Wie hoch ist die Inzidenz in meinem Kreis? Welche Regeln der Bundesnotbremse oder des Stufenplans greifen dort? Hier finden Sie die Informationen für Ihren Kreis in der Übersicht.

Seit dem 24. April gilt auch in Hessen die sogenannte Bundesnotbremse. Die Regelungen betreffen Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kitas, Geschäfte und die Freizeit. Wichtig ist dabei die Sieben-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Institus (RKI) für die jeweiligen Kreise und kreisfreien Städte. Neben der Bundesnotbremse gilt in Hessen seit dem 17. Mai ein Stufenplan für Kreise, die an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter der 100er-Inzidenz-Marke liegen.

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Was gilt wann?

Inzidenz unter 100: Stufe 1

Wenn ein Kreis fünf Werktage in Folge eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 aufweist, fällt er aus der Bundesnotbremse. Dann befindet er sich am übernächsten Tag in der ersten Stufe des hessischen Stufenplans. Das heißt: Es dürfen sich wieder zwei Haushalte plus Geimpfte und Genesene treffen. Die Ausgangsbeschränkungen in der Nacht werden aufgehoben.

Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 und die Abschlussklassen dürfen am Präsenzunterricht teilnehmen. Für alle anderen gilt der Wechselunterricht. Darüber hinaus können unter anderem Fitnessstudios mit Termin, die Außengastronomie mit Tests sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen draußen öffnen. Auch Übernachtungen in Hotels und Ferienhäusern sind wieder unter Auflagen möglich.

Inzidenz unter 50: Stufe 2

Um in die zweite Stufe zu gelangen, müssen die hessischen Kreise oder kreisfreien Städte nach Inkrafttreten von Stufe 1 weitere 14 Tage eine Inzidenz unter 100 vorweisen oder fünf Tage in Folge unter 50 liegen; dabei werden auch Sonn- und Feiertage mitgezählt. Wenn dies der Fall ist, tritt die Stufe 2 bereits am nächsten Tag in Kraft. Treffen dürfen sich dann zwei Hausstände oder zehn Personen über 14 Jahren plus Geimpfte, Genesene und Kinder.

Zusätzlich ist der Präsenzunterricht in Schulen für alle Klassen möglich. Neben der Außengastronomie dürfen auch die Innenräume geöffnet werden. Schwimmbäder können öffnen, genauso wie Innenräume von Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Inzidenz über 100: Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen

Ausgangsbeschränkungen:

In Kreisen und kreisfreien Städten in Hessen gibt es bei einer Inzidenz über 100 nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Sie gelten dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 100 beträgt. Die Ausgangsbeschränkungen tritt dann automatisch am übernächsten Tag in Kraft.

Zwischen 22 und 5 Uhr darf man nur noch in Ausnahmefällen nach draußen gehen. Von 22 bis 24 Uhr darf das Haus noch zur "im Freien stattfindenden allein ausgeübten körperlichen Bewegung" verlassen werden. Spazieren oder Joggen sind dann noch erlaubt, allerdings nicht mit mehreren Personen - auch nicht aus dem eigenen Haushalt.

Die nächtliche Ausgangsbeschränkung in 100er-Inzidenz-Hotspots betrifft auch Autofahrten: Fahrer und Fahrerinnen dürfen zum Zweck einer touristischen Reise nicht in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr auf den Straßen unterwegs sein. Das betrifft auch Fahrten von A nach B, sofern mindestens einer dieser Orte eine 7-Tage-Inzidenz von 100 oder höher hat, wie der ADAC mitteilt. Autofahrer sollten in diesem Fall ihre Reise umplanen.

Nach 24 Uhr gilt: Nur mit triftigem Grund dürfen sich Menschen außerhalb ihrer Wohnung aufhalten. Dazu zählen weiterhin Gassigehen mit dem Hund, der Weg von und zur Arbeit, medizinische Notfälle oder die Betreuung minderjähriger oder bedürftiger Menschen. In einzelnen Kreisen kann die Ausgangssperre auch schon früher beginnen, wenn die Behörden vor Ort das so entschieden haben.

Kontaktbeschränkungen:

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis an drei Tagen in Folge über 100, werden private Treffen im öffentlichen und privaten Raum ab dem übernächsten Tag wieder auf einen Haushalt plus eine weitere Person sowie ihre maximal 14 Jahre alten Kinder beschränkt.

In Hessen waren bisher Treffen mit maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten erlaubt, Kinder bis 14 Jahre wurden dabei nicht mitgezählt. Diese Regelung gilt weiter in Kreisen, deren Inzidenz in den vergangenen drei Tagen nicht über 100 lag.

Freizeiteinrichtungen:

Maßgeblich bei den Freizeiteinrichtungen ist ebenfalls eine Inzidenz von über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Zoos und botanische Gärten dürfen ihre Außenbereiche dann zwar weiterhin öffnen. Die Besucherinnen und Besucher müssen aber einen negativen Schnelltest vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Alle anderen Einrichtungen müssen wieder schließen. Dazu zählen zum Beispiel Museen, Schlösser und Gedenkstätten. Theater, Kinos und Clubs bleiben ebenso geschlossen wie Freizeitparks, Schwimmbäder, Saunen und Bordelle.

Sinkt in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen wieder unter den Schwellenwert, werden die Maßnahmen ab dem übernächsten Tag wieder außer Kraft gesetzt. Wichtig: Unter die Definition "Werktage" fallen hier auch Samstage. Lediglich Sonn- und Feiertage seien beim Zählen der Inzidenzen ausgenommen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums.