Mann an Laptop trinkt Kaffee und hat Decke über dem Kopf

Für 260.000 Studierende beginnt in zwei Wochen wieder die Uni - wegen des Coronavirus aber ausschließlich digital. Wissenschaftsministerium und Hochschulen haben sich auf flexible Leitlinien für das Sommersemester geeinigt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessens Hochschulen starten digital ins Sommersemester

Der Hauptgebäude der Universität Gießen, von unten nach oben fotografiert
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Für die rund 260.000 Studierenden in Hessen gehen in zwei Wochen die Semesterferien zu Ende. Das Sommersemester beginnt wegen der Corona-Krise mit einigen Fragezeichen. Deswegen haben Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) und die Präsidenten der Hochschulen nun ein gemeinsames Schreiben an die Studierenden und Lehrenden verfasst, das hessenschau.de vorliegt.

Wie Ministerin Dorn mitteilte, einigten sich die Wissenschaftsministerien von Bund und Ländern am vergangenen Freitag auf ein einheitliches Vorgehen für die Gestaltung des kommenden Sommersemesters. Ziel sei es, "das Semester so flexibel zu gestalten, wie es angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nötig ist, dabei aber Nachteile für die Studierenden soweit wie irgend möglich zu vermeiden", heißt es in der Mitteilung.

Konkret bedeutet dies für die Studierenden:

  • Das Sommersemester geht am 20. April los - und zwar zunächst ausschließlich digital. Im Laufe des Semesters sollen aber voraussichtlich auch wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden. Das hängt von den weiteren behördlichen Anordnungen aufgrund der Corona-Pandemie ab.
  • Das Ende der Vorlesungszeit wird flexibel nach hinten verschoben. "Konkrete Daten wollen wir bald je nach individuellen Gegebenheiten miteinander entscheiden", heißt es in dem Schreiben. Wegen der Verschiebungen bei den Abiturprüfungen und im Sommersemester rechnet das Wissenschaftsministerium außerdem damit, dass sich der Vorlesungsbeginn im Wintersemester 2020/21 auf den 1. November verschiebt. Hierzu soll es eine bundesweit einheitliche Regelung geben.
  • Studierende, die keine oder nicht alle vorgesehenen Leistungen wegen der Folgen der Corona-Pandemie erbringen können, sollen grundsätzlich keine Nachteile erfahren. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Regelstudienzeiten. Zudem sollen flexible Regelungen beim BAföG, dem Kindergeld oder der Krankenversicherung gefunden werden.
  • Die digitalen Angebote der Bibliotheken sollen ausgebaut werden. Die Ausleihe vor Ort soll aber ebenfalls wieder möglich sein.
  • Einige der in den vergangenen Wochen ausgefallenen Prüfungen können laut Wissenschaftsministerium im Sommersemester nachgeholt werden. Es gebe nun mehr freie Räume in den Hochschulen, die "den nötigen physischen Abstand" bei den Prüfungen erlauben würden.
  • Auch der Forschungsbetrieb an den Hochschulen soll weitergehen.

"Uns ist bewusst, dass es derzeit noch viele offene Fragen gibt, die sich gegenwärtig nicht beantworten lassen", heißt es in dem gemeinsamen Schreiben von Ministerin Dorn und den Hochschulpräsidenten. Man stehe im Austausch mit den anderen Bundesländern und dem Bund und werde gemeinsam erarbeitete Lösungen so schnell wie möglich kommunizieren. Die genannten Leitlinien sollen "Klarheit schaffen, müssen aber gleichzeitig flexibel bleiben, um auf aktuelle Entwicklungen schnell eingehen zu können".

Sendung: hr-iNFO, 06.04.2020, 18 Uhr