Schultoiletten sehen oft nicht besonders einladend aus.
Schultoiletten sind oft kein einladender Ort. Bild © picture-alliance/dpa

Den Frankfurter Schülern stinkt es - im wahrsten Sinne des Wortes. Mit einer Online-Petition kämpfen sie und ihre Eltern für die Sanierung von Schultoiletten und regelmäßige Reinigung. Bei der Stadt denkt man über eine "Task Force" nach.

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In Mädchen steht an einem Waschbecken in einer Schultoilette. An der Wand zu lesen die "Kloordnung"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Elternbeirat ruft "Toilettenjahr 2018" aus

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Uringeruch, verdreckte Böden und Wände, verstopfte Klos - Schultoiletten sind meist kein Ort zum Wohlfühlen. In Frankfurt laufen Eltern und Schüler jetzt Sturm und haben 2018 zum "Jahr der Toiletten" ausgerufen. Das ganze Jahr über wollen sie mit verschiedenen Aktionen auf die Politik Druck machen, damit sich die Toilettensituation an den Schulen verbessert. Erster Schritt: Eine Onlinepetition, die schon mehr als 2.000 Unterstützer gefunden hat.

Dass dreckige Schulklos nicht nur in Frankfurt, sondern in ganz Hessen ein Thema sind, ist Alix Puhl, Vorsitzende des Stadtelternbeirats, bewusst. Toiletten würden zu selten gereinigt, zu wenig gut gereinigt oder es gebe prinzipiell zu wenige. "Sie müssten eigentlich alle der Reihe nach saniert werden, um dann dauerhaft in Schuss gehalten zu werden", fasst Puhl die Situation zusammen.

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Podiumsdiskussion "Baustelle Schule"

Samstag, 20. Januar, 10 Uhr in der Aula der IGS Herder, Wittelsbacherallee 6-12 in Frankfurt. Diskussionsteilnehmer: Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und Michael Simon, Leiter des Amtes für Bau und Immobilien.

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Um an der Misere etwas zu ändern, macht der Elternbeirat konkrete Vorschläge. So könnten in den großen Pausen Präsenzkräfte vor Ort sein. Auch müssten die Verträge mit den Reinigungsfirmen neu verhandelt werden, denn der Schulalltag habe sich mittlerweile verändert, erläutert Puhl. Die alten Verträge seien noch auf Schulen ausgelegt, in denen nur von 8 bis 13 Uhr Betrieb herrsche. "Das ist Geschichte. Die Schulen sind in der Regel von 8 bis 17 Uhr mit Kindern voll. Und die müssen halt ab und zu auf Toilette.

Eltern berichten auch, dass Kinder sich den Toilettengang verkneifen. "Kinder trinken in der Schule nichts, kommen nach Hause und rennen erst einmal aufs Klo", schildert die vierfache Mutter Puhl den Alltag in vielen Familien.

Stadtelternbeirat Frankfurt, Stadtschülerinnenrat und engagierte Eltern gehen die Situation nun gemeinsam an. Mit der Unterschriftenaktion, einer Podiumsdiskussion und einem eigens gedrehten Video machen sie auf die Schulklo-Misere aufmerksam. "Es ist ein Problem, das nicht gelöst ist", kritisiert Puhl. Dabei habe die Stadt Frankfurt bereits 2015 ein Konzept für bessere Schultoiletten vorgelegt. "Auf die Umsetzung warten wir seitdem vergeblich."

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"Task Force Schulklo" denkbar

Bei der Stadt hat man das Thema aber durchaus auf dem Schirm. Michael Simon ist Leiter des neuen Amtes für Bau und Immobilien, das seit November auch für Schultoiletten zuständig ist. Im Gespräch mit hr-iNFO bestätigt der Vater von Schulkindern die Brisanz der Thematik. "Wir haben unstrittig ein Problem mit Toiletten."

Er könne sich vorstellen, angesichts der dringlichen Lage eine schnelle Lösung zu finden. "Vielleicht kann man eine Task Force gründen oder auch eine Hauruck-Aktion zur Sanierung der Toiletten ist denkbar. " Ob und wann das passieren wird, ist aber noch unklar.

Ihre Kommentare Schultoiletten - Albtraum oder alles halb so schlimm?

30 Kommentare

  • Schultoiletten waren noch nie ein Genuss. Doch Eltern - die laut jammern - sollten ihre Kinder richtig erziehen und VORBILD sein. Nicht der Staat, sondern ihr Nachwuchs verursacht die Ekel-Zustände.

  • Vielleicht sollten die Eltern einmal darüber nachdenken, wer die Toiletten benutzt und verschmutzt. Wenn regelmäßig und ständig Klopapierrollen die Toiletten verstopfen, laufen die nicht alleine da rein. Wenn anstatt die Urinale mitten in den Raum gepinkelt wird, passiert das sicher nicht zufällig und wenn Kot an der Wand hängt ist nicht die fehlende Schwerkraft schuld. Das Nutzerverhalten muss auch diskutiert werden. Sonst ist jede zusätzliche Reinigung verschwendete Steuergeld.

  • Die Kinder machen soviel kaputt. Pinkeln auf den Boden, beschmieren die Wände mit Fäkalien. Bemalen mit Stiften jeder Art Wände und Türen.
    Toilettenpapier wird umhergeworfen, oder in ganzen Rollen ins Wc getopft.
    Spülkasten von der Wand abgetreten usw... da fällt die Reinigung und Instandhaltung schon schwer.

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