Schüler eines Gymnasiums mit Mund-Nasen-Schutz

In den benachbarten Großstädten Frankfurt und Offenbach haben sich die Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen deutlich erhöht. Beide Städte haben nun die Regeln für das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes verschärft, aber auch andere Konsequenzen gezogen.

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In Frankfurt und Offenbach müssen Schüler und Lehrer auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das kündigten beide Städte am Donnerstag an und zogen damit weitere Konsequenzen aus steigenden Corona-Infektionszahlen.

In Offenbach gilt diese Regel für alle Schulen ab sofort, in Frankfurt für die weiterführenden Schulen ab Montag (24. August). Eine Maskenpflicht im Unterricht besteht bereits im Kreis Groß-Gerau. Der Kreis kämpft weiter gegen eine Infektionswelle nach einer Hochzeitsfeier und musste bis jetzt 160 Menschen in Quarantäne schicken.

Offenbach hat meiste Neuinfektionen in Hessen

Den hessenweit höchsten Wert an Neuinfektionen hat aktuell Offenbach. Die Stadt teilte mit, seit Mittwoch habe das Stadtgesundheitsamt 22 neue Fälle gemeldet, davon 19 Reiserückkehrer. Die 7-Tage-Inzidenz liegt nun bei 44,3 Fällen je 100.000 Einwohner.

Damit überschreitet Offenbach die nächste Schwelle im mehrstufigen Präventionskonzept des Landes. Das sieht ab einem Wert von 35 erweiterte Maßnahmen vor sowie die Einbindung des Planungsstabes Covid-19 des hessischen Sozialministeriums. Ab der Marke von 50 drohen noch drastischere Einschränkungen. Die Stadt erwartet, dass sie diese Schwelle am Freitag überschreitet und will über Konsequenzen am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz informieren.

Frankfurt hat inzwischen die Schwelle von 25 Neuinfektionen binnen einer Woche unter 100.000 Einwohnern erreicht.

Maske auch bei Religionsausübung

Neben der Pflicht zum Tragen einer Maske im Unterricht, in der Gastronomie und im Einzelhandel gilt diese Regel in Offenbach nun auch für

  • Vereinsräume, Umkleide- und Sanitärräume
  • Bildungsstätten sowie Sport- und Kultureinrichtungen (ausgenommen ist das Ausüben von Sport, auch in geschlossenen Räumen)
  • die Religionsausübung (bei Veranstaltungen, Gottesdiensten, Konfirmandenunterricht, Koranunterricht sowie in Kirchen, Moscheen und Synagogen)

Erweiterte Melde- und Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer

Für Reise-Rückkehrer aus einigen Urlaubsländern, die nicht als Risikogebiet eingestuft sind, gilt in Offenbach ab sofort eine erweiterte Melde- und Quarantäne-Pflicht, wie die Stadt weiter mitteilte.

"Zusätzlich zur Einreise aus Risikogebieten müssen jetzt auch Menschen in eine 14-tägige Quarantäne, wenn sie aus denjenigen zehn Ländern einreisen, aus denen laut Robert-Koch-Institut (RKI) zuletzt die meisten positiv getesteten Reisenden gekommen sind", heiß es dort. Die aktuelle Liste findet sich auf Seite 13 des RKI-Lageberichtes von Dienstag (zum pdf-Dokument).

"Aktuell befinden sich unter den Top-10-Staaten Kroatien, Rumänien und Bulgarien, die nur teilweise als Risikogebiete ausgewiesen sind", teilte die Stadt mit. Die Corona-Regeln gelten vorerst bis zum 30. August.

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), räumte ein, dass man von den Bürgern einiges abverlange: "Die Schutzmaßnahmen sind zwar lästig, aber sie können zielgerichtet helfen, die Ausbreitung in die ganze Stadt zu verhindern."

Frankfurt: Maskenpflicht an Schulen und mehr Kontrollen

Ganz so strikt wie in Offenbach hat Frankfurt die Regeln zum Tragen von Mund-und-Nasenschutz vorerst nicht erweitert. So gilt die Maskenpflicht im Unterricht nicht für die Grundschulen, sondern laut der Stadt an allen weiterführenden Schulen ab Montag, befristet für zwei Wochen, sofern der Abstand nicht eingehalten werden kann.

Weitere Maßnahmen, die die Stadt Frankfurt am Donnerstag beschlossen hat:

  • Masken- und Hygiene-Regeln im öffentlichen Raum, in Bussen und Bahnen, in Gaststätten, in Unternehmen und im Einzelhandel sollen strenger kontrolliert und überwacht werden
  • für Veranstaltungen mit mehr als 250 Menschen soll es weniger Ausnahmegenehmigungen geben
  • ein städtischer Personalpool zur Unterstützung der Kontaktnachverfolgung des Gesundheitsamtes soll aufgebaut werden
  • jeder, der wie Lehrer und Erzieher, in Schulen und Kindertagesstätten mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, soll sich ab Montag auf das Coronavirus testen lassen können

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) appellierte an die Frankfurter, sich an die Regeln zu halten:

"In den vergangenen Wochen konnten wir etliche Lockerungen durchführen, wie die Öffnung von Museen, Schwimmbädern, Restaurants, Cafés, Palmengarten oder dem Zoo - und nicht zuletzt die Wiederaufnahme des Regelbetriebs in Schulen und Kitas." Diese Erfolge seien in Gefahr.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 20.08.2020, 16.45 Uhr