Wie hoch ist die Inzidenz in meinem Kreis? Welche Regeln der Bundesnotbremse greifen dort? Hier finden Sie die Informationen für Ihren Kreis in der Übersicht.

Seit dem 24. April gilt auch in Hessen die sogenannte Bundesnotbremse. Die Regelungen betreffen Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kitas, Geschäfte und die Freizeit. Wichtig ist dabei die Sieben-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Institus (RKI) für die jeweiligen Kreise und kreisfreien Städte.

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Was gilt wann?

Inzidenz über 100: Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen

Ausgangsbeschränkungen:

In fast allen Kreisen und kreisfreien Städten in Hessen gibt es momentan nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Sie gelten dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 100 beträgt. Die Ausgangsbeschränkungen tritt dann automatisch am übernächsten Tag in Kraft.

Zwischen 22 und 5 Uhr darf man nur noch in Ausnahmefällen nach draußen gehen. Von 22 bis 24 Uhr darf das Haus noch zur "im Freien stattfindenden allein ausgeübten körperlichen Bewegung" verlassen werden. Spazieren oder Joggen sind dann noch erlaubt, allerdings nicht mit mehreren Personen - auch nicht aus dem eigenen Haushalt.

Die nächtliche Ausgangsbeschränkung in 100er-Inzidenz-Hotspots betrifft auch Autofahrten: Fahrer und Fahrerinnen dürfen zum Zweck einer touristischen Reise nicht in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr auf den Straßen unterwegs sein. Das betrifft auch Fahrten von A nach B, sofern mindestens einer dieser Orte eine 7-Tage-Inzidenz von 100 oder höher hat, wie der ADAC mitteilt. Autofahrer sollten in diesem Fall ihre Reise umplanen.

Nach 24 Uhr gilt: Nur mit triftigem Grund dürfen sich Menschen außerhalb ihrer Wohnung aufhalten. Dazu zählen weiterhin Gassigehen mit dem Hund, der Weg von und zur Arbeit, medizinische Notfälle oder die Betreuung minderjähriger oder bedürftiger Menschen. In einzelnen Kreisen kann die Ausgangssperre auch schon früher beginnen, wenn die Behörden vor Ort das so entschieden haben.

Kontaktbeschränkungen:

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis an drei Tagen in Folge über 100, werden private Treffen im öffentlichen und privaten Raum ab dem übernächsten Tag wieder auf einen Haushalt plus eine weitere Person sowie ihre maximal 14 Jahre alten Kinder beschränkt.

In Hessen waren bisher Treffen mit maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten erlaubt, Kinder bis 14 Jahre wurden dabei nicht mitgezählt. Diese Regelung gilt weiter in Kreisen, deren Inzidenz in den vergangenen drei Tagen nicht über 100 lag.

Freizeiteinrichtungen:

Maßgeblich bei den Freizeiteinrichtungen ist ebenfalls eine Inzidenz von über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Zoos und botanische Gärten dürfen ihre Außenbereiche dann zwar weiterhin öffnen. Die Besucherinnen und Besucher müssen aber einen negativen Schnelltest vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Alle anderen Einrichtungen müssen wieder schließen. Dazu zählen zum Beispiel Museen, Schlösser und Gedenkstätten. Theater, Kinos und Clubs bleiben ebenso geschlossen wie Freizeitparks, Schwimmbäder, Saunen und Bordelle.

Inzidenz über 150: Click and Collect

In Kreisen oder kreisfreien Städten, die seit drei aufeinander folgenden Tagen über einer Inzidenz von 150 liegen, müssen die Geschäfte in Hessen ab dem übernächsten Tag wieder schließen. Sie dürfen dann nur noch vorbestellte Waren ausgeben ("Click and Collect"). Bei einer niedrigeren Inzidenz ist das Einkaufen mit Termin ("Click and Meet") erlaubt, dafür braucht man einen maximal 24 Stunden alten negativen Corona-Test. Alle Geschäfte des täglichen Bedarfs dürfen unabhängig von der Inzidenz weiterhin öffnen.

Inzidenz über 165: Schul- und Kitaschließungen

In Kreisen oder kreisfreien Städten, die seit drei Tagen infolge über einer Inzidenz von 165 liegen, müssen die Schulen ab dem übernächsten Tag geschlossen bleiben. Bei einer Inzidenz zwischen 100 und 165 dürfen alle Jahrgänge in den Wechselunterricht gehen, also auch Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse. Das gilt aber erst ab dem 6. Mai, damit sich die Schulen darauf vorbereiten können.

Kitas sind ebenso wie die Schulen ab einer Inzidenz von 165 an drei Tagen nacheinander zu schließen. Es darf nur noch eine Notbetreuung angeboten werden. Für Abschlussklassen und Förderschulen gelten Ausnahmen: Sie dürfen auch ab einer Inzidenz von 165 in die Schule kommen - allerdings werden auch sie künftig generell im Wechsel unterrichtet.

Sinkt in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen wieder unter den Schwellenwert, werden die Maßnahmen ab dem übernächsten Tag wieder außer Kraft gesetzt. Wichtig: Unter die Definition "Werktage" fallen hier auch Samstage. Lediglich Sonn- und Feiertage seien beim Zählen der Inzidenzen ausgenommen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums.