Vorplatz Zoo Frankfurt
Der Vorplatz des Frankfurter Zoos Bild © Archiv Zoo Frankfurt

Zu kleine Gehege, an vielen Stellen Renovierungsbedarf: Der Frankfurter Zoo ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll alles besser werden. Das Zauberwort lautet Vergesellschaftung.

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hs

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Es ist Mitte November. Da herrscht am Vormittag kein großer Andrang im Frankfurter Zoo. Aber leer ist es auch nicht. Der Zoo, der mitten in der Stadt liegt, ist eigentlich ein Besuchermagnet. Trotzdem liege dort manches im Argen, sagt ein älteres Ehepaar aus Frankfurt, das gerade bei den Flamingos vorbeischaut.

Nilpferd "Petra" im Betongehege im Frankfurter Zoo
Fernsehstar mit trister Wohnung: Nilpferd "Petra" in der Sendung "Giraffe, Erdmännchen & Co." Bild © hr

"Was ich so aus dem Stegreif sehe, ist das mit dem Nilpferd-Gehege", sagt der Mann. Da müsste man mal etwas Neues bauen, sagt er. Seine Frau weist auf das ihrer Meinung nach unzureichende kulinarische Angebot hin: Auf jeden Fall dürfe man nicht die Familien mit Kindern vergessen. "Die brauchen mal was zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen. Es muss nicht auf hohem Niveau sein - sondern erschwinglich", sagt sie.

Es müsste etwas passieren

Pinguinanlage Zoo Frankfurt
Bauarbeiten an der Pinguinanlage. Bild © picture-alliance/dpa

In den vergangenen Jahren hat sich durchaus etwas getan im Frankfurter Zoo. Die Menschenaffen haben eine neue, angemessene Heimat bekommen. Die große neue Anlage für die Humboldt-Pinguine wird bald fertig sein. Aber es gibt eben auch Ecken, da müsste dringend etwas passieren. Zum Beispiel im Giraffenhaus. Das hat schon bessere Tage gesehen.

Zeitgemäße Idee fehlt

An vielen Anlagen ist der Lack ab: Bislang fehlte an einer zeitgemäßen Idee. Die soll nun das Zooplanungsbüro "The Logical Zoo" aus Madrid liefern. Deren Fachleute sollen eine Konzeptstudie erarbeiten. "Ein Expertenteam wird sich in regelmäßigen Abständen treffen und brainstormen", erläuterte Zoo-Sprecherin Caroline Liefke am Mittwoch. Die Zoologische Gesellschaft ist mit im Boot. "Nach mehreren Workshops wird es dann hoffentlich im ersten Quartal 2019 die ersten Ergebnisse geben", sagte Liefke.

Zauberwort: Vergesellschaftung

Brillenbär-Baby im Frankfurter Zoo
Brillenbär-Baby im Frankfurter Zoo Bild © picture-alliance/dpa

Direktor Miguel Casares zeigt an der neuen und großzügigen Anlage für Brillenbären und Waldhunde, zwei Tierarten aus Südamerika, wohin die Reise gehen soll: "Das sieht gut aus. Das sind drei unterschiedliche Anlagen, auch wenn man die Grenzen nicht sieht." So kann sich Mama Bär ungestört um den Nachwuchs kümmern, während sich ihr Gefährte den Platz friedlich mit den Waldhunden teilt.

Das Zauberwort lautet: Vergesellschaftung. Mehrere Arten, die miteinander auskommen, sollen ein Außengelände gemeinsam bewohnen. Ein Zoo voller Freigehege also, die dem natürlichen Lebensraum der jeweiligen Tiere nachempfunden sind. Die Ideen der Zooplaner aus Madrid werden in einen Masterplan münden, der den Frankfurter Zoo zukunftsfähig machen soll.

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Ein Problem aber kann auch der beste Plan der Welt nicht lösen: Der Platz ist begrenzt. Das elf Hektar große Zoogelände ist längst von allen Seiten zugebaut.