Schule in Langen am Montagmorgen

Mit großen Fragezeichen geht die Schule nach den Sommerferien wieder los. Trotz steigender Infektionszahlen gibt es keine landesweite Maskenpflicht in den Klassenräumen. Erste Schulen führen diese nun ein.

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Nach den Sommerferien beginnt für knapp 705.000 hessische Schülerinnen und Schüler am Montag der Unterricht wieder - angesichts der Corona-Pandemie unter ganz besonderen Bedingungen. Am Dienstag kommen dann 55.600 Erstklässler dazu.

Das Land bleibt trotz steigender Infektionszahlen vorerst bei seiner Linie, für die Klassenzimmer keine Maskenpflicht anzuordnen. Allerdings können die Schulen selbst darüber entscheiden. Die ersten Schulen - etwa das Gymnasium Elisabethschule in Marburg oder die Kopernikus-Gesamtschule in Freigericht (Main-Kinzig) - kündigten bereits an, eine Maskenpflicht auch im Unterricht durchzusetzen.

Der derzeit stark vom Coronavirus betroffene Kreis Groß-Gerau beschloss am Montag eine flächendeckende Maskenpflicht im Unterricht. Sie gilt zunächst bis Ende August im nördlichen Teil des Kreises, also in Rüsselsheim, Raunheim, Kelsterbach, Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg. Außerdem darf an Schulen in den fünf Kommunen im selben Zeitraum kein praktischer Sportunterricht stattfinden. Für alle übrigen Schulen im Kreisgebiet werde das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch im Unterricht dringend empfohlen, teilte der Landkreis mit.

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Regeln zum Schulstart

Masken, Schnupfen, Abstand: Diese Regeln gelten in Hessens Schulen.

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Für alle Landkreise und Städte gilt, dass auf dem Schulgelände bis zum Betreten des Klassenraums ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.

Die 1,5-Meter-Abstandsregel gilt zwischen Lehrern, Schülern und Betreuern innerhalb des Klassenverbandes im Unterricht nicht mehr. Der Mindestabstand soll jedoch beispielsweise bei Konferenzen oder Schulveranstaltungen nach wie vor eingehalten werden.

Rund jeder 20. Lehrer und Schüler wird fehlen

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) rechnet damit, dass bis zu sechs Prozent der Lehrer mit Verweis auf ihr besonderes Corona-Risiko für den Unterricht in der Schule ausfallen. Diese Prognose fuße auf den Erfahrungen in anderen Bundesländern. Bei den Schülern geht Lorz von einer Quote von unter fünf Prozent von Kindern und Jugendlichen aus, die zu einer Corona-Risikogruppe zählen und daher per Attest vom Unterricht in der Schule freigestellt werden.

Sie sollen nach Möglichkeit digital ins Klassenzimmer zugeschaltet werden. Bei Bedarf bekommen sie leihweise einen Computer. Dafür stellt Hessen gemeinsam mit dem Bund insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem wird die digitale Lehr- und Lernplattform "Schulportal Hessen" weiter ausgebaut, wie Lorz ankündigte.

17.000 Liter Desinfektionsmittel für Hessens Schulen

Im Vorfeld hatte es große Kritik an den Plänen der Landesregierung zur Wiedereröffnung der Schulen mit großen Klassen und ohne Mindestabstand gegeben. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, es sei bei über 2.000 Schulen gleichzeitig "weltfremd zu glauben, dass nicht irgendwo jemand infiziert ist". Gleichwohl nehme das Land den Bildungsanspruch sehr ernst.

Für den Schulstart seien den Schulen unter anderem eine Million Mund-Nase-Schutzmasken, eine Million FFP2-Masken und 17.000 Liter Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt worden, berichtete das Kultusministerium.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 17.08.2020, 19.30 Uhr