Junge steht vor einem abgesperrten Spielplatz

Endlich wieder auf den Spielplatz! Oder zum Friseur! Seit Montag bekommen die coronageplagten Hessen wieder ein kleines Stück Alltag zurück. Aber nicht überall werden erlaubte Lockerungen auch gleich Wirklichkeit.

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Die coronabedingten Beschränkungen wurden in Hessen zum Wochenstart weiter gelockert. So durften Friseure ebenso wieder öffnen wie Spielplätze, Museen und Zoos. Doch nicht jeder, der darf, will oder konnta auch gleich am Montag den Betrieb aufnehmen.

Viele Spielplätze wieder offen

Kinder und Eltern können ein Stück weit aufatmen: Auf vielen Spielplätzen durfte direkt von Montag an wieder gespielt und getobt werden – so etwa in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt. "Mit der Wiedereröffnung der Spielplätze gehen wir nun einen wichtigen Schritt zurück in Richtung Normalität für unsere Kinder", sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Am Sonntag hatte er mit Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) symbolisch die Absperrbänder am Spielplatz im Holzhausenpark entfernt. Insgesamt rund 430 Spielplätze, 100 Bolzplätze, 54 Spielwiesen und acht Waldspielparks stehen in Frankfurt wieder zur Verfügung.

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Kassel öffnet erst ab Dienstag

Auch in Darmstadt und Wiesbaden wurden die bisher geltenden Absperrungen und Verbotsschilder entfernt. "Es ist gut, dass die Spielplätze nun unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, dies entlastet die Eltern", betonte Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). Gespielt werden darf überall allerdings nur unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.

In Kassel müssen sich die Familien noch etwas gedulden. Erst am Dienstag öffnet die Stadt nach und nach wieder ihre Spielplätze. "Gerade auch um ein sicheres Spielen zu ermöglichen, sind vorbereitende Arbeiten unbedingt notwendig, so dass nicht alle Spielplätze auf einmal wieder geöffnet werden können", begründete Stadtbaurat Christof Nolda den verspäteten Neustart.

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Das sind die Regeln

Alle Einrichtungen, die seit Montag wieder öffnen dürfen, müssen sich an strenge Hygiene und Abstandsregeln halten. Die hessische Landesregierung hat die Bedingungen aufgelistet.

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Warten auf Zoos und botanische Gärten

Bei den Zoos verfolgen die Städte einen unterschiedlichen Zeitplan. Der Opel-Zoo in Kronberg hat seit Montag wieder geöffnet. Der Frankfurter Zoo will am Mittwoch ebenfalls wieder öffnen, Streichelzoo und Spielplatz bleiben aber vorerst geschlossen. Maximal 250 Besucher dürfen gleichzeitig im Zoo sein, insgesamt sind pro Tag höchstens 750 Gäste erlaubt. Tickets - derzeit für fünf Euro - sind nur online über die Internetseite des Zoos erhältlich.

Auch der Wildpark in Gersfeld (Fulda) und der Tierpark Herborn (Lahn-Dill) lassen seit Montag wieder Besucher durch ihre Pforten. Die "Alte Fasanerie" in Wiesbaden öffnet am Dienstag wieder, der Tierpark Sababurg in Hofgeismar (Kassel) am Mittwoch.

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Welche Geschäfte dürfen öffnen?

Dürfen Hundesalons öffnen? Kann ich ein Massagestudio besuchen? Wo kann ich meine Nägel pflegen? Viele blicken bei den Corona-Beschränkungen und Lockerungen nicht mehr durch. Das Wirtschaftsministerium hat einen detaillierten Überblick erstellt, welche Betriebe öffnen dürfen und welche nicht.

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Der Offenbacher Waldzoo soll bald wieder öffnen, ein Termin ist aber noch nicht bekannt. Den nennt dagegen das Darmstädter Vivarium: Der Zoo öffnet am Dienstag – allerdings bleiben die meisten Häuser vorerst noch geschlossen.

Wer sich schon auf einen Besuch im Frankfurter Palmengarten gefreut hat, wird sich auch noch ein paar Tage gedulden müssen. Der Palmengarten und der Botanische Garten öffnen erst am 11. Mai wieder teilweise für Besucher. Die Außenbereiche des Palmengartens sowie des Botanischen Gartens sind dann begehbar, die Schauhäuser wie Tropicarium, Palmenhaus und Eingangsschauhaus bleiben bis auf weiteres geschlossen. Auch der beliebte "Palmenexpress" wird nicht in Betrieb sein.

Kloster Eberbach öffnet, viele Museen noch nicht

An vielen Museen und Kultureinrichtungen werden Besucher zum Wochenstart noch vor verschlossenen Türen stehen. Frankfurt plant, die städtischen Museen und das Institut für Stadtgeschichte im Laufe der Woche wieder zu öffnen. Die Schirn Kunsthalle lässt am Mittwoch wieder Besucher durch ihre Pforten, das Städel Museum am 9. Mai.

