Ein Polizist kontrolliert einen Autofahrer

Nächtliche Ausgangssperren gab es bereits im Winter in Hessen. Die Stadt Offenbach und der Kreis Groß-Gerau greifen nun wieder zu dieser Corona-Schutzmaßnahme. Andere Kreise dürften bald folgen.

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Wegen der hohen Corona-Zahlen führt die Stadt Offenbach als erste Kommune in Hessen erneut eine nächtliche Ausgangssperre ein. Das teilte die Stadt am Montag mit. Auch der Kreis Groß-Gerau kündigte diesen Schritt an.

Offenbach: Viele Infektionen im privaten Bereich

In Offenbach tritt das Verbot, die Wohnung zu verlassen, am Dienstag um Mitternacht in Kraft. Es gilt vorerst bis 18. April. Die Einwohnerinnen und Einwohner dürfen dann zwischen 21 und 5 Uhr nur noch mit triftigem Grund nach draußen, zum Beispiel um zur Arbeit zu gehen, einen Arzt aufzusuchen oder sich um Pflegebedürftige zu kümmern.

Rund die Hälfte der Fälle in Offenbach gehe auf Treffen in privaten Räumen zurück, sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). Dort gelte es nun anzusetzen. Im Winter sei die Inzidenz nach Einführung der Ausgangsbeschränkung gesunken.

Groß-Gerau verschärft auch Sport- und Kita-Regeln

Im Kreis Groß-Gerau beginnt das nächtliche Aufenthaltsverbot im Freien am Gründonnerstag um 0 Uhr und endet ebenfalls am 18. April. Ab Dienstag nach Ostern bleiben zudem die Kindertagesstätten im Kreis geschlossen. Es wird dann nur eine Notbetreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen geben.

Auch beim Sport verschärft Groß-Gerau die Regeln: Fitness-Studios, Yoga-, Pilates- und EMS-Studios dürfen zwar offen bleiben - sie dürfen ab Donnerstag aber nur noch mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test betreten werden.

Eskalationsstufenkonzept des Landes

Sollte die Inzidenz an mehreren Tage in Folge unter 200 liegen, könne die Ausgangssperre vor dem 18. April enden, teilte die Stadt Offenbach mit. Am Montag lag der Sieben-Tage-Inzidenzwert dort laut Robert-Koch-Institut bei 244,1. Groß-Gerau handelt dagegen präventiv - hier betrug der Wert betrug am Montag 169,7.

Gemäß des Eskalationsstufenkonzepts des Landes können Kreise auf die Corona-Lage vor Ort reagieren. Registrieren die Gesundheitsämter an drei aufeinanderfolgenden Tagen 200 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen, soll es Ausgangssperren geben. Möglich ist das sowohl in einem Kreis, einer kreisfreien Stadt oder einer Stadt mit zentraler Funktion.

Lahn-Dill und Gießen ebenfalls vor Ausgangssperren

Auch in anderen Kreisen könnte es bald wieder nächtliche Ausgangssperren geben, weil dort die Inzidenz ebenfalls schon länger über 200 liegt. Der Lahn-Dill-Kreis will am Dienstag bekanntgeben, ob er eine solche Beschränkung einführt. Im Landkreis Gießen berät am selben Tag die Verwaltung über eine solche Maßnahme. Der Lahn-Dill-Kreis meldete am Montag eine Inzidenz von 210,3, der Kreis Gießen einen Wert von 244,9. Die Zahlen des RKI weichen davon für gewöhnlich ab, weil die Zahlen aus den Kreisen erst mit Verzögerung dort eintreffen.

Hessen nahm Öffnungsschritte zurück

In ganz Hessen lag die Inzidenz laut RKI am Montag bei 138,7. Deswegen zog die Landesregierung zumindest teilweise die "Notbremse": Geschäfte dürfen kein "Click and Meet" mehr anbieten, sondern nur noch Waren zum Abholen bereitstellen ("Click and Collect"). Friseure und Anbieter körpernaher Dienstleistungen haben weiter geöffnet, ebenso Garten- und Baumärkte.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 30.03.2021, 19.39 Uhr