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Lehrer darf nach Schülerprotesten zurückkehren

Der Streit um eine geplante Oberstufenreform und die Versetzung eines beliebten Lehrers hatten an einer Schule in Höchst im Odenwald heftige Proteste ausgelöst. Nun hat sich der umstrittene Schulleiter zurückgezogen. Der Lehrer kommt zurück.

Die Zeichen stehen auf Frieden an der Ernst-Göbel-Schule (EGS) in Höchst im Odenwald. Nach heftigen Schülerprotesten und Querelen um die Abordnung eines beliebten Lehrers an eine andere Schule hat der von Schüler- und Elternschaft kritisierte Schulleiter Ralf Guinet nun seinen Rückzug erklärt. Mit der kommissarischen Schulleiterin Marion Braun könnte nun Ruhe einkehren.

Die angespannte Situation an der Schule war durch die Abordnung des Oberstufenleiters Rüdiger Wehde eskaliert. Wehde hatte die Politik des Schulleiters offen kritisiert. Unter anderem hatte er sich gegen den Alleingang Guinets bei einer geplanten Änderung des Oberstufensystems an dem Gymnasium gewandt.

Abordnung eines Lehrers löst Proteste aus

Die Spannungen wuchsen, Wehde sprach offen von Mobbing. Wegen "Störung des Schul- und Betriebsfriedens" wurde er schließlich an eine Schule in Michelstadt abgeordnet. Daraufhin gingen Schüler und Eltern gemeinsam auf die Barrikaden.

Mit Demonstrationen machten sie klar, dass sie das Vorgehen der Schulleitung missbilligten und forderten die Rückkehr des Lehrers an die EGS. Immer wieder kam es zu Protestaktionen. Wenige Wochen vor Beginn der Sommerferien meldete Guinet sich dann krank.

Schulleiter wirft hin

Braun, derzeit Leiterin der Justin-Wagner-Schule in Roßdorf (Darmstadt-Dieburg), übernahm kommissarisch die Schulleitung der EGS. "Sie hat es geschafft, in sehr kurzer Zeit Ruhe ins Kollegium zu bringen", lobte die Kreiselternbeiratsvorsitzende, Gudrun Gebhardt. Schüler hätten ihr von einer deutlich entspannteren Atmosphäre berichtet. Selbst Lehrer würden wieder mit einem Lachen in die Schule kommen, das man bei ihnen lange nicht gesehen habe.

Auch bei Guinet hatten die Auseinandersetzungen Spuren hinterlassen. Kurz vor den Ferien teilte er in einer Mail an die Schulgemeinde mit, dass er nicht an die Schule zurückkehren werde. Die Ereignisse der letzten Monate und ihre Folgen für seine Gesundheit hätten ihn dazu bewogen, seine Arbeit als Schulleiter an der EGS auf eigenen Wunsch zu beenden.

Lehrer Wehde glücklich über Rückkehr

Zurückkehren wird dafür Oberstufenleiter Wehde. "Ich bin glücklich, dass ich wieder zurückkommen kann", sagte der Pädagoge dem hr. "Dafür haben sich Kollegen, Schüler und Eltern eingesetzt. Es ist ein gutes Gefühl, dass das nun geklappt hat."

Der Zusammenarbeit mit der kommissarischen Schulleiterin sieht Wehde mit Zuversicht entgegen. "Frau Braun hat wohl schon ein anderes Empathie-Vermögen als ihr Vorgänger. Ich sehe da gar keine Probleme." Zumal man sich bereits von früher gut kenne. Wehde unterrichtet seit zwölf Jahren an der EGS. Braun war dort bis vor vier Jahren stellvertretende Schulleiterin. Dem Vernehmen nach könnte sie dauerhaft an die EGS zurückkehren.

Schülervertretung sieht Schulfrieden wiederhergestellt

Die jüngste Entwicklung der Ereignisse wird auch von der Schülerschaft begrüßt. "Unser Ziel war es, den Schulfrieden wieder herzustellen", sagte der Schulsprecher der Oberstufe, Finn Meister. "Wir wollten ein Klima, in dem man wieder gut lernen und arbeiten kann." Dieses Ziel habe man erreicht.

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