Eine Frau mit Atemmaske läuft vor einem geschlossenen Geschäft in Frankfurt vorbei.

Nun gelten die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie: Vor vielen Geschäften, Spielplätzen und Freizeiteinrichtungen stehen die Menschen vor verschlossenen Türen. Ein Überblick.

Videobeitrag

Video

zum Video Luftbrücke gestartet - Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger

hs
Ende des Videobeitrags

Verschlossene Türen, irritierte Kunden: In den Innenstädten gibt es seit diesem Mittwoch wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorerst keine Gelegenheit zum Shopping mehr. Auch auf der großen Frankfurter Einkaufsmeile Zeil bleiben die Läden geschlossen.

"Ihre Gesundheit ist uns am wichtigsten", steht beispielsweise auf einem Schild an einer Mode-Filiale. "Wir werden Sie vermissen", schrieb ein Geschäft für Damenmode. Ein Optiker versichert schriftlich im Schaufenster, mit einer Notbesetzung etwa die Abholung bestellter Brillen zu gewährleisten.

Kaum Passanten auf der Einkaufsstraße Zeil in Frankfurt am Mittwochvormittag

Überblick über die einzelnen Einschränkungen

Auch die Spielplätze dürfen nicht mehr betreten werden, Gottesdienste sowie Treffen in Vereinen fallen aus. Das ist die Folge der Maßnahmen, die die Landesregierung am Montag nach Absprache mit dem Bund beschlossen hat. Das bedeutet konkret:

  • Das Sonntagsverkaufsverbot ist aufgehoben. Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Baumärkte, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Tankstellen und Banken bleiben geöffnet, außerdem Poststellen und Waschsalons.
  • Auch Dienstleister wie Optiker, Friseure und Handwerker können weiterarbeiten. Alle anderen Geschäfte sind jedoch geschlossen.
  • Außerdem sind alle Bars, Clubs, Museen, Theater, Kinos, Ausstellungen, Sportstätten und Spielplätze geschlossen.
  • Freizeit- und Tierparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen sowie Bordelle sind ebenfalls geschlossen.
  • Zusammenkünfte wie Sportveranstaltungen und Busreisen sind verboten.
  • Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und anderen Glaubensgemeinschaften sind ebenfalls verboten.
  • Für Pflegeeinrichtungen wie Seniorenheime und Krankenhäuser gilt ein weitreichendes Besuchsverbot.
  • Für Gaststätten gilt eine Beschränkung: Alle Restaurants, Kantinen und Mensen müssen nach 18 Uhr schließen. Tischabstände und Besucherzahlen sind reglementiert. "Auch die Gaststätten haben einen Versorgungsauftrag. Menschen müssen irgendwo essen können", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Essen abholen dürfe man daher auch nach 18 Uhr. Auch Lieferdienste seien von dem Verbot nicht betroffen.
  • Übernachtungsangebote wie Hotels und Pensionen dürfen nicht mehr für touristische Zwecke genutzt werden.
Weitere Informationen

Infos von Bund und Land

  • Die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zum Corona-Vorgehen vom Montag finden Sie auf bundesregierung.de.
  • Eine Zusammenfassung der Beschlüsse vom Montag hat die Landesregierung auf hessen.de veröffentlicht.
Ende der weiteren Informationen

Ziel dieser Maßnahmen sei es, soziale Kontakte im öffentlichen Bereich weiter einzuschränken. "Wir wollen vermeiden, dass Menschen in größerer Zahl zusammenkommen und sich anstecken", betonte Bouffier am Montag. Auch Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) appellierte noch einmal an die Bevölkerung, "die persönlichen Kontakte zu minimieren".

Soforthilfen in Milliardenhöhe

Um die Folgen für die Wirtschaft abzufedern, hat Hessen Soforthilfen in Höhe von einer Milliarde Euro beschlossen. Zudem würden weitere fünf Milliarden Euro für Kredite bereitgestellt, kündigte Bouffier an.

Die Beschlüsse vom Montag sind eine Fortsetzung von Maßnahmen, die das Land Hessen im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ergriffen hat. Schulen und Kitas sind bereits geschlossen worden, Versammlungen mit mehr als 100 Menschen verboten.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 18.03.2020, 19.30 Uhr