsturz am Hohen Meißner. Drei Arbeiter stürzen mit einer Wartungsgondel an einem Sendemast auf dem Hohen Meißner bei Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner) aus einer Höhe von rund 50 Metern ab und werden dabei tödlich verletzt. Als Unfallursache wird zunächst ein technischer Defekt vermutet, später gehen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Kassel jedoch in Richtung menschliches Versagen. Im Fokus stehen zwei Firmen: Zum einen war möglicherweise die Drahtseilwindel der Gondel falsch zusammengebaut, zum anderen entsprach die Gondelanlage möglicherweise nicht geltenden Sicherheitsanforderungen.

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4. September: SPD klärt TSG-Nachfolge. Neues Gesicht an der Spitze der SPD-Landtagsfraktion: Generalsekretärin Nancy Faeser wird mit nur einer Gegenstimme zur neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt. Die 49-Jährige ist damit Nachfolgerin von Thorsten Schäfer-Gümbel, der sich aus der Landespolitik zurückzieht. Knapp einen Monat später wählen die Sozialdemokraten die Juristin und Innenexpertin aus Bad Schwalbach (Main-Taunus) auch zu ihrer neuen Parteichefin. In beiden Wahlen hatte sie keinen Gegenkandidaten.

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5. September: Ortsvorsteher-Wahl schlägt hohe Wellen. Der Ortsbeirat von Altenstadt-Waldsiedlung (Wetterau) wählt NPD-Landesvize Stefan Jagsch zum neuen Ortsvorsteher, und zwar einstimmig mit den Anwesenden von CDU, SPD und FDP. Ihre Entscheidung für den Rechtsextremisten begründen die Ortsbeiratsmitglieder unter anderem damit, dass es keinen anderen Kandidaten gegeben und Jagschs Parteizugehörigkeit keine Rolle gespielt habe. Nach großer bundesweiter Empörung und Verwunderung auch im Ausland über die umstrittene Personalie stellen die Mitglieder des Gremiums später einen Abwahl-Antrag. Der Neonazi muss nach gut sechs Wochen sein Amt als Ortsvorsteher abgeben, neue Ortsvorsteherin wird Tatjana Cyrulnikov von der CDU. Doch damit ist die Causa Jagsch noch nicht beendet: Er will gegen seine Abwahl klagen.

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NPD-Politiker Stefan Jagsch (Mitte) im November 2018 auf einem Parteitag in Büdingen.
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14. September: IAA versus Klimaschutz. Am ersten Besucherwochenende der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt fordern tausende Demonstranten mehr Klimaschutz und eine rasche Verkehrswende. Rund 15.000 Menschen beteiligen sich laut Polizei an einer Kundgebung direkt vor dem Messegelände. Redner kritisieren neben der Autoindustrie auch die Bundesregierung. Am Tag darauf blockieren mehrere hundert Aktivisten für Stunden Zugänge der IAA. Ende September gehen erneut mehrere tausend Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße - diesmal wird in zahlreichen hessischen Städten protestiert.

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24. September: HessenFilm-Chef muss nach AfD-Kontakt gehen. Die hessische Filmförderung trennt sich von ihrem Leiter Hans Joachim Mendig. Mehr als 500 Filmschaffende hatten zuvor seinen Rücktritt gefordert und angekündigt, nicht mehr mit der Gesellschaft zusammenarbeiten zu wollen. Anlass des Protests gegen Mendig: Der HessenFilm-Chef hatte sich privat mit AfD-Chef Jörg Meuthen getroffen. Bereits Ende Juli hatte Meuthen ein Foto von dem Treffen in Frankfurt bei Instagram gepostet. Anfang Oktober wird Ministerialdirigent Günter Schmitteckert als Interimschef benannt. Die HessenFilm GmbH mit Sitz in Frankfurt bündelt die komplette Filmförderung des Landes.

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25. September: Deutsche Thomas Cook stellt Insolvenzantrag. Nach der britischen Konzernmutter erklärt sich auch der deutsche Thomas Cook für insolvent. In der Folge werden alle Reisen abgesagt, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt wurden. Das betrifft auch Kunden, die Reisen für 2020 gebucht hatten. Für Teile des Unternehmens mit Sitz in Oberursel (Hochtaunus) finden sich zwar Käufer, doch als Ganzes kann es am Ende nicht gerettet werden: Rund zwei Monate nach dem Insolvenzantrag ist das Aus des Reiseveranstalters amtlich.

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Thomas Cook Deutschland stellt Insolvenzantrag
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29. September: Erste Bischöfin Hessens übernimmt ihr Amt. Premiere in der Evangelischen Kirche in Hessen: Bei einem Festgottesdienst in der Kasseler Martinskirche wird die erste Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in ihr Amt eingeführt. Beate Hofmann war im Mai vom Kirchenparlament als Nachfolgerin von Martin Hein gewählt worden, der nach 19 Jahren im Amt in den Ruhestand verabschiedet wird.

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