Ein Kind spielt auf dem Spielplatz

Nach vier Monaten Corona-Pause dürfen alle Kinder in die Kitas zurück. Einschränkungen gibt es im neuen Regelbetrieb weiterhin. Kritik kommt von der Gewerkschaft Verdi.

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hessenschau kompakt von 16:45 Uhr vom 06.07.2020
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Rückkehr zur neuen Normalität heißt es seit diesem Montag in den hessischen Kitas: Nach knapp vier Monaten Pause dürfen alle Kita-Kinder in ihre Einrichtungen zurück. Aus dem eingeschränkten Regelbetrieb soll ein tatsächlicher Regelbetrieb werden, die Notbetreuung entfällt.

Ebenfalls entfallen soll weiterhin der Fachkräfteschlüssel für die Kinderbetreuung: Gibt es an einer Kita krankheitsbedingte Ausfälle, können die Gruppen auch zusammengelegt werden. Außerdem dürfen Eltern die Kita-Räume wieder betreten.

Mindestabstand unter Erwachsenen

Und doch ist es ein Betrieb "unter Pandemiebedingungen", wie es beim Sozialministerium heißt. Deswegen hat das Land einen neuen Hygieneplan zusammengestellt. Demnach sollen die Eltern eine Maske tragen und sich am Eingang die Hände desinfizieren.

Erwachsene sollen weiterhin einen Abstand von 1,5 Metern einhalten, bei Kindern solle das zumindest beim Essen versucht werden. Es soll so wenige Körperkontakte wie möglich geben.

Aktivitäten nach draußen verlegen

Bei Krankheitszeichen sollen Kinder wie auch Beschäftigte zu Hause bleiben, bei Kontakt mit Corona-Infizierten gelte die übliche 14-tägige Quarantäne. Treten in der Kita Anzeichen einer Covid-19-Erkrankung auf, soll das betreffende Kind umgehend in einem separaten Raum betreut werden, bis es die Eltern abholen. Kind und Betreuerin sollen dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen, schreibt das Sozialministerium.

Ansonsten gelte es, auf Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen zu achten, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten, viel zu lüften und viele Aktivitäten nach draußen zu verlegen. Für Kinder, die zur Risikogruppe gehören, sollen nicht näher definierte "geeignete Schutzmaßnahmen" abgeklärt werden. Die detaillierten Hygieneempfehlungen des Ministeriums (Stand 24. Juni) sind hier nachzulesen.

Gewerkschaft will Kita-Gipfel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Freude und Sorge vor der Kita-Öffnung

Kinder waschen sich in einer Kita die Hände
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Die Gewerkschaft Verdi kritisiert derweil die Umstände die Wiederaufnahme des Regelbetriebs. So seien 29 Prozent des Kita-Personals über 50 Jahre alt und zählten zur Corona-Risikogruppe. Auch deswegen müssten noch mehr Kinder als bisher von noch weniger Fachkräften betreut werden. Die Gewerkschaft bemängelt, dass Hilfskräfte ohne pädagogische Qualifikation als Ersatz für fehlende Fachkräfte eingesetzt werden dürften - was Betreuungsstandards weiter senken werde.

Schon jetzt fehlten landesweit knapp 9.700 Fachkräfte im Bereich der Kinderbetreuung. Viele der genannten Hygienevorgaben des Landes seien mit der Personaldecke nicht stemmbar. Kinder, Eltern und Pädagogen seien daher nicht gut genug geschützt. Die Gewerkschaft appelliert an die Landesregierung, einen Kita-Gipfel einzuberufen, um die drängenden Fragen schnell zu lösen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 06.07.2020, 16.45 Uhr