Pfadfinder sitzen am ersten Tag des 3. ökumenischen Kirchentags auf der Installation "Ein Tisch" auf der Frankfurdter Hauptwache. Sie ist einer der wenigen sichtbaren Repräsentanten des größtenteils digital stattfindenden Kirchentags.

Zusammen feiern - aber auf Abstand: In Frankfurt hat der Ökumenische Kirchentag mit einem Aufruf zur Erneuerung begonnen. Bis Sonntag gibt es für Katholiken und Protestanten ein fast komplett digitales Programm.

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In seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst des 3. Ökumenischen Kirchentags am Donnerstag in Frankfurt hat Frère Alois die Kirchen zur Erneuerung aufgerufen. "Strukturveränderungen sind unerlässlich", sagte der Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé in Frankreich. In den Kirchen sei "eine tiefe Erneuerung notwendig". An katholische und evangelische Christen appellierte er, aufeinander zuzugehen: "Auf keinen Fall dürfen wir uns mit dem Skandal unserer Spaltungen abfinden."

Der Gottesdienst wurde auf dem Dach eine Frankfurter Parkhauses mit Blick auf die Skyline gefeiert - mit strengen Hygienevorschriften, ohne Publikum vor Ort.

Hoffnungsgeschichten zum Auftakt

"Wir kommen seit über einem Jahr immer wieder an unsere eigenen Grenzen", sagte die Wuppertaler Theologin Sarah Vecera mit Blick auf die Pandemie. Höhepunkte des Gottesdienstes waren persönliche "Hoffnungsgeschichten" aus Pandemie-Zeiten. So berichtete Sandra Hofmann, Pflegerin auf einer Corona-Station, wie Patienten trotz der ernsten Lage manchmal in schallendes Lachen ausbrechen, wenn jemand einen Witz gemacht hat. "Dieses Lachen motiviert mich, durchzuhalten."

Die Präsidentin des Ökumenischen Kirchentags, Bettina Limperg, wies auf das Motto des Treffens hin: "Schaut hin". Gott sei "da, wo Menschen hinschauen, einander Trost schenken und Not lindern", sagte Limperg. Ko-Präsident Thomas Sternberg sagte: "Wir glauben und hoffen: Gott ist dabei, wenn wir in den nächsten Tagen feiern und diskutieren."

Der Kirchentag der verschiedenen christlichen Konfessionen war zunächst für rund hunderttausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer geplant - wegen der andauernden Corona-Pandemie findet er nun aber fast ausschließlich digital und dezentral statt. 

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Der Eröffnungsgottesdienst des Ökumenischen Kirchentages auf einem Parkdeck in Frankfurt
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Nur vereinzelt Programm vor Ort

Bis Sonntag können Interessierte online an Gottesdiensten, Podien oder Workshops teilnehmen. Alle Veranstaltungen werden live gestreamt, Gottesdienste wird es in Frankfurt nur vereinzelt geben. So soll beispielsweise der Schlussgottesdienst am Sonntag an der Weseler Werft am Mainufer unter Corona-Bedingungen stattfinden.

Organisiert wird der Ökumenische Kirchentag vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Bisher gab es zwei dieser Treffen - im Jahr 2003 in Berlin und im Jahr 2010 in München.

Ziel der Konfessionen beim Kirchentag ist es, aufeinander zuzugehen. Über Konfessionsgrenzen hinweg soll das Gemeinsame im Glauben betont werden. Das Programm der diesjährigen Veranstaltung gliedert sich in die drei Bereiche Glaube und Vertrauen, Zusammenhalt sowie globale Verantwortung. Weitere Themen sind unter anderem Spiritualität, Zusammenleben, Frieden und Macht.

Sendung: hr-fernsehen, Ökumenischer Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt, 13.05.2021, 10 Uhr