Wir haben hessenschau.de-Nutzer gefragt, wie sie Weihnachten verbringen.

Dieses Mal ist an Weihnachten alles anders als sonst. Wir haben unsere Nutzerinnen und Nutzer deshalb gefragt, wie sie die Festtage in Zeiten von Corona verbringen.

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zum Video So haben die Hessen Weihnachten erlebt

hessenschau vom 26.12.2020
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Die Entscheidung, wie man dieses Jahr Weihnachten feiert, fällt vielen nicht leicht. Alleine, im kleinen Kreis oder vielleicht gar nicht? Bei Instagram und Facebook haben wir unsere Nutzerinnen und Nutzer deshalb gebeten, uns zu erzählen, wie sie die Weihnachtstage verbringen. Mehrere hundert Menschen sind unserem Aufruf gefolgt. Wir haben mit einigen von ihnen ausführlicher darüber gesprochen, wie genau ihr Fest während der Corona-Pandemie aussieht.

Sophie Willberg, 22 Jahre, Notfallsanitäterin

Sophie Willberg ist Notfallsanitäterin

In den vergangenen Jahren hat Sophie Willberg Weihnachten zuhause mit ihrer Familie gefeiert. Dieses Jahr sieht das anders aus. Die 22-Jährige verbringt Heiligabend und die beiden Weihnachtstage auf der Rettungswache in Kelsterbach (Groß-Gerau). Die Notfallsanitäterin ermöglicht ihren Kollegen mit Kindern gerne ein Weihnachtsfest zuhause. "Es gibt viele Familien, die gerade wegen Corona zurückstecken mussten", sagt sie.

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„Weihnachten findet dieses Jahr auf der Rettungswache statt.“
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Aber auch auf der Wache könne man sich schöne Tage machen. Dieses Jahr hat die Notfallsanitäterin zusammen mit ihren Kollegen einen Weihnachtsbaum geschmückt und Lichterketten aufgehängt. "Und wenn es die Einsatzlage zulässt, kochen und essen wir zusammen", sagt die 22-Jährige. Wenn es nach ihr geht, wird sie Weihnachten nächstes Jahr ebenfalls auf der Rettungswache verbringen.

Oliver Hess, 54 Jahre, Selbstständiger

Oliver Hess steht neben einem Weihnachtsmann

Bei Oliver Hess aus Obertshausen (Offenbach) wird das Weihnachtsessen dieses Mal etwas anders aussehen. Statt eines ausgiebigen Familienfestes gibt es ein Vier-Gänge-Menü "zum selber finishen". Zubereitet wird das von einem Sternelokal aus Limburg. Jeder Haushalt der Familie bekommt das vorgefertigte Essen geliefert und stellt es dann selbst zuhause fertig.

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„Wir kochen virtuell gemeinsam.“
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"Das heißt, wir sitzen an einem virtuellen Tisch und kochen gemeinsam", sagt der 54-Jährige. In der Küche und am Esstisch stellt Oliver Hess jeweils ein Tablet auf. So könne man dennoch zusammen ein schönes Essen genießen. Und den passenden Wein gebe es auch. "Es muss trotz allem Freude machen", sagt er.

Justyna Kaluzna, 34 Jahre, Krankenschwester

Justyna Kaluzna bei ihrer Arbeit als Krankenschwester

Justyna Kaluzna arbeitet als Krankenschwester in der Notaufnahme. "Das ist aktuell anstrengend und kräftezehrend", sagt die Frankfurterin. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Corona zu infizieren, ist ihr zu hoch. Deshalb feiert sie dieses Jahr lieber alleine Weihnachten. Sonst verbringt die 34-Jährige die Weihnachtstage bei ihrer großen Familie in Polen. "Wenn jemand wegen mir stirbt, dann könnte ich mir das nicht verzeihen", sagt sie.

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„Zum Schutz meiner Familie verbringe ich Weihnachten alleine.“
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Eigentlich habe sie sich immer gegen Weihnachtsschmuck gewehrt. Dieses Jahr soll sich das ändern. Justyna Kaluzna möchte ausnahmsweise einen Weihnachtsbaum und weihnachtliche Deko aufstellen. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt: "Ich bekoche mich selbst mit polnischen Gerichten."

Simon Braun, 43 Jahre, Einsatzbearbeiter

Simon Braun mit einem Glas Wein auf der Couch

Normalerweise fährt Simon Braun aus Niedernhausen (Rheingau-Taunus) in der Weihnachtszeit zu seiner Familie nach Nordrhein-Westfalen. Das fällt dieses Jahr aus. "Mein Vater und ich treffen uns online bei einem Glas Rotwein", sagt der 43-Jährige. So habe man wenigstens eine Stunde gemeinsame Zeit, um sich auszutauschen.

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„Wir treffen uns bei einem Glühwein auf der Terrasse.“
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Durch Corona gebe es ganz neue Möglichkeiten, Weihnachten zu feiern. Den 1. Weihnachtstag verbringt Simon Braun mit der Familie seiner Freundin - "auf der Terrasse bei einem Glas Glühwein". Zu viert oder sechst seien sie dann. Dick eingepackt und mit Abstand könne man so zumindest etwas Glühwein trinken oder eine Suppe essen.

Tanja Kiesow, 19 Jahre, Studentin

Tanja Kiesow feiert Weihnachten mit ihrem Freund

Dieses Jahr feiert Tanja Kiesow aus Wiesbaden das erste Mal mit ihrem Freund alleine Weihnachten. Sonst verbringt das Paar die Tage gemeinsam bei seinen Familien. "Ich finde es ganz schön, mal im ganz kleinen Kreis zu feiern", sagt die 19-Jährige.

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„Wir packen die Geschenke per Videokonferenz aus.“
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Dieses Jahr haben sich die Familien etwas Besonderes überlegt: Sie schicken sich ihre Geschenke gegenseitig mit der Post. "An Heiligabend packen wir sie dann alle zusammen aus." Per Videokonferenz wollen sich die Familien treffen und die Bescherung somit virtuell abhalten. "So hat man zumindest die Möglichkeit, die Gesichter zu sehen", sagt die Studentin.

Tatjana Kaiser, 52 Jahre, Hausfrau

Tatjana Kaiser ist dieses Jahr nicht nach Feiern zumute.

In diesem Jahr möchte Tatjana Kaiser aus Hatzfeld (Waldeck-Frankenberg) Weihnachten nicht wirklich zelebrieren. Heiligabend und den 1. Weihnachtstag verbringt sie gemeinsam mit ihrem Mann zu Hause. Geschenke gibt es keine. "Ich wollte nicht shoppen gehen", sagt sie. Stattdessen hat die 52-Jährige jede Menge Süßigkeiten und Wein für ihren Postboten und die Post vor Ort besorgt. "Die leisten in diesem Jahr Unglaubliches", sagt sie.

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„Bei den Zahlen ist mir nicht nach Feiern zumute.“
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Am 2. Weihnachtstag feiert die Mutter dreier Kinder mit einer ihrer Töchter und deren Freund - "mit Kartoffelsalat und Würstchen". Nach mehr sei ihr in diesem Jahr nicht. Sie hofft, dass nächstes Jahr alles besser wird. "Dann lassen wir es richtig krachen."

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Audioseite Wie feiern die Hessen Weihnachten?

So unterschiedlich feiern die Hessen Weihnachten
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Sendung: hr4, 22.12.2020, 16.47 Uhr