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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Immer weniger Bürgertests

Eine Arzthelferin nimmt in einer Arztpraxis einen Abstrich für einen PCR-Corona-Test.

Die Infektionszahlen sind niedrig, immer mehr Hessen sind geimpft und die Corona-Regeln sind gelockert - da geht vieles auch ganz ohne Test. Das spüren die Betreiber von Testzentren: Die ersten machen schon dicht.

Lange Schlangen vor der Apotheke wie im Frühjahr, solche Bilder sind inzwischen selten geworden. Denn immer weniger Hessen nutzen den kostenlosen Bürgertest: "Viele Apotheken berichten uns, dass die Nachfrage zurückgegangen ist. Damit fragen sich sicher viele, ob sie den Aufwand weiter betreiben wollen", sagt Katja Förster vom Hessischen Apothekerverband mit Sitz in Offenbach.

Apotheken: Testen rentiert sich nicht mehr

Die Zahl der Testmöglichkeiten in Hessen könnte also sinken. Dem Sozialministerium liegen nach eigenen Angaben schon einzelne Meldungen über Schließungen vor. Und auch die Apothekerkammer geht davon aus, dass das Angebot abnehmen wird. Gründe dafür gibt es gleich mehrere.

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Wo in Hessen getestet wird

1.250 Bürgerteststellen sind in Hessen verzeichnet. Zu finden sind sie auf der Seite www.corona-test-hessen.de . Neben Apotheken gehören private Firmen und staatliche Institutionen zu den wichtigsten Teststellen-Betreibern.

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Immer mehr Hessen sind geimpft, und wer geimpft ist, für die oder den sind keine Tests mehr vorgeschrieben. Außerdem ermöglichen die gelockerten Corona-Regeln viele Freizeitaktivitäten - auch ohne Test.

Gleichzeitig finden viele Apotheken das Testen inzwischen unrentabel, teilt die Apothekerkammer mit: "Inzwischen gibt es weniger Geld, und das ist sicher für viele nicht rentabel. Ursprünglich bekamen die Apotheken wie alle anderen Anbieter bis zu 18 Euro pro vorgenommenem Antigentest, nun zahlt der Bund nur noch bis zu 12,50 Euro." Für sie gibt es eine neue, rentablere Aufgabe: das Ausstellen von digitalen Impfnachweisen. 18 Euro bekommen die Apotheken vom Bund für die Registrierung der Erstimpfung, sechs Euro nochmals für die zweite.

ASB will weiter testen

Andere Betreiber wollen ihr Test-Angebot aufrechterhalten - obwohl es sich kaum rentiert. Der Arbeiter-Samariter-Bund betreibt mehrere Teststellen in Frankfurt und hat dafür extra eigene Räume bezogen. Verwaltung, Hygienepläne und die eigens eingerichtete Hotline kosten Geld und dennoch: "Wir haben als Hilfsorganisation auch einen sozialen Auftrag", sagt ASB-Bereichsleiter Christian Albrecht.

Auch der private Test-Anbieter CoviMedical aus Dillenburg will weitermachen. Er hat nach eigenen Angaben 1.500 Beschäftigte, die fast alle aus der von der Pandemie besonders hart getroffenen Veranstaltungsbranche kommen. Man sei überzeugt, dass auch in den nächsten Monaten noch flächendeckende Tests gebraucht werden, teilt das Unternehmen mit - etwa um die Sicherheit bei Veranstaltungen oder Reisen zu gewährleisten.

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