Ihre Kommentare Brauchen Hessens Schüler Noten?

16 Kommentare

  • "Mit dieser Maßnahme vollziehen CDU und Grüne eine Abkehr vom Leistungsprinzip an den hessischen Schulen", kritisiert der Vorsitzende Stefan Ruppert
    GENAU - EBEN - ENDLICH!

  • In Hessen ist das überhaupt nichts Neues!!!
    Wir hatten an der Ernst-Reuter-Schule in der Nordweststadt in Frankfurt vor 47 Jahren von der 8. bis 10. Klasse keine Zeugnisse sondern für jedes Fach Diagnosebogen. Ich habe sie noch alle aufgehoben. Das war die beste, leistungsgerechteste Beurteilung, die man sich vorstellen kann.
    Wie immer - es war alles schon einmal da ... und es war früher nicht immer alles schlecht ...



  • Meine Güte, Noten sind doch nichts anderes als die - vermeintlich - standardisierte Kurzform einer schriftlichen Bewertung - warum also die Aufregung? Zweifellos scheinen Noten in Ziffernform einfacher vergleichbar zu sein, andererseits sind Texte, sofern mit hinreichender Sorgfalt erstellt, unter dem Strich sehr viel aussagefähiger - für die Schüler, die Eltern und auch für Dritte wie etwa potenzielle Arbeitgeber. Und wie war das noch bei den Arbeitszeugnissen? Da weiß auch jeder, was "hat sich stets bemüht" heißt und wo der Unterschied zwischen "zur vollen Zufriedenheit", "zur vollsten Zufriedenheit" und "jederzeit zur vollsten Zufriedenheit", um nur ein paar Beispiele zu nennen, liegt; es geht also auch ohne Ziffern.

  • In meiner Schulzeit gab es nicht nur Ziffernnoten bzw. Punktzahlen von der Grundschule bis zum Abi, sondern auch noch die "Kopfnoten" für Betragen, Fleiß, Aufmerksamkeit und Ordnung. Trotzdem habe ich die Schulzeit ohne psychisches Trauma hinter mich gebracht - obwohl auch mal die eine oder andere Fünf in meinem Zeugnis stand. Wie User "IGSler" schon erwähnt hat - was ist besser daran, wenn sich die Lehrkräfte in Floskeln flüchten? Oder in Zukunft gar die verschwurbelte Zeugnissprache des Arbeitsrechts angewendet wird ? ("Die ihm übertragenen Mal- und Bastelarbeiten erledigte Sören-Immanuel stets zu unserer vollen Zufriedenheit...")
    Da kann man ja bald die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zur Zeugnissprache auf die Zeugnisse der Kiddies anwenden. Viel Spaß! Als Rechtsanwältin würde ich das natürlich begrüßen. Da tut sich ein lukratives neues Geschäftsfeld auf.

  • Sie brauchen beides. Noch mehr aber brauchen sie einen nach ihren Möglichkeiten differenzierten Unterricht. Herausbilden und besondere Förderung der persönlichen Stärken. Kleinere Klassen. Mehr Lehrkräfte. Zusätzliche Räume. Bessere Lernmittel und Medienzugänge. Lernatmosphähren, die soziale Kompetenzen und Inklusion tatsächlich fördern. Völlig neue Lehrpläne und Unterrichtskonzepte. Regelmäßige qualifizierende Fortbildungen der Lehrkräfte. Alles in allem eine völlige Neukonzeption und Reform von Schule. Siehe skandinavische Länder. Sowie der Ausbildung der Lehrkräfte. Und das benötigt Geld. Seit vielen Jahren werden Schulen zur Haushaltskonsolidierung der Landeshaushalte genommen. Auf Schultoiletten holt man sich Geschlechtskrankheiten. Und die Unterrichtspläne sind finsterstes Mittelalter. Der Staat praktiziert aktives Schulversagen. Nicht die Schüler. Tun wir es!

