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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Studenten können wegen Corona-Krise länger studieren

Eine Studentin sitzt mit Kopftuch in einem Hörsaal.

Online-Vorlesungen, geschlossene Bibliotheken, ausgefallene Praktika: Vielen Studenten in Hessen sind durch die Corona-Krise Nachteile entstanden. Um diese abzumildern, bekommen sie nun ein Semester mehr Zeit. Auch die Uni-Mitarbeiter sollen profitieren.

Die hessische Landesregierung hat die Regelstudienzeit um ein Semester verlängert. Wie Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Mittwoch mitteilte, soll so verhindert werden, dass Studierenden durch den wegen der Corona-Pandemie eingeschränkten Hochschulbetrieb Nachteile unter anderem beim BAföG entstehen.

"Der eingeschränkte Betrieb an den Hochschulen hat viele Studierende vor große Herausforderungen gestellt", sagte Dorn. "Video-Vorlesungen und Online-Seminare können nicht alle Aspekte der Lehre erstzen."

Neue Grundlagen für Online-Prüfungen

Möglich wurde die verlängerte Regelstudienzeit durch eine Ergänzung des Hochschulgesetzes. Die Regelung wurde am Dienstag mit großer Mehrheit im Landtag beschlossen. Die Ermächtigung ist bis Ende 2021 befristet und soll durch Rechtsverordnungen vor Ort umgesetzt werden können. Damit sollen die Hochschulen unter anderem die Möglichkeit bekommen, bei Problemen mit Prüfungsfristen oder etwa der Anrechnung von Prüfungsleistungen flexible und rechtssichere Regelungen zu finden.

Das Gesetz ermöglicht es zudem, Online-Prüfungen per Verordnung zu regeln. Bisher hätten hessische Hochschulen wegen Unsicherheiten hinsichtlich zulässigen Prüfungsformaten sowie den Anforderungen an die Datensicherheit "Online-Prüfungen nur zurückhaltend" genutzt, so Wissenschaftsministerin Dorn.

Die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, Nina Eisenhardt, begründete den Beschluss laut Mitteilung von Mittwoch damit, dass digitale Vorlesungen, Ausfall von Praktika, geschlossene Bibliotheken und fehlende Kinderbetreuung für Studierende zu Verzögerungen im Studium geführt hätten. Deshalb sei es notwendig, dass das aktuelle Semester nicht in die normale Regelstudienzeit zähle.

Mehr Zeit für befristet Beschäftigte

Die Corona-Krise soll auch dem Uni-Personal nicht schaden: Auf die Höchstdauer befristeter Beschäftigungsverhältnisse, wie die von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Qualifikations- und Juniorprofessuren im Beamtenverhältnis auf Zeit soll das beeinträchtigte Semester nicht angerechnet werden. Je nach weiterem Verlauf der Pandemie und den konkreten Beeinträchtigungen von Forschungsvorhaben könne eine Verlängerung von einem weiteren halben Jahr ermöglicht werden.

Sendung: YOU FM, 24.06.2020, 14 Uhr