Ein Schüler rennt mit Schultasche über den Pausenhof.

Seit Montag herrscht an Hessens Schulen wieder etwas mehr Normalität. Gleichzeitig breitet sich die britische Virusmutation immer mehr aus. Wie passt das zusammmen? Die Stadt Offenbach hat deswegen nun die Quarantäne-Regeln deutlich verschärft.

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hessenschau vom 22.02.2021
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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Klassen 1 bis 6 wieder im Wechselunterricht

Eine Maske hängt an einem Tisch im Klassenzimmer
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Für die hessischen Schüler der Klassen eins bis sechs geht nach dem langen Corona-Lockdown wieder der Alltag in der Schule los. Zum Start an diesem Montag konnten jedoch nicht alle Kinder gleich wieder im Klassenzimmer sitzen. Durch das Modell des Wechselunterrichts werden die Schulklassen aufgeteilt: Eine Hälfte wird in der Schule unterrichtet, die andere Hälfte lernt zu Hause. Die Gruppen können tage- oder wochenweise tauschen, das entscheiden die Schulen in Eigenregie. Mit dem Konzept sollen die Kontakte reduziert und Corona-Abstände besser eingehalten werden.

Doch was passiert, wenn ein Schüler oder ein Lehrer positiv getestet wird? Besonders vor dem Hintergrund, dass sich die britische Virusmutation in Hessen immer mehr verbreitet, sind auch hier neue Konzepte nötig. Die Stadt Offenbach hat die eigenen Quarantäne-Regelung deshalb bereits verschärft, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Bei Mutation: Quarantänepflicht für alle Betroffenen

Konkret heißt es dabei, dass, sobald ein positiver Test in einer Schule oder auch einer Kita vorliegt, die gesamte Unterrichts- oder Betreuungsgruppe des Kindes vorübergehend unter Quarantäne gestellt wird. Auch die Betreuer müssen sich in Isolation begeben. Bei den Lehrkräften wird die Quarantäne im Einzelfall verordnet - abhängig von den Kontakten.

Das Besondere an dieser Maßnahme ist: Zuvor mussten nur direkte Kontakte des positiv Getesteten ebenfalls in Quarantäne. Hintergrund ist die Sorge vor der Virusmutation aus Großbritannien. Ergibt ein Test im Anschluss, das die infizierte Person eben diese Mutation aufweist, wird aus der vorsorglichen Isolation eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle betroffenen Schüler, Erzieher und Lehrer sowie dann auch für die im Haushalt lebenden Angehörige, wie es in der Mitteilung heißt. Das kann in manchen Fällen gleich mehrere Dutzend Menschen betreffen.

Strategie bis mindestens zu den Osterferien

Wird hingegen keine Mutation erkannt, kann die Isolation für die Kontaktpersonen beendet werden. Dann bleiben nur die direkten Kontakte in Quarantäne und werden, wie sonst üblich, nach fünf bis sieben Tagen getestet. Die Stadt will die neue Strategie bis mindestens zu den Osterferien aufrecht halten.

Auf hr-Nachfrage betonte ein Stadtsprecher am Montag, dass man in diesem Zeitraum weiter schauen will, wie sich die Pandemie-Lage in der Stadt entwickelt - auch im Bezug auf die Virusmutation. "Wir wissen, dass sich natürlich alle Kommunen und Landkreise darüber Gedanken machen, wie sie an solchen Einrichtungen mit Tests und Quarantäne vorgehen", sagte der Sprecher. In Offenbach herrscht in dieser nicht ganz leichten Fragen schon jetzt Klarheit.

Schwenke: Mutation breitet sich in Offenbach aus

"Aufgrund der jetzt überlieferten Ergebnisse aus den Labors, müssen wir davon ausgehen, dass die britische Variante in Offenbach angekommen ist und sich bereits ausbreitet", begründete Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) die Verschärfung der Maßnahmen.

Zumindest würden sich die Möglichkeiten verbessern, diese Mutation nachzuweisen, so Schwenke weiter. Dennoch " laufen wir in Deutschland der Mutation noch ein wenig hinterher und können daher aktuell auch nicht gesichert mitteilen, wie stark die britische Variante schon heute in Offenbach vertreten ist".

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 22.02.2021, 19.30 Uhr