Das Museum Angewandte Kunst und das Historische Museum sind bereits ab Dienstag wieder geöffnet. Der Schutz der Mitarbeiter und Besucher setze jedoch "umfangreiche Maßnahmen in allen Häusern" voraus, sagte Umweltdezernentin Heilig.

Darmstadt will Kultureinrichtungen wie Museen, Ausstellungen, Schlösser und Gedenkstätten erst am 12. Mai öffnen. Das Kloster Eberbach in Eltville (Rheingau-Taunus) öffnete bereits am Montag unter "maximaler Sicherheit", teilte die Kloster-Stiftung mit.

Viele Friseure schon ausgebucht, Kosmetikstudios wieder offen

Friseure durften seit Montag ihr Handwerk ebenfalls wieder aufnehmen - und viele Betriebe haben dies trotz traditionellen Ruhetags auch getan. Nach wochenlanger Zwangspause haben die Salons in Hessen bereits massenhaft Terminanfragen von Kunden vorliegen. Viele sind laut Landesinnungsverband auf Wochen ausgebucht.

Allerdings gelten strenge Gesundheitsauflagen. Kunden dürfen nicht in den Salons warten. Es gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln, die Haare dürfen nicht ungewaschen geschnitten werden.

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Auch Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios sowie Massagepraxen dürfen ihre Dienste wieder anbieten. Aber auch nicht uneingeschränkt, sondern immer unter Berücksichtigung der geltenden Hygienemaßnahmen.

Besuche in Alten- und Pflegeheimen wieder erlaubt

Am Montag wurde außerdem das Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen in Hessen gelockert. Ein Angehöriger darf nun einmal pro Woche einen Bewohner für eine Stunde besuchen.

"Gleichzeitig muss aber das Schutzniveau hochgehalten werden", hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vergangene Woche dazu gesagt. Daher sei das Tragen von Schutzkleidung wie einer OP-Maske und ein Mindestabstand Vorschrift. Jede Einrichtung müsse ein Schutzkonzept erarbeiten.

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Fahrschul-Unterricht in Kleingruppen

Hessens Fahrschulen dürfen seit Montag unter Auflagen für Kleingruppen wieder öffnen. Erlaubt ist nach Angaben des Verkehrsministeriums ein Einzel- oder Kleingruppenunterricht mit bis zu fünf Personen für den Auto- und Kraftradführerschein. Diese Regelung gelte für den Theorie- und Praxisunterricht. Für den Lkw- und Busführerschein werden für Theorie und Praxis Gruppengrößen von nicht mehr als 15 Personen zugelassen. Fahrschüler und Fahrlehrer müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und im Theorieunterricht die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten.

Landtag unter gelockerten Bedingungen

Der Landtag wird in dieser Woche erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise wieder mehrstündig tagen und sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen. Im Mittelpunkt der zweitägigen Plenarsitzung am Dienstag und Mittwoch steht die Regierungserklärung von Sozialminister Kai Klose (Grüne) zur aktuellen Lage während der Corona-Pandemie und zu den Maßnahmen der Landesregierung.

Die Abgeordneten und Regierungsmitglieder sollen mit Abstand im Plenarsaal sitzen oder während der Aussprachen teilweise anliegende Sitzungsräume nutzen und von dort den Reden zuhören.

Wieder Kontrollen in Bussen und Bahnen

Die Busse und Bahnen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) fahren seit Montag wieder in weitgehend normaler Taktung. Zudem sind wieder vermehrt Kontrolleure unterwegs. Sie sind mit Masken und Desinfektionsmittel ausgestattet und sollen Fahrscheine kontaktlos kontrollieren.

Erste Gottesdienste nach mehr als sieben Wochen

Bereits seit dem 1. Mai dürfen Religionsgemeinschaften wieder zu Veranstaltungen mit Publikum einladen. In Limburg und Bad Homburg haben beispielsweise am Sonntag die ersten Gottesdienste seit mehr als sieben Wochen stattgefunden. Rund 70 Gläubige haben im Limburger Dom gefeiert. Weihbischof Thomas Löhr bezeichnete dies als "Zeichen der Hoffnung" und einen "Schritt nach vorne". Alle Gläubigen mussten eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und einen Mindestabstand einhalten.

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Auch in der Erlöserkirche in Bad Homburg kamen rund 30 Menschen zum Gottesdienst - Platz bietet sie für 1.000 Gläubige. "Dadurch, dass man alle Gottesdienstteilnehmer mit Maske gesehen hat, war es wohl ernster als sonst", sagte Pfarrer Hans-Joachim Wach.

Wie geht es weiter?

Hessen will nach der geplanten Bund-Länder-Schalte an diesem Mittwoch entscheiden, wann und wie die schrittweise Öffnung weitergeht. Auf der Tagesordnung stehen vor allem Lockerungen für Kitas, Sportstätten, im Handel, in der Gastronomie und im Tourismus. Auch wie es mit den Schulen weitergeht, soll am Mittwoch besprochen werden.

Für Veranstalter, Gastronomen und den Tourismus hat Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) bereits weitere Hilfen in Aussicht gestellt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 04.05.2020, 16.45 Uhr