  • In den Waldorfschulen ist das Standard schriftlich beurteilt zu werden.Früher wurde dies belächelt.Doch nicht alles so schlecht was davon kommt.

  • Da Noten, vor allem in der sonstigen Mitarbeit, eine rein subjektive Beurteilung des Lehrers sind, finde ich Noten immer ungerecht. Selbst die Noten in schriftlichen Leistungen sind in sprachlichen Fächern Auslegungssache. Noten sagen absolut nichts über die Gesamtpersönlichkeit des Schülers aus und sind für zukünftige Arbeitgeber oder Unis nicht nachvollziehbar. Sie sollten nicht nur in Hessen abgeschafft werden.

  • Noten sind an sich unsinnig und ungerecht. Sie bilden nur die Position eines Schülers in einer Lerngruppe ab - mehr nicht. Ein Schüler, der in einer guten Klasse nur eine 4 bekommt, bekäme in einer anderen Klasse mit der selben Leistung vielleicht eine 2.
    Dazu kommt das Problem der Notengrenzen. Ein Schüler mit einer guten 3 ist nicht so weit weg von einem Schüler mit einer schwachen 2, aber sicher deutlich besser als ein Schüler mit einer schwachen 3. Das Zeugnis sagt jedoch genau das Gegenteil. Hier wäre eine ausformulierte Bewertung vielleicht besser.
    Man sollte sich vielleicht mal fragen, welchen Sinn Noten überhaupt haben. Abgesehen von Abgangs- und Abschlusszeugnissen dienen Zeugnisse eigentlich nur der Information der Eltern. Wenn Lehrer, Eltern und Schüler miteinander im Gespräch sind, braucht man keine Noten und Zeugnisse.

  • Ich will noch viel weiter gehen.
    Das Schulsystem ist in meinen Augen in seinen Grundfesten total verkrustet. Da ist erstmal die in meinen Augen sinnfreie Einteilung in Haupt- und Nebenfächer. Das ist Gleichmacherei, die auf die Schüler, ihre Fähigkeiten und Schwächen keine Rücksicht nimmt.
    Mir kann auch keiner erzählen, dass wir fürs Leben lernen. So sollte es zwar sein, aber faktisch lernen wir nur für die nächste Arbeit, und da ist es schnuppe, ob die Bewertung eine Zahl oder ein Text ist. Ich frag mich auch, was das Zwangsabi in Mathe und Deutsch soll. Den Schülern dient es kaum, sondern in erster Linie Politikern, die sich nach Pisa-Studien entweder wieder selbst für ihre ach so tolle Schulpolitik auf die Schultern klopfen - oder bei schlechtem Abschneiden - den schlimmen Lehrern ans Bein pinkeln können. Hier braucht es deutlich mehr Reformen als so eine Wischiwaschi bei den Zeugnisnoten.

  • Auch Ziffern-Noten sind subjektiv, da stets die mündliche Beteiligung einfließt und diese ist - soviel kann ich als Lehrerin sagen - immer subjektiv, auch wenn man sich größte Mühe gibt, "neutral" zu sein.

  • Lernentwicklungsberichte sehen viel klarer, als nur eine Ziffernote.Berichte sind deutlicher und differenzierter als nur eine Ziffer. In den Schulen, wo Berichte geschrieben werden ist das Zusammensein unter den Schülern und Eltern verständlicher und einfühlsamer.

