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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Staatsanwaltschaft ermittelt gegen AWO Wiesbaden

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Die Vorwürfe gegen die Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt schwelen seit Wochen: Es geht um ungewöhnlich hohe Gehälter, Boni und Beraterhonorare.

"Es ist ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet worden", sagte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn am Dienstagmorgen. Auslöser für die Nachforschungen beim Wiesbadener AWO-Verband seien vorliegende Unterlagen und die Presse-Berichterstattung. Vorher hatte der "Wiesbadener Kurier" darüber berichtet.

Laut Kuhn besteht ein Anfangsverdacht, dass Geld des Vereins nicht satzungsgemäß verwendet wurde. Durch verschiedene Zahlungen oder geldwerte Leistungen an Angestellte der Arbeiterwohlfahrt könne auch die Gemeinnützigkeit des Vereins gefährdet sein.

Diese Zahlungen beziehen sich Kuhn zufolge unter anderem auf Geschäftsführergehälter, Beraterhonorare und Bonuszahlungen. Außerdem gehe es um die Nutzung von Dienstwagen und Tankkarten des Vereins.

Enge Verflechtung mit Frankfurter AWO

Der Wiesbadener Kreisverband steht schon länger in der Kritik - wegen ungewöhnlich hoher Gehälter einiger Mitarbeiter sowie einer engen personellen Verflechtung mit dem AWO-Verband in Frankfurt.

Auch dort ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche der AWO. Es geht um den Verdacht des Betruges und der Untreue mit Geldern der Stadt Frankfurt. Hinzu kommen Medienberichte über Luxus-Dienstwagen, teure Hotelübernachtungen und hohe Gehälter. Der langjährige Geschäftsführer Jürgen Richter trat am vergangenen Donnerstag zurück. Der AWO-Bundesvorstand will sich an diesem Dienstagnachmittag in Frankfurt zu den Vorwürfen in beiden Fällen äußern.

Sendung: hr1, 17.12.2019, 7 Uhr