Adem Y. im Gerichtssaal im Jahr 2010.

Der islamistische Terrorist Adem Y. ist nach Verbüßung seiner Haft in die Türkei abgeschoben worden. Das bestätigte das hessische Innenministerium. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte eine Auslieferung an die USA abgelehnt.

Der Terrorist Adem Y. ist am Dienstag nach hr-Informationen in die Türkei abgeschoben worden. Der 40-Jährige aus Langen (Offenbach) gilt nach wie vor als gefährlicher und potenzieller Straftäter.

Adem Y. war vom Oberlandesgericht Düsseldorf zu einer elfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, die er im vergangenen Jahr abgesessen hatte. Danach saß er weiter in der JVA Butzbach in Haft, weil die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden seine Auslieferung beantragt hatten. Der Grund für den Auslieferungsantrag: Y. soll sich in Pakistan an einem Angriff auf ein US-Camp beteiligt haben.

Auslieferung an die USA abgelehnt

Allerdings lehnte das zuständige Oberlandesgericht Frankfurt vor einer Woche seine Auslieferung ab. Die US-Behörden wollten ihn zusätzlich wegen der in Düsseldorf bereits verurteilten Taten im Zusammenhang mit der sogenannten Sauerlandgruppe erneut vor Gericht stellen.

Nach deutschem Rechtsverständnis darf aber niemand doppelt für eine Tat bestraft werden. Laut hessischem Innenministerium wurde deshalb sofort die Abschiebung des Gefährders in sein Heimatland beantragt.

Y. besitzt die türkische Staatsbürgerschaft, wuchs aber in Langen auf. Der heute 40-Jährige war Mitglied der sogenannten Sauerlandgruppe, die mehrere Sprengstoffanschläge in Deutschland vorbereitet hatte. 2007 flog die Terrorzelle im nordrhein-westfälischen Sauerlandkreis auf, ihre Mitglieder wurden festgenommen. Y. wurde 2010 in Düsseldorf zusammen mit drei weiteren Mitgliedern der Terrorzelle verurteilt. Er war als letzter der Gruppe noch in Haft.

Sendung: hr-iNFO, 05.02.2019, 16 Uhr