Ein Polizist führt eine Studentin aus dem Audimax der FH Frankfurt.

Polizisten haben das besetzte Audimax der Frankfurt University of Applied Sciences geräumt. Dort hatte eine Gruppe von Studenten gegen eine Diskussionsveranstaltung mit dem AfD-Abgeordneten Jörg Meuthen demonstriert.

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hs
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Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei am Freitagnachmittag an der Frankfurt University of Applied Sciences (FUAS) im Stadtteil Nordend an. Eine Gruppe von rund 16 Studenten hatte am späten Vormittag das Audimax der Hochschule besetzt. Dabei soll es laut Polizei auch zu Schmierereien und Sachbeschädigungen gekommen sein.

Protest gegen Meuthen-Auftritt

Zunächst versuchten die Beamten die Aktivisten mit Gesprächen dazu zu bewegen, das Audimax freiwillig zu verlassen. Das blieb allerdings ergebnislos. Die Hochschulleitung machte schließlich von ihrem Hausrecht gebraucht und ließ den Hörsaal durch die Polizei räumen. Die Personalien der Demonstranten wurden festgestellt und Anzeige erstattet. Die Anzeige wurde später wieder zurückgezogen.

Der Protest der Aktivisten richtete sich gegen einen geplanten Auftritt des AfD-Bundestagsabgeordneten Jörg Meuthen im Rahmen einer Diskussionsverantstaltung zur Europawahl am Freitagabend im Audimax der FH. Meuthen ist Spitzenkandidat seiner Partei für die Europawahl am 26. Mai. Die Podiumsdiskussion soll nach der Räumung des Hörsaals wie geplant stattfinden.

Offener Brief an Hochschul-Präsident

Wie die Protestgruppe vorab erklärt hatte, sei der Präsident der Hochschule in einem offenen Brief aufgefordert worden, Meuthen wieder auszuladen. Dies habe er mit der Begründung abgelehnt, dass die AfD als demokratisch legitimierte Partei auch zu Wort kommen sollte.

Die Hochschule sei aber nicht der Bundestag und es gebe keine Verpflichtung, eine Partei zu Wort kommen zu lassen, die "klar rassistische Positionen vertritt", erklärten die als "Initiative für Angewandte Restvernunft" firmierenden Besetzer des Hörsaals. In Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks habe "die Institution Hochschule, deren Auftrag Wissenschaft und Bildung ist, sogar die Verpflichtung, sich politisch zu positionieren", forderte die Initiative.

Veranstalter der Diskussionsveranstaltung sind das Center for Applied European Studies und Pulse of Europe. Teilnehmer sind neben Meuthen auch Katarina Barley, SPD-Spitzenkandidatin für das Europäische Parlament und Bundesjustizministerin, Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender im Bundestag der Linken, Nicola Beer, FDP-Generalsekretärin und Spitzenkandidatin für das Europäische Parlament, Sven Simon, Spitzenkandidat der CDU Hessen für das Europäische Parlament, Terry Reintke (Bündnis 90/Die Grünen) Mitglied des Europäischen Parlaments.