Kind meldet sich

Woran man merkt, dass es Sommer wird? Wenn in Frankfurt die Vergabe von Plätzen an weiterführende Schulen zu Enttäuschung in hunderten Familien führt. Die Stadt registriert aber einen Trend zum Besseren.

In den vergangen Jahren hat es vor allem an den Frankfurter Gymnasien zu wenig Plätze gegeben. Hunderte Kinder wurden dann Schulen zugewiesen, die weder ihr Erst- noch ihr Zweitwunsch waren - lange Gesichter und lange Schulwege inklusive. Im Schuljahr 2020/21 nun sei "der Lenkungsbedarf in Frankfurt deutlich zurückgegangen", teilte das Schulamt am Freitag mit.

"Mussten im letzten Jahr noch circa 530 Kinder, deren Wünsche nicht erfüllt werden konnten, umgelenkt werden, so sind es in diesem Jahr nur noch circa 400 Kinder." Also immer noch 400 Kinder, deren Schulwunsch nicht erfüllt wurde und deren Eltern nun möglicherweise nach Wegen suchen, doch noch den Familienwillen durchzusetzen.

Die meisten Plätze wurden per Losverfahren vergeben

Über Top oder Flop in punkto Schulplatz entschieden dieses Mal starre gesetzliche Kriterien, geregelt in §70 Hessisches Schulgesetz. Demnach können Schulen nur noch Schüler bevorzugt aufnehmen, die als Härtefall gelten, die eine bestimmte erste Fremdsprache oder den Besuch einer Schule mit einem vom Kultusministerium zertifizierten Schwerpunkt wünschen.

Als solche Schwerpunkte gelten ausschließlich Musik und Sport. Als Härtefall gelten Geschwisterkinder oder etwa Kinder, die wegen einer Krankheit keinen langen Schulweg auf sich nehmen können.

Die Kinder, die keines dieser Kriterien erfüllten, waren im Lostopf gelandet, wenn ihre Wunschschule überbucht war. Schuleigene Kriterien wie ein naturwissenschaftliches- oder ein geisteswissenschaftliches Profil wurden - anders als in den Jahren davor - nicht mehr berücksichtigt.

Lage an den Gymnasien etwas entspannter

Die meisten Absagen gab es an Integrierten Gesamtschulen. Etwa 80 Prozent wurde ihr Erstwunsch erfüllt, acht Prozent der Zweitwunsch. An den Gymnasien habe sich die Lage entspannt, teilte das Schulamt mit.

Das liege daran, dass die noch im Aufbau befindlichen neuen Gymnasien inzwischen mehr nachgefragt würden. 89 Prozent der Kinder dürfen nun also an das erstgewählte Gymnasium, fünf Prozent wurde der Zweitwunsch erfüllt. Insgesamt kommen im Sommer etwa 5.850 Kinder in Frankfurt in die 5. Klasse.

Sendung: hr-iNFO, 05.06.2020, 13 Uhr