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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Offenbach verschärft Corona-Maßnahmen

Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (links) und der Gesundheitsminister Kai Klose.

Offenbach reagiert mit strikten Maßnahmen auf die rasant steigenden Infektionszahlen. Treffen in der Öffentlichkeit und private Feiern werden wieder stark beschränkt. In der Gastronomie gilt außerdem eine Sperrstunde.

Vor einem Monat noch meldete Offenbach, man habe "die zweite Welle eingedämmt". Doch nun prescht schon die nächste heran: In Hessen steht die Stadt wieder an der Spitze der Kreise mit der höchsten Zahl an neuen Corona-Fällen bezogen auf die Einwohnerzahl. Nach eigenen Angaben hat Offenbach die nächste Warnstufe des Eskalationskonzepts - 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen - am Dienstagabend überschritten.

Darauf reagiert die Stadt mit der Verschärfung zahlreicher Maßnahmen. Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) erklärte am Mittwoch, man müsse die Infektionsketten unterbrechen, um Corona wieder einzudämmen. "Dafür müssen die Offenbacherinnen und Offenbacher wieder weniger Menschen treffen." Während der ersten Welle der Pandemie habe das Gesundheitsamt bei Corona-Fällen meist drei bis fünf Kontaktpersonen ermittelt - zuletzt seien es oft mehr als 80 gewesen.

Das gilt ab sofort in Offenbach

  • In der Öffentlichkeit dürfen sich maximal fünf Personen oder Menschen aus maximal zwei Haushalten treffen. Das gilt auch in der Gastronomie
  • Bei privaten Feiern in der Öffentlichkeit sind maximal 25 Teilnehmer erlaubt
  • An öffentlichen Veranstaltungen dürfen maximal 100 Menschen teilnehmen
  • Für die Gastronomie gilt eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr
  • Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen dürfen maximal dreimal pro Woche eine Stunde lang Besuch empfangen
  • Beim Hallensport sind Besucher verboten, mit Ausnahme von Erziehungsberechtigten bei Minderjährigen
  • Der Schulsport soll nach den Ferien nur kontaktlos laufen
  • Die Besucherzahl des Waldschwimmbades wird auf 100 Menschen begrenzt
  • Teilnehmer von Gottesdiensten müssen eine Alltagsmaske tragen
  • In außerschulischen Bildungseinrichtungen muss eine Maske getragen werden, es dürfen dort maximal 25 Menschen an Veranstaltungen teilnehmen

Wie lange die Maßnahmen gelten, ist noch unklar. Die Stadt verweist dabei auf das Sozialministerium, das Lockerungen nur vorsieht, wenn die auslösende Eskalationsstufe sieben Tage in Folge wieder unterschritten wurde.

Eventuell kommt auch auf die Grundschüler der Stadt eine Maskenpflicht zu, wie Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß ankündigte: "Die Maskenpflicht nach den Ferien für die weiterführenden Schulen in der ersten Woche wird abhängig von der Inzidenz am Ferienende eventuell doch auch auf die Grundschulen ausgeweitet werden müssen."

Eine neue Regelung vom Mittwoch könnte außerdem für die Offenbacher zum Problem werden: Für Reisende, die aus Risikogebieten innerhalb Deutschlands kommen, gilt künftig ein bundesweites Beherbungsverbot. Darauf haben sich die Bundesländer geeinigt, wie die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen einer Schaltkonferenz der Länder erfuhr.

Schwenke: Bürger müssen Lage ernst nehmen

"Es darf aber nie vergessen werden: eine Pandemie wird am Ende durch keine staatliche Maßnahme zu besiegen sein, wenn nicht die Bürgerinnen und Bürger die Lage ernst nehmen", betonte OB Schwenke. Das bedeute nicht, daheim zu bleiben und nichts zu tun. "Ernst nehmen bedeutet, deutlich weniger Menschen in Nähe und ohne Maske für lange Zeit in geschlossenen Räumen zu treffen."

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Unterschiedliche Inzidenz-Werte

Während Offenbach eine Sieben-Tage-Inzidenz von 56 angab, veröffentlichte das hessische Sozialministerium in Wiesbaden am Mittwoch den Wert 49. Damit wäre Offenbach knapp unter der entscheidenden Schwelle. Die Unterschiede zwischen den Angaben lassen sich auf verschiedene Zeitpunkte der Berechnung zurückführen.

Ende der weiteren Informationen

Die Auslöser für Infektionsketten seien - dort wo man sie kenne - vor allem private Feiern, erklärte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. Deshalb reduziere man dort die maximale Teilnehmerzahl. Diese Maßnahme hatte auch Frankfurt schon am Vortag verkündet, ebenso wie die Sperrstunde für die Gastronomie.

Laut der Stadt Offenbach haben aber auch die Infektionen, bei denen der ansteckende Patient nicht herausgefunden werden kann, einen neuen Höchstwert erreicht. So sei es auch in Frankfurt und im gesamten Rhein-Main-Gebiet. "Sie sind bis zu doppelt so hoch wie im August", heißt es in der Mitteilung. Das sei ein sehr deutliches Indiz dafür, dass das Virus in der Breite ankomme.

Sendung: hr-iNFO, 07.10.2020, 17.30 Uhr