  • Ich persönlich finde das nur Noten nicht sinnvoll ist, den wie im Text schon geschrieben eine 3 auf den Zeugniss hilft den Schüler nicht. So wissen sie nicht wie sie diese note verbessern können. Aber nur auf die Schriftliche Bewertung zu gehen ist auch wieder nicht wirklich sinnvoll, den kaum ein Schüler wird sich seine Bewertungen komplett durch lesen, und Berufsschulen bzw. Ausbildungsstätten würden da ihre Schwierigkeiten bekommen, da nicht jeder Abgangschüler eine Ausbildung in der gleichen Stadt. Bzw Bundesland sucht. Praktisch wäre es wen man das so wie es die Gesamtschule Niederrad gemacht hat. Noten wie eine Ausführliche Bewertung. Den so können die Eltern/Erziehungsberechtigten und die Schüler genau an deren Schwachpunkte arbeiten. Und auch die Berufsschulen/Ausbildungsstätten, sehen das der Jugendliche zB. Die 3 in Deutsch nicht aus Faulheit/nicht gemachte Hausaufgaben sind sondern evtl. Weil da wirklich eine Schwäche besteht.

  • Nein, das ist jetzt keine Sinnestäuschung. In meinen Schulzeugnissen, die vor über 30 Jahren ausgestellt wurden, finden sich sowohl Noten als auch schriftliche Beurteilungen. Was an der Gesamtschule in Niederrad praktiziert wird, war im DDR-Schulsystem damals üblich. Schulleiterin Seifert bringt den Nutzen auf den Punkt. Die Kritik von Lehrerverband und FDP zeigt deren veraltetes Verständnis von Schulbildung. In der Schule sollen sich die Schüler nicht mit Leistungen gegeneinander durchsetzen. Das Ziel ist Lernfortschritt für alle Schüler und der kann durch verbale Beurteilungen nun einmal individueller ausgedrückt werden. Der Stolz auf eine Leistung oder der Vergleich mit den Leistungen anderer Schüler bringt den Einzelnen keinen Schritt weiter. Frau Krippner-Grimme und Herr Ruppert haben das nur noch nicht verstanden.

  • Für Kinder, die sehr gewissenhaft sind und einen hohen Anspruch an sich selbst haben, kann das System ohne Noten aber auch hohen Druck ausüben: Eben weil sich mit der individuellen Beurteilung auch der Maßstab verschiebt (im Falle von begabten Kindern strenger wird), und weil man ja immer noch etwas "verbessern" kann, hat das Kind nie das Gefühl: Das war jetzt gut oder sogar sehr gut. - Und jetzt sind erstmal Ferien. - Es hat immer den Eindruck: Ich muss mich verbessern, ich muss perfekt werden.

    Der Maßstab, der bei der Notenvergabe angelegt wird, ist transparenter und er bildet auch den Wissensstand besser ab.

    Außerdem können Lehrer sich in der Beurteilung eines Kindes auch irren. Eine persönliche Beurteilung, die das Kind in seiner Person "verkennt", die ihm nicht gerecht wird, ist aber viel verletzender, wie wenn man eine Note bekommt, die man als ungerecht empfindet.

  • Schriftliche Bewertungen sind natürlich ein guter Zusatz zu den Noten, gerade weil sie auch aufzeigen, wo und wie man sich weiterentwickeln kann. Was ich mich hier frage ist, ob für die zusätzliche Arbeit, die bei den Bewertungen auf jeden Fall anfällt, an anderer Stelle Freiräume geschaffen werden. Wahrscheinlich ist das wieder mal nicht der Fall, sondern diese kommt noch oben auf das bisherige Pensum drauf. Da werden dann natürlich die richtigen Anreize geschaffen, um das ordentlich zu machen...

  • Interessant, dass das in Hessen bisher gar nicht ging. An meiner niedersächsischen Gesamtschule war das schon vor über 20 Jahren der Fall. Noten gab es ab der achten oder neunten Klasse wieder, somit gab es keine bösem Überraschungen beim Abschlusszeugnis. Als Schüler war das sehr entspannt, auch im Nachhinein kann ich daran keine Nachteile sehen. Bei uns gab es für jedes Fach eine eigene Seite. Das war natürlich ein erheblicher Mehraufwand für die Lehrer, und einige hatten ihre eigenen Floskeln, die dann jedes Jahr wieder unterm Zeugnis